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Tag des Musikunterrichts in Baden-Baden: Musik als "Spaß"- und Ausgleichs-Fach?

Zu einem „Tag des Musikunterrichts“ luden das Regierungspräsidium Karlsruhe gemeinsam mit dem Festspielhaus Baden-Baden: Im Mittelpunkt standen dabei Workshops, die auf eine sinnlich erfahrbare Musikvermittlung abzielen und neue Impulse für den Musikunterricht geben könnten, wie etwa „Body Percussion“, „Soundpainting“ oder „Beatboxen“.
Eine Talkrunde beschloss den Tag; diskutiert wurde dabei die Frage, was der Musikunterricht grundsätzlich leisten kann und ob Musik in der Schule eher ein „Spaß- und Ausgleichsfach“ darstellen sollte. Darüber sprachen Rüdiger Beermann (Festspielhaus Baden-Baden) und Achim Fessler (Fachberater Musik am Regierungspräsidium Karlsruhe) mit der Gesangspädagogin Amélie Erhard (München), der Professorin Silke Schmid (Pädagogische Hochschule Freiburg) und dem Musik-Philosophen Thomas Dworschak (Universität Leipzig).
Ausgangspunkt hierbei bildete eine Umfrage unter Erwachsenen, die den Musikunterricht offenbar zum Teil als bloßstellend und beschämend erlebt hatten. Achim Fessler kritisierte zudem einen „veralteten Bildungsbegriff“, wonach in der Unterstufe häufig nur gesungen, in der Oberstufe hingegen analysiert werde. Auf dem Podium war man sich einig darüber, dass Musik ein Ausgleichsfach sei, also „Freude bereiten“ sollte.
Die Diskutanten verstehen dabei Musik als etwas, das „aus sich heraus“ bereits sinnvoll sei; einen Zugang zur Musik schaffe unter anderem die praktische Klangerzeugung. Der Musikunterricht sei zudem dann gut, wenn es gelinge „Erfolgserlebnisse“ zu vermitteln, denn mit Klängen könne zunächst einmal „gespielt“ werden.
Wie kein anderes Fach sei außerdem die Musik dazu geeignet, eine ganze Gruppe von Menschen gleichermaßen anzusprechen, da sich beispielsweise ein bestimmter Rhythmus, ein „Groove“ auch auf andere übertrage. Dieses Phänomen sei beispielsweise gut dazu geeignet, die Musik als „integratives Mittel“ (etwa in der Arbeit mit Flüchtlingen) einzusetzen.
Einig waren sich die Pädagogen darüber, dass stets das Individuum - der Schüler - und sein jeweiliger Entwicklungsprozess im Vordergrund stehen müsse.
Außerdem wurde die Frage erörtert, was überhaupt eine „musikalische Kompetenz“ sei – denn schließlich gehe es im Schulunterricht vielfach nur um das Abfragen von lexikalischem Wissen. Dies habe mit „Musikalität“ jedoch erst einmal nichts zu tun.
Obwohl die Diskutanten einen praktischen, sinnlich erlebbaren Zugang zur Musik eindeutig befürworteten, sah man jedoch auch das Spannungsfeld, indem sich der Musikunterricht grundsätzlich bewegt: Denn der Bildungsplan gibt schließlich eindeutige Ziele – etwa die Erarbeitung von Tonräumen und Notenwerten – vor.

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Historischer Stoff mit böser Ahnung: Kammeroper "Simplicius Simplicissimus" von Karl Amadeus Hartmann bei den Osterfestspielen

Spannendes Musiktheater erwartet die Besucher der Baden-Badener Osterfestspiele mit den Berliner Philharmonikern: Neben der Hauptproduktion, Beethovens „Fidelio“, ist als zweites Bühnenwerk die Kammeroper „Des Simplicius Simplicissimus Jugend“ von Karl Amadeus Hartmann im Theater Baden-Baden zu sehen. Diese Kammeroper thematisiert – ebenso wie die barocke Vorlage des Dichters Grimmelshausen – den Dreißigjährigen Krieg, eines der größten Traumata in Europa. Geschrieben wurde die Urfassung (auf Anregung des Dirigenten Hermann Scherchen) in den Jahren 1934 bis 1936, und zwar bereits in der Vorahnung der drohenden Katastrophe. Der historische Stoff enthält somit einen bewussten Gegenwartsbezug. Hartmann musste seine Partitur deshalb vor den Nazis verstecken; erst 1948 wurde das Werk uraufgeführt.
Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa nennt die Kammeroper ein „Meisterwerk der Musikgeschichte“; sie stehe zudem in echter Nachbarschaft zur „Freiheitsoper“ Fidelio. Somit gebe es bei den diesjährigen Festspielen zwei „große thematische Blöcke“, die den Blick darauf lenken, dass Europa „auch heute wieder gefährdet“ sei, sagte Stampa im Rahmen eines Pressegesprächs. Für Nicola May, die Intendantin des Theaters Baden-Baden, ist die Produktion jener spannende Moment im Jahr, in dem das Theater die Türen öffne „für die Musik und die jungen Gäste“.
Erarbeitet wird die Oper mit jungen Sängerinnen und Sängern; im 18köpfigen Orchester sitzen Mitglieder der Berliner Philharmoniker sowie junge Künstler der Karajan-Akademie. Chorsänger aus der Region verstärken das Ensemble.
Regie führt Eva-Maria Höckmayr, die das Werk als „Geschenk“ bezeichnet; Hartmann habe „parabelhaft“ in die Zukunft geblickt: „An diesem ahnungsvollen Punkt stehen wir heute auch wieder“. Musikalisch speist sich die Kammeroper aus unterschiedlichen Einflüssen: Der Komponist orientierte sich an Strawinsky, Prokofiew und Bartok; verschiedene vokale Formen wie Lied, Arie oder Bänkelgesang verdichten das Drama um die Hauptfigur, die ihre Naivität als Waffe einsetzt.
Die Baden-Badener Produktion stellt damit auch einen Bezug zur Region her - schrieb doch Grimmelshausen sein Hauptwerk im benachbarten Renchen. Beteiligt am Projekt, das unterstützt wird durch die Zastrow-Foundation, sind deshalb auch sieben Schulen aus der Region: Die Schülerinnen und Schüler widmen sich dem Thema im Rahmen einer Ausstellung, deren Exponate sie selbst erarbeitet haben.
Premiere ist am 5. April im Theater Baden-Baden, nach den Festspielen geht das Stück in den Spielplan des Theaters über.

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Festspielhaus Baden-Baden: Neues Leitungsteam stellt sich vor/ Festspielhaus-Charakter soll künftig gestärkt werden

Nun ist sie vollständig, die neue „Kapitänsbrücke“ im Festspielhaus Baden-Baden: Seit Beginn der laufenden Spielzeit ist Benedikt Stampa als neuer Intendant im Amt. Die Betriebswirtin Ursula Koners, vormals Leiterin des des Instituts für Familienunternehmen an der privaten Zeppelin-Universität in Friedrichshafen, folgte kurz darauf als Geschäftsführerin: Zeit also, im Rahmen eines Pressegesprächs jetzt eine erste Zwischenbilanz zu ziehen.
„Das kommt mir vor wie ein Jahr, und das ist ein gutes Zeichen“, sagte Koners und verwies auf das „spannende Umfeld“, in dem es noch viel Gestaltungsfreiheit gebe. „In den letzten 20 Jahren wurde das Haus zu einer besonderen Strahlkraft geführt, aber jetzt steht ein Generationenwechsel an" – und damit neue Impulse sowohl bei den Mitarbeitern, als auch bei den Künstlern und den Förderern des Hauses. Zu Gute komme ihrer Arbeit außerdem, dass sie im Rahmen ihrer Tätigkeit an der Zeppelin-Universität bereits Kontakt hatte mit jenen Unternehmen, die das Festspielhaus unterstützen. Weiteres Verbesserungspotenzial sehe sie im Bereich der Digitalisierung, der Vermarktung durch Online-Kanäle.
Gleichzeitig aber möchte man sich in Baden-Baden verstärkt auf die eigene Musik-Geschichte zurückbesinnen, die auch im Programm Niederschlag finden soll. Zudem habe Stampa bereits Gespräche mit dem Burda Museum und dem Brahms-Haus geführt; er schwärmte von der kulturellen „Fülle“.
Auch der Dirigent Thomas Hengelbrock, der jüngst mit einem Beethoven-Programm zu Gast war, sei ein Künstler, wie er bereits im 19. Jahrhundert in der „Sommerhauptstadt Europas“ hätte gastieren können: „Er ist faszinierend und inspirierend als Künstlerpersönlichkeit und als Ensemble-Gründer“, so Benedikt Stampa. Zudem erreiche er „genau die richtige Mischung zwischen tiefgründiger Interpretation und kommerziellem Erfolg“.
Dieser kommerzielle Erfolg stellte sich im vergangenen Herbst in Baden-Baden häufig ein: Der Saisonbeginn im September, die Herbstfestspiele mit dem Dirigenten Teodor Currentzis und das traditionelle Winter-Gastspiel mit dem Mariinsky Ballett hätten die 100-Planungen übertroffen, teilte Ursula Koners mit.
Künftig soll das Haus noch stärker zum Festspielhaus im eigentlichen Sinne ausgebaut werden: Säulen sind dabei die Pfingstfestspiele mit dem SWR Symphonieorchester, das Festspielhaus wieder eine „Heimat“ bekommt, zudem die Sommerfestspiele mit dem Gewandhausorchester Leipzig (als Residenz-Orchester) und insbesondere die Osterfestspiele mit Kirill Petrenko und den Berliner Philharmonikern, die den Spielort außerordentlich schätzen: „Es war schön, an den Gesprächen teilzunehmen“, erzählte Ursula Koners, „und dabei mitzuerleben, wie sehr sich das Orchester auf Baden-Baden freut.“ Auch der Choreograf John Neumeier wird verstärkt im Programm vertreten sein.
Was die Zuschauer angeht, so wolle man künftig vermehrt in der Schweiz und in Frankreich Fuß fassen. „Baden-Baden hat das Zeug dazu, zu einem der führenden Festspielhäuser in Europa zu werden,“ ist Benedikt Stampa überzeugt.

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Neujahrskonzert des Tonkünstler-Ensembles: Beethoven zum 250. Geburtstag

Das Neujahrskonzert des Tonkünstler-Ensembles am Samstag, den 11. Januar (19.30 Uhr, Gartensaal des Karlsruher Schlosses) steht ganz im Zeichen des diesjährigen Jubilars Ludwig van Beethoven. Unter dem Motto "Beethoven, wie ihn keiner kennt" sind eher unbekannte Werke zu hören, darunter auch Erstaufführungen. Konzipiert wurde das Programm von Joachim Draheim, der auch durch den Abend führt.
Der Eintritt ist frei; eine Reservierung unter www.dtkv.net/BW/orts-und-regionalverbaende/89-karlsruhe.html wird jedoch dringend empfohlen. Die
reservierten Karten können bis spätestens 19.15 Uhr am Konzertabend abgeholt werden.

 

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"Glashaus" - Musiktheater gegen den Plastikmüll

Gestern hatte an der Musikhochschule Karlsruhe die Produktion "Glashaus" Premiere, welche das globale Plastik-Müll-Problem und die Umweltverschmutzung thematisiert: Es ist ein 45minütiges, eindrucksvoll-atmosphärisches Stück, das ohne Handlung und deshalb auch ohne Moralisieren auskommt (Bericht folgt). Die Musik dazu schrieb der junge Komponist Marc David Ferrum, der bei Markus Hechtle studiert.
Realisiert wurde die Produktion durch das Insitut für Musiktheater in Zusammenarbeit mit den Komponistenklassen und dem Institut für Neue Musik. Regie führt Marianne Berglöf. Das Stück richtet sich vor allem an Jugendliche ab 12 Jahren.
Noch Restkarten gibt es für die Aufführungen am morgigen Donnerstag, den 12.12., 19.30 Uhr, sowie am 17. und am 19.12. jeweils um 11 Uhr (MUTprobe 1).

 

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Clara-Schumann-Ausstellung in Heidelberg/ Gesprächskonzert am kommenden Dienstag

Derzeit ist im Kurpfälzischen Museum Heidelberg zum 200. Geburtstag von Clara Schumann eine Ausstellung mit dem Titel "Künstlerin - Geschäftsfrau - Mutter" zu sehen (ein Bericht hierzu folgt). Diese Ausstellung wurde kuratiert vom Karlsruher Musikwissenschaftler Joachim Draheim und zeigt Autographen, historische Fotografien und Erstausgaben. Sie dauert noch an bis zum 2. Februar 2020.
Mehrmals gab Clara Schumann Konzerte in der Universitätsstadt (hier studierte übrigens auch ihr Sohn Felix); an einen solchen Auftritt erinnert das Kurpfälzische Museum in einem Gesprächskonzert mit der Musikwissenschaftlerin Beatrix Borchard, Martina Sandel (Hannover/ Sopran) und Maria Sofianska (Stuttgart/ Klavier). Beginn ist 19 Uhr in der Gemäldegalerie; zuvor, um 18 Uhr, führt Joachim Draheim durch die Ausstellung.

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Giga-Hertz-Festival am ZKM

(red.) Am kommenden Wochenende lädt das ZKM Karlsruhe zum traditionellen Giga-Hertz-Festival: Zum zwölften Mal wird dabei der Giga-Hertz-Preis, getragen vom ZKM und dem SWR Experimentalstudio Freiburg, für Elektronische Musik vergeben. Die Preisverleihung beginnt am 23. November ab 19 Uhr; begleitend dazu gibt es Konzerte (am Samstag nach der Preisvergabe und am Sonntag, den 24. November, ab 15 Uhr).
Der mit 10 000 Euro dotierte Giga-Hertz-Hauptpreis geht in diesem Jahr an Éliane Radigue. Als einer der wenigen Frauen im Pariser Studio d'Essai gelang es Éliane Radigue, trotz widriger Umstände als Komponistin zu arbeiten und später eine internationale Karriere aufzubauen. Zu einem ihrer bekanntesten Werke wurde das dreistündige zwischen 1990 und 1998 entstandene Werk "Trilogie de la Mort". Die Jury war von der konsequenten und kontinuierlichen kompositorische Leistung Radigues überzeugt, die sich den kleinsten Veränderungsgraden wie einer Mikroskopie der Zeit und des Klangs nähert.
Einer der mit 5 000 Euro dotierten Produktionspreise geht in diesem Jahr an die Komponistin und Machine-Learning-Expertin Artemi-Maria Gioti für ihre Komposition "Imitation Game". Gioti beschreibt ihr Stück folgendermaßen: „Mensch und Maschine sind gleichwertige Partner, die sich gegenseitig beeinflussen und sich gegenseitig an die Handlungen des anderen anpassen“. Die Komponistin bringt KI, Maschinelles Lernen und Robotik in das Musizieren ein. Der zweite Produktionspreis geht an den Klangkünstler und Multimedia-Komponisten Hongshuo Fan für dessen Stück „Handwriting“ aus dem Bereich Live-Elektronik und Video; es ist ein interaktives multimedialen Performance-Stück.
Daneben vergibt die Jury erstmals zwei Ehrenpreise: an den tschechischen Komponisten Otto Wanke mit seinem außergewöhnlichen Stück („…in…“). Wanke greift dabei auf historische Modelle der Avantgarde zurück. Der zweite Ehrenpreis geht an Panayiotis Kokoras für („Rhino“) für Bariton, Saxofon und Elektronik.

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Nachwuchsförderung: Staatstheater und Cantus Juvenum setzen auf langfristige Partnerschaft

(red.) Das Badische Staatstheater und die Jugendsingschule Cantus Juvenum Karlsruhe – eine Initiative der Stadtkirche und der Christuskirche Karlsruhe - intensivieren ihre langfristige Zusammenarbeit. Dies teilte das Haus heute in einer Presseerklärung mit. Bei ausgewählten Produktionen und Vorstellungen sollen künftig auch gut ausgebildete Chortalente zum Einsatz kommen.
Nicole Braunger, Operndirektorin des Staatstheaters: „Neben der Nachwuchsförderung geht es uns um ein Miteinander in unserer Stadt. Dieses Theater ist ein Ort der Zusammenkunft, an dem wir an einer gemeinsamen Zukunft bauen.“ Hanno Müller-Brachmann, Vorsitzender von Cantus Juvenum Karlsruhe, erklärt: „Wir freuen uns, dass unsere gewachsene Partnerschaft nun auf einem soliden Fundament ruht. Die Bildung von Kindern ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, in unserem Fall von Kirche, Stadt und Staatstheater.“ Die frühe Bühnenerfahrung stärke zudem das Selbstbewusstsein und habe dem Chor acht erste Preisträger beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ auf Bundesebene beschert. Generalintendant Peter Spuhler bekräftigt, dass die Pflege des ehrenamtlichen Kinder- und Jugendchorgesangs ein besonderes Anliegen des Staatstheaters sei. Im Rahmen der Kooperation sollen den etwa 150 jungen Sängern Auftritte bei professionellen Opern- oder Konzertaufführungen ermöglicht werden. Höhepunkt ist ein eigenes Konzert, das Cantus Juvenum künftig einmal im Jahr auf der Theaterbühne gibt. In der Saison 2019/20 sind die jungen Sänger außerdem in den Produktionen Carmina Burana, Der Freischütz, Die Zauberflöte sowie Hänsel und Gretel zu erleben. Cantus Juvenum wird in dieser Spielzeit auch bei den beiden neuen Opernproduktionen Wozzeck und Turandot mitwirken.

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Konzertreihe "Musik im Rathaus" startet in der kommenden Woche

(red.) Traditionell lädt die Konzertreihe „Musik im Rathaus“ im Spätherbst und in der Vorweihnachtszeit zu einem abwechlsungsreichen Programm in den Bürgersaal am Marktplatz. In dieser Saison gastiert beispielsweise das Quatuor Stanislas aus Nancy in Karlsruhe, ein weiteres Konzert gestaltet das Duo Jilo, das beim Europäischen Kammermusikwettbewerb Karlsruhe 2019 mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde. Drei Karlsruher Ensembles präsentieren außerdem Lieder und Kammermusik in verschiedenen Stilen und aus unterschiedlichen Epochen. Mit englischen Weihnachtsliedern klingt die Konzertreihe aus.
Den Anfang macht am 13. November um 18.30 Uhr das Salontrio "Von Kopf bis Fuß“ mit Raphaela Stürmer, Sopran, Waldemar Bischke, Klarinette, und der Pianistin Katrin Düringer. Sie interpretieren Werke, von denen viele fast nie aufgeführt werden. Dabei mischen sie französische Chansons und Lieder mit kleinen Duos für Klarinette und Klavier, außerdem erklingen Lieder der deutschen Romantik.
Die insgesamt sechs Konzerte finden bei freiem Eintritt statt. Aufgrund der begrenzten Kapazität des Bürgersaals und des großen Publikumszuspruchs sind jedoch Einlasskarten erforderlich. Für das erste Konzert werden diese ausgegeben am Montag, 11. November ab 16.30 Uhr sowie am Dienstag, 12. November und Mittwoch, 13. November ab 8 Uhr im Foyer des Rathauses am Marktplatz.

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Programm der Karlsruher Händel-Festspiele vorgestellt

Im Mittelpunkt der kommenden Karlsruher Händel-Festspiele (14. bis 28.02. 2020) steht die Oper „Tolomeo, Re d‘ Egitto“ - ein Drama um einen lebensmüden und verlassenen Anti-Helden. „Diese Oper ist noch niemals in Karlsruhe aufgeführt worden“, erklärte Michael Fichtenholz - der auch nach seinem Weggang aus Karlsruhe künstlerischer Leiter der Festspiele bleibt - im Rahmen der heutigen Pressekonferenz am Staatstheater Karlsruhe. Regie führt Benjamin Lazar, der mit seiner barocken Inszenierung von „Riccardo Primo“ vor einigen Jahren bereits für Aufsehen sorgte. Diesmal jedoch bewegt sich seine Ästhetik eher im Stil der 1930er und 40er Jahre; „die Geschichte spielt in einem romantischen Hotel am Meer“, so Fichtenholz. In der Titelrolle ist der polnische Countertenor Jakub Jozef Orlinski zu hören; die musikalische Leitung hat Federico Maria Sardelli.
Wieder aufgenommen (am 21.02.) wird daneben die überaus erfolgreiche Produktion „Serse“ in der Inszenierung von Max Emanuel Cencic – allerdings nicht mit Franco Fagioli, sondern mit David Hansen in der Titelrolle. Insgesamt vier Mal ist diese Oper zu sehen.
Im Rahmen des Kammerkonzert-Formates „Abendsterne“ gastiert der Countertenor Terry Wey in der Christuskirche (23.02.), und unter dem Motto „persisches Barock“ nähert sich der Countertenor Cameron Shahbazi einem orientalisierenden Repertoire (18.02.) – mit dem zusätzlichen Wissen um die persische Musikkultur. Daneben gibt Valer Sabadus ein Gala-Konzert (15.02.). Die Karlsruher Händel-Gesellschaft, die sich vor allem der Nachwuchs-Förderung verschrieben hat, lädt am 16.02. zum Preisträgerkonzert des traditionellen Händel-Jugendwettbewerbs.
Daneben unterstützt die Gesellschaft auch die Internationale Händel-Akademie, deren Existenz – so verriet der künstlerische Leiter Thomas Seedorf – trotz der Etat-Kürzungen gesichert ist, wenn auch mit Einschränkungen. So gibt es beispielsweise die Meisterkurse nur noch alle zwei Jahre; in den dazwischen liegenden Festspielen bietet man dafür das wissenschaftliche Symposium an. Hier plane man „eine engere Anbindung an das Programm der Festspiele“, so Seedorf. Das Motto des kommenden Symposiums (15.02.) heißt: „Von Rom nach London. Wege zu Händels „Tolomeo d‘ Egitto“; musikalisch beleuchtet wird dieses Thema in einem Mittags-Konzert.
Am 16.02. nähert sich hingegen der CoroPiccolo unter Christian-Markus Raiser den „Stationen im Leben Händels“. Das Kammerkonzert der Deutschen Händel-Solisten (24.02.) leitet Markus Möllenbeck, beim Festkonzert am 20.02. ist Jory Vinikour als Dirigent und Cembalist zu erleben.
Der Vorverkauf für die Festspiele hat begonnen, weitere Informationen unter www.staatstheater.karlsruhe.de