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Mainzer Musiksommer startet am 14. Juli

(red.) Wenn in Karlsruhe und Umgebung die Konzertsaison endet, dann haben Klassikliebhaber die Gelegenheit, zum Beispiel Konzerte im benachbarten Rheinland-Pfalz zu erleben: Die Stadt Mainz lädt in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk und der Villa Musica in einige der schönsten historischen Bauten der Stadt – und zwar im Rahmen des „Mainzer Musiksommer“ zwischen dem 14. Juli und dem 20. August.
Das Sommerfestival – veranstaltet von Alexandra Hodapp und Michael Heintz, die auch für die Reihe „Karlsruhe Klassik“ im Konzerthaus verantwortlich sind - bietet eine musikalische Bandbreite von Alter Musik bis hin zur Weltmusik.
Das Festival beginnt am Donnerstag, den 14. Juli mit einer „Romantischen Nacht“ vor den berühmten Chagall-Fenstern in der Kirche St. Stephan: Domorganist Daniel Beckmann und die Geigerin Tianwa Yang eröffnen das Festival mit jungen Künstlern der Villa Musica.
Auch im historischen Fürst-von-Bismarck-Saal der ehemaligen Sektkellerei Kupferberg sind Klassikprogramme zu erleben: Joseph Moog (Klavier) musiziert mit dem Ukrainer Dmitri Udovichenko, dem diesjährigen Preisträger „Stern Villa Musica“ (21.7.). Die Pianistin Anna Khomichko spielt Klaviersonaten der Wiener Klassik und Musik von Franz Liszt (22.7.).
In der Kapelle St. Antonius sind am 27.7. der Gambist Jakob David Rattinger und sein Ensemble zu hören; die Musiker von "Constantinople" dagegen verschmelzen in ihrem Programm „Traversées“ die Musik Persiens mit den Klängen Westafrikas (30.7.). Außerdem zu Gast: Die „All-Star-Band“ Klezmerata Hamburg (11.8.).
In „Mozart am Rhein“ (12.8.) öffnet St. Antonius für ein Kindertheater mit dem Schauspieler Boris Weber, der von Mozarts Erlebnissen erzählt. Am 18. 8. begeben sich der Blockflötist Stefan Temmingh und die Sopranistin Dorothee Mields in der Seminarkirche auf eine Reise in das barocke London.
Das vollständige Programm mit entsprechenden Uhrzeiten und Spielorten sowie Ticket-Informationen gibt es unter www.mainz-klassik.de

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Grötzinger Musiktage starten am Sonntag

(red.) Am Sonntag, den 10. Juli starten die Grötzinger Musiktage in der dortigen evangelischen Kirche: Den Anfang machen Hanno Müller-Brachmann (Bassbariton), Reinhold Friedrich (Trompete) und Carsten Wiebusch (Orgel) mit Werken von Bach, Händel und Jehan Alain. Beginn ist 19 Uhr.
Musik von Mozart, Anton Reicha und Juan Crisostomo de Arriaga sind am Samstag, den 16. Juli zu hören; es spielt das Ensemble „Il capriccio“ auf historischen Instrumenten. Beginn ist 19.30 Uhr.
Am Sonntag, den 24. Juli (19 Uhr) musiziert das Ensemble TEMA in der Begegnungsstätte Grötzingen; Werke von Debussy, Prokofiew, Edison Denissow, Felix Treiber, Eunsun Lee und Isang Yun stehen auf dem Programm.
Im September wird die Reihe in der evangelischen Kirche fort gesetzt: Am 18. September (19 Uhr) mit Musik von Dowland, Albinoni, Skrjabin, Scott Joplin u.a. und am 25. September (18 Uhr) mit dem Vocalconsort Leipzig und Werken von Mendelssohn, Purcell, Reger, Alban Berg.

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Baden-Baden: Festival "La Capitale d' Eté" startet am kommenden Freitag

„La Capitale d’Été“ - so nannte der Reise-Journalist Eugène Guinot die malerische Stadt an der Oos Mitte des 19. Jahrhunderts. „Wenn ein Unwissender fragen würde, welches die Hauptstadt Europas ist, würde man ihm das sagen: Europa hat zwei – eine Winterhauptstadt – Paris; und eine Sommerhauptstadt – Baden-Baden.“ Hier lebten Johannes Brahms, Clara Schumann und Pauline Viardot; hier trafen sich Persönlichkeiten aus Kultur und Gesellschaft.
An diese Tradition will man im Festspielhaus Baden-Baden wieder anknüpfen, und zwar mit einem Sommer-Festival, das in den Händen von Yannick Nézet-Séguin liegt: Der Musikdirektor der New Yorker Metropolitan Opera erhält damit seine eigenen Festspiele in der Region. „Die Stadt Baden-Baden ist so wichtig für das kulturelle Leben in Europa“, erklärte der Kanadier auf einer Video-Pressekonferenz. Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa ergänzte, man müsse die historische Bedeutung Baden-Badens – zumal inzwischen Weltkulturerbe - „in die Welt hinaustragen“. Hier seien er und Nézet-Séguin „Brüder im Geiste“.
Wer Yannick Nézet-Séguin - er zählt zu den interessantesten und gefragtesten Künstlern unserer Zeit – in Europa für längere Zeit erleben möchte, der muss also künftig an die Oos reisen; am kommenden Wochenende ist dazu Gelegenheit: Die Erstausgabe des Festivals geht vom vom 8. bis zum 17. Juli über die Bühne. Gemeinsam mit dem Chamber Orchestra of Europe und mit jungen preisgekrönten Solisten wie etwa der italienischen Pianistin Beatrice Rana verneigt sich der Dirigent dabei vor den Komponistinnen Clara Wieck und der nach wie vor eher unbekannten Louise Farrenc (eine der bedeutendsten Künstlerinnen des 19. Jahrhunderts) und setzt beide in Beziehung zu Johannes Brahms.
„Die Komponistinnen der damaligen Zeit waren oft genauso talentiert, manchmal sogar talentierter als ihre männlichen Kollegen“, sagt Nézet-Séguin. Allerdings hätten sie nicht dieselben Möglichkeiten gehabt, deshalb gebe es in der Musikgeschichte einige „blinde Flecken“. (Louise Farrenc hatte jedoch das Glück, mit einem Verleger verheiratet zu sein, so waren ihre Werke zumindest zu ihren Lebzeiten verbreitet, gerieten dann aber in Vergessenheit).
Diese „blinden Flecken“ zu beseitigen, daran möchte der Kanadier arbeiten: „Es ist mein Wunsch, dass die Leute in zehn Jahren sagen: Louise Farrenc ist diejenige, die klingt wie Mendelssohn“ - aber eben dennoch mit einer eigenen Sprache. Auch Repertoire-Klassiker gelte es „neu“ zu entdecken. Deshalb ist es Yannick Nézet-Séguin ein Anliegen, die Werke im Programm zueinander in Beziehung zu setzen.
Mit viel Geduld soll mit „La Capitale d‘ eté“ im Laufe kommenden Jahre ein „Diamant im Festivalkalender“ geschliffen werden, so Benedikt Stampa. Vor allem aber will das neue Sommerfestival Brücken bauen – zwischen den Menschen, die nach Baden-Baden kommen, aber in nach-pandemischer Zeit auch erneut zwischen Künstlern und Publikum: „Denn danach hungern die Leute“, sagt Yannick Nézet- Séguin. „Wir müssen Musik wieder gemeinschaftlich erleben; wir gehen ins Konzert, weil wir es möchten und nicht, weil wir das schon immer so gemacht haben“.
Um möglichst vielen Menschen diesen gemeinschaftlichen Genuss zu ermöglichen, wird das Festspiel-Konzert am Sonntag, 10. Juli 2022 um 17 Uhr live zeitversetzt (ab 17.30 Uhr) in den Klosterhof der Abtei Lichtenthal gestreamt. Hinweis: Die Plätze für dieses Public Viewing sind aber bereits vergeben; es ist jedoch noch möglich, das Konzert vor Ort im Festspielhaus zu erleben.

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Matthias Wohlbrecht zum Kammersänger ernannt

(red.) Der Tenor Matthias Wohlbrecht ist für seine künstlerischen Verdienste am Staatstheater Karlsruhe zum Kammersänger ernannt worden. Der Ehrentitel wurde dem Sänger durch Kunstministerin Theresia Bauer verliehen; mit der Auszeichnung bekunde das Land in besonderer Weise seinen Dank und seine Wertschätzung für das künstlerische Wirken des Tenors, teilte das Staatstheater am Montag mit.
„Mit größter Hingabe sowie Könnerschaft hat sich Matthias Wohlbrecht nicht nur einen Platz im Herzen des Karlsruher Publikums ersungen, sondern sich auch in hohem Maße um die Kunstform Oper verdient gemacht,“ wird Operndirektorin Nicole Braunger in der Mitteilung zitiert.
Matthias Wohlbrecht studierte an der Hochschule für Musik Würzburg Gesang und vervollständigte seine Ausbildung an der Akademie des Belcanto in Mailand. Nach Engagements in Rostock, Darmstadt und Mannheim ist er seit 2004 Mitglied des Karlsruher Opernensembles. Sein Repertoire reicht von „Podestà“ in Mozarts „Die Gärtnerin aus Liebe“ über mehrere Wagner-Partien bis zu hin Berg, Hindemith oder Strawinsky. Auch die Operette oder die italienische Oper gehört zu seinem Fach.
Gastspiele führten den Tenor ans "Teatro La Fenice" in Vendig oder - als Mime und Loge in einem Kompakt-Ring an einem Abend - in die Münchner Philharmonie sowie als Hexe in „Hänsel und Gretel“ nach Moskau.
Er gastierte unter Ingo Metzmacher als Aufrüherischer in Schönbergs „Jakobsleiter“ beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und als Albert in Korngolds „Toter Stadt“ unter Mikko Franck beim Orchestre de Radio France in Paris.
Am Staatstheater Karlsruhe überzeugte er zuletzt als „Herodes“ in „Salome“ von Richard Strauss.
Der Ehrentitel „Kammersänger“ wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg auf Antrag des Badischen Staatstheaters und der Württembergischen Staatstheater verliehen.

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Karlsruher Meisterkonzerte: Saison 2022/23 mit Rudolf Buchbinder und Martin Stadtfeld

Bundesweit haben sämtliche Abonnement-Konzertreihen während der Corona-Pandemie erheblich gelitten; die Menschen – insbesondere die älteren – sind etwas zurückhaltender geworden, müssen nun nach und nach erst wieder motiviert werden. Nicht anders ergeht es hier der Reihe der „Karlsruher Meisterkonzerte“ im Konzerthaus: „Umso glücklicher sind wir, dass es uns gelungen ist, die Reihe durch die Pandemie zu bringen“, so der Geschäftsführer Michael Heintz auf der kürzlichen Pressekonferenz. Das sei hauptsächlich den beteiligten drei Orchestern zu verdanken. Diese hätten „unbedingt auf die Bühne gewollt“, versicherten die Vertreter ihres Managements.
Traditionell gestalten die Deutsche Radiophilharmonie Saarbrücken Kaiserslautern, die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und das Staatsorchester Rheinische Philharmonie aus Koblenz die Karlsruher Meisterkonzerte. Interessant ist, dass diesmal nicht nur internationale Größen im Programm zu finden sind – wie etwa am 19. November der Pianist Rudolf Buchbinder und der Dirigent Pietari Inkinen, der in diesem Jahr den Bayreuther „Ring“ dirigieren wird – sondern daneben auch regionale Kräfte: So eröffnet etwa Frank Dupree mit einem romantischen Klavierabend die Reihe am 10. November; neben Schubert und Schumann spielt er unter anderem Musik von Luise Adolpha Le Beau (1850-1927), einer Pianistin und Komponisten, die wie Dupree aus Rastatt stammte.
„Von Zaren und Schelmen“ heißt es in der Vorweihnachtszeit am 10. Dezember (unter anderem mit der Suite „Das Märchen vom Zaren Saltan“ von Nikolaj Rimski-Korsakow), und dabei wird deutlich, dass bei bei allen drei Orchestern auch weiterhin russische Musik ihren Platz hat. In diesem Konzert spielt die junge Trompeterin Selina Ott das Konzert op. 94 von Mieczyslaw Weinberg, dazu das virtuose E-Dur-Konzert von Johann Nepomuk Hummel. Auch am 17. Dezember steht nochmals – wie häufiger in der Vorweihnachtszeit – die Trompete auf dem Programm. Simon Höfele, der ebenfalls mit der Region verbunden ist, da er bei Reinhold Friedrich studiert hat, spielt Haydns Es-Dur-Konzert. Geigerin Yi-Qiong Pan, Konzertmeisterin der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, ist mit der „Carmen-Fantasie“ von Franz Waxman, hauptsächlich bekannt als Filmkomponist, zu hören.
Am 21. Januar 2023 spielt der Pianist Alexander Krichel die „Burleske“ d-moll von Richard Strauss, am 11. Februar ist die russische Pianistin Anna Vinnitskaya mit Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2 zu erleben. Martin Stadtfeld gastiert am 10. März mit einem Klavierabend (unter anderem mit seinen eigens arrangierten Volks- und Wiegenliedern) im Konzerthaus Karlsruhe, und eine besondere Bedeutung hat in der derzeitigen politischen Situation zweifellos der Titel des abschließenden Abends am 26. Mai 2023: Er ist mit „Das große Tor von Kiew“ überschrieben und bietet unter anderem Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“.
Der Vorverkauf zu den „Karlsruher Meisterkonzerten“ hat begonnen; neben verschiedenen Ermäßigungen bietet die Reihe außerdem freien Eintritt für jeweils ein Kind (bis 16 Jahre) pro erwachsenem Konzertbesucher. Weitere Informationen gibt es unter www.karlsruhe-klassik.de

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Theater Heidelberg gibt neue Spielzeit bekannt

(red.) Die neue Saison des Theaters und Orchesters Heidelberg steht unter dem Motto „Wiedersehen und Widerstehen“. Dies gab das Theater Heidelberg nun bekannt. Dabei zeigen sich die Verantwortlichen "optimistisch und voller Vorfreude" und hoffen nach zwei Corona-Spielzeiten auf die Rückkehr von Normalität beim Theaterbesuch, heißt es in einer Mitteilung.
Vorverkaufsstart für die Veranstaltungen im September und Oktober 2022 sowie für das Barock-Fest „Winter in Schwetzingen“ ist der 15. Juli 2022.
Im Musiktheater ist mit „Les Contes d’Hoffmann“ von Jaques Offenbach und mit „Die Liebe zu den drei Orangen“ von Sergej Prokofjew wieder groß besetztes Musiktheater zu erleben. Mit Andrew Lloyd Webbers Erfolgsstück „Sunset Boulevard“ gibt es nach mehrjähriger Pause auch wieder ein abendfüllendes Musical. Wiederaufgenommen werden die Opern „Rusalka“ von Antonin Dvorak und Puccinis „Madama Butterfly“. Zudem sind drei drei Uraufführungen vorgesehen, die unter dem Arbeitstitel „Europäisches Archiv der Stimmen“ zusammengefasst sind.
Das Barock-Fest „Winter in Schwetzingen“ ist vom 3. Dezember 2022 bis 2. Februar 2023 im Rokokotheater des Schlosses zu erleben; weiterhin widmet sich das Festival der Wiederentdeckung deutscher Barockkomponisten und ihren Werken – wie etwa „Ulysses“ von Reinhard Keiser.
Das Konzertprogramm der Spielzeit 2022/23 setzt mit acht Philharmonischen Konzerten den Fokus auf Musik aus sämtlichen Epochen. Neben den etablierten Formaten – wie den Bachchor-Konzerten oder dem Silvester- und Neujahrskonzert in den verschiedenen Spielstätten in der Stadt – erwartet die Besucher die neue Reihe „Hingehört!“ mit Werkstattkonzerten im Orchestersaal. Auf dem Konzertprogramm in der neuen Saison steht unter anderem Bruckners Siebte in der Heiliggeistkirche, daneben Werke von Komponistinnen, und als Gastdirigenten werden unter anderem Christian Zacharias oder die estnische Dirigentin Anu Tali erwartet.

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Matthias Wiegandt zum neuen Rektor der Musikhochschule Karlsruhe gewählt

(red.) Der Musikwissenschaflter Matthias Wiegandt tritt zum Wintersemester 2022/23 die Nachfolge von Hartmut Höll als Rektor der Karlsruher Musikhochschule an. Höll leitete seit 2007 die Geschicke des Instituts; in die Ära des Pianisten und Liedbegleiters fallen unter anderem die Bauten des neuen Hochschul-Campus ("CampusOne") und die Einführung der "Karlsruher Rede" zu Semesterbeginn. 
Am gestrigen Mittwoch wurde Matthias Wiegandt von Senat und Hochschulrat „mit übergroßer Mehrheit“ gewählt, wie es in einer Mitteilung der Hochschule heißt.
Matthias Wiegandt wurde 1965 in Unna geboren. Zwischen 1985 und 1991 studierte er Musikwissenschaft, Neuere Deutsche Literaturgeschichte, Geschichte und Philosophie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Freiburg und verfasste seine Dissertation über die Symphonie zwischen 1850 und 1875. Sie erschien unter dem Titel „Vergessene Symphonik? Studien zu Joachim Raff, Carl Reinecke und zum Problem der Epigonalität in der Musik“.
2002 habilitierte er mit einer Arbeit zur „Musik im Kontext filmischen Erzählens“. Seit Beginn des Sommersemesters 2004 ist Matthias Wiegandt Professor am Institut für Musikinformatik und Musikwissenschaft der Hochschule für Musik Karlsruhe. Seine Arbeiten erkunden die Kompositions- und Interpretationsgeschichte der Musik des 19. bis 21. Jahrhunderts, außerdem die Themenfelder Filmmusik, Musikvermittlung, Musikkritik sowie die Wechselbeziehungen zwischen den Künsten. Dazu kommen Essays, Rundfunksendungen und CD-Booklet-Texte.
Matthias Wiegandt ist seit Oktober 2019 Prorektor für Lehre, Studien- und Prüfungsangelegenheiten an der Hochschule für Musik Karlsruhe und zugleich Vorsitzender des Promotions- und Prüfungsausschusses.

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Staatstheater Karlsruhe ist Gastgeber des Forums Dirigieren

(red.) Am Dienstag, den 17. Mai (ab 10 Uhr und ab 18 Uhr) sowie am 18. Mai (ab 10 Uhr) ist das Staatstheater Karlsruhe Gastgeber eines Kurses im Rahmen des Forums Dirigieren (vormals Dirigentenforum) in der Nancyhalle. Zuhörer sind dabei im Rahmen der verfügbaren Platzkapazitäten willkommen.
Es handelt sich hierbei um ein weltweit einmaliges Förderprogramm für junge Dirigentinnen und Dirigenten. Generalmusikdirektor Georg Fritzsch, Mitte der 90er Jahre einer der ersten Absolventen, ist heute Juror und Mentor: Seit 2003 leitet er in regelmäßigen Abständen den Kurs „Begleitendes Dirigieren“, der nun in Karlsruhe abgehalten wird. Auf dem Kursprogramm stehen die Konzerte für Violoncello und Orchester von Dvořák und Schumann, Solist ist Friedrich Thiele (Solocellist der Sächsischen Staatskapelle Dresden).
Einst wurde das Forum Dirigieren in der DDR entwickelt; heute wird es vom Deutschen Musikrat getragen. Es zeichnet sich für die Förderung so vieler verantwortlich, die inzwischen auf den großen Bühnen dieser Welt am Pult stehen: Unter anderem Marc Piollet, Gabriel Feltz, Francesco Angelico, Cornelius Meister, Oksana Lyniv, Lorenzo Viotti sowie Dominic Limburg, Daniele Squeo und Yura Yang.
In einem Auswahlverfahren werden von den zahlreichen Bewerbern einige wenige in das Programm aufgenommen. Zu diesem Programm gehören unter anderem Kurse mit deutschen Orchestern unter der Leitung unterschiedlicher Mentoren, Förderkonzerte, ferner die Aufnahme in die Liste der „Maestros von morgen“ für die erfolgreichsten Teilnehmer, schließlich finanzielle Unterstützung bei Engagements, nachdem das Förderprogramm absolviert wurde.
Für die Badische Staatskapelle ist es die erste Zusammenarbeit mit dem Forum Dirigieren.

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Staatstheater Karlsruhe: Die Spielzeit 2022/23 steht im Zeichen von Sanierung und Baulärm

Die kommende Spielzeit am Karlsruher Staatstheater wird anders als die bisherigen: Denn es ist eine Saison, die unter größeren Einschränkungen über die Bühne gehen muss. Diesmal allerdings sind sie nicht mehr vorwiegend der Pandemie geschuldet; vielmehr ergeben sich die Herausforderungen durch eine „Spielzeit mit Baulärm“, so Betriebsdirektorin Uta-Christine Deppermann auf der kürzlichen Presse-Konferenz.
Die Arbeiten sollen bereits im Sommer (nach der „Aida“-Premiere) beginnen. Ab diesem Zeitpunkt sind im Großen Haus dann monatelang tagsüber keine Proben mehr mehr möglich. Damit fällt auch die die erste Opernpremiere bereits in die Vorweihnachtszeit: Am 10. Dezember eröffnet die Sparte mit Richard Wagners „Fliegendem Holländer“.
Unter diesen Umständen ein „volles Abonnement“ anzubieten, wie Deppermann versprach - schließlich sei gerade unter den Abonnenten „das Vertrauten besonders“ hoch – das ist schwierig, zumal sich durch die Probensituation auch die Anzahl der Neuproduktionen reduziert. Dafür aber hat man gleich zwei ausgesprochene Repertoire-Klassiker im Angebot: Bizets „Carmen“ ist ab dem 21. Januar 2023 zu sehen, Puccinis „La Bohéme“ ab dem 24. Juni – letztere unter der Regie des Intendanten Ulrich Peters, der zudem dazu aufrief, dass man sich von den zahlreichen Krisen nicht in die „Unkultiviertheit hineinmanövrieren lassen“ dürfe.
Der Herbst beginnt zunächst mit Wiederaufnahmen – unter anderem mit Verdis „Aida“ (25. September) und „Salome“ von Richard Strauss (16. Oktober), außerdem Lehars „Lustiger Witwe“: Diese Produktion fiel noch in die Corona-Spielzeit 2020/21 und stand unter dem Eindruck von Schließung und reduziertem Platzangebot.
Endlich kommt in der kommenden Saison auch Alban Bergs „Wozzeck“ in der Inszenierung von Maxim Didenko heraus: Eigentlich schon für 2020 vorgesehen, wurde die Arbeit kurz vor der Premiere durch den Lockdown jäh ausgebremst. Ansonsten komplettiert - neben „Ottone“ im Februar bei den Händelfestspielen - die Märchenoper „Rusalka“ von Antonin Dvorak (Premiere am 13. Mai 2023) die neue Spielzeit.
Höhepunkte in der Sparte Ballett sind das große Handlungsballett „Giselle“ (ab dem 19. November), außerdem wird nun doch noch Bridget Breiners „Maria Stuart“ ab April 2023 zu erleben sein: Bereits drei Jahre zuvor hätte diese Uraufführung eigentlich die in der Oper begonnene Tudor-Trilogie komplettieren sollen. Originell und vielversprechend klingt auch der „Jazz“-Abend mit Ballett und Live-Band, bei dem Thomas Siffling die musikalische Leitung übernimmt.
Solisten bei den acht Sinfoniekonzerten sind unter anderem die Pianisten Rudolf Buchbinder und Claire Huangci mit Brahms und Liszt, dazu der Harfenist Xavier de Maistre mit dem Konzert Es-Dur von Reinhold Gliére. Generalmusikdirektor Georg Fritzsch dirigiert einen Strauss-Abend. (Weitere Informationen unter www.staatstheater.karlsruhe.de)

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"Presence": Neues Pfingst-Festival im Festspielhaus Baden-Baden startet am 28. Mai

„Presence“ - so heißen die Baden-Badener Pfingstfestspiele in der neuen Programmstruktur des Festspielhauses. Im Zentrum steht dabei das SWR Symphonieorchester; die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der baden-württembergischen Rundfunkorchester soll an dieser Stelle (in der Nachfolge der ehemaligen Herbert-von-Karajan-Pfingstfestspiele) ein neues Festival erhalten.
Der Name „Presence“ passt in vielerlei Hinsicht: Nach zweijähriger Corona-Pause zeigt man nun in Baden-Baden wieder „Präsenz“. Zudem steckt die Musik der Gegenwart tief in der DNA des SWR-Klangkörpers: Hier denkt man beispielsweise an die Verbundenheit mit dem Komponisten und Dirigenten Pierre Boulez, der in Baden-Baden lebte, oder an die zahlreichen Uraufführungen des ehemaligen SWF Sinfonieorchesters. Auch die Stadt Baden-Baden war immer wieder Schauplatz zeitgenössischer Musikfeste, und den Begriff des „Festspiels“ prägte einst Hector Berlioz im 19. Jahrhundert, der ebenfalls in Baden-Baden dirigierte.
In diese Musiktradition reihen sich nun die Pfingstfestspiele vom 28. Mai bis zum 6. Juni 2022. Die Vorfreude sei riesig; vor allem aber die „Dankbarkeit“, nach der Pause wieder spielen zu können, und die damit verbundene Demut, bekräftigten SWR-Intendant Kai Gniffke und Sabrina Haane (die neue Gesamtleiterin des SWR Symphonieorchesters) auf der gestrigen Pressekonferenz im Festspielhaus Baden-Baden.
Das Programm der Pfingstfestspiele wird von Komponisten geprägt, die zu ihrer Zeit jeweils als Wegbereiter der Moderne galten: Ludwig van Beethoven, Richard Wagner oder Gustav Mahler – seine siebte Sinfonie ist zur Eröffnung zu hören; dieses Konzert bestreitet Francois-Xavier Roth, bis zur Orchesterfusion war er Chef des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg. Er wird dieses Werk erstmals dirigieren.
Die Geigerin Patricia Kopatchinskaja ist dem SWR Symphonieorchester ebenfalls verbunden: Sie spielt unter anderem das Violinkonzert des Komponisten und Dirigenten Esa-Pekka Salonen, dem ein Schwerpunkt im Programm gewidmet ist. Es sei nicht nachzuvollziehen, so Sabrina Haane, weshalb der Finne im Konzertgeschehen nicht präsenter sei.
In einem Film- und Kammermusikprojekt ist Patricia Kopatchinskaja zudem mit der dadaistischen „Ursonate“ von Kurt Schwitters zu hören: 1932 wurde das Stück erstmals vom damaligen Reichsrundfunksender Stuttgart aufgenommen.
Ähnlich wie die Berliner Symphoniker möchten sich auch die Musiker des SWR Symphonieorchesters in der Stadt präsent zeigen. So bietet beispielsweise Ein Late-Night-Programm in Brenner' s Parkhotel einen Abend mit Jazzmusik. Das Format „Classic Mobil“ wiederum bringt Musik an Orte, an denen normalerweise an Konzerte nicht zu denken ist – etwa in Pflegeeinrichtungen. Auch das Thema „Partizipation“ nimmt einen gewissen Raum ein: Im Rahmen des Musikvermittlungsprogramms des SWR Symphonieorchesters können beispielsweise junge Menschen ihr ganz eigenes Konzertprojekt mit Musikerinnen und Musikern des SWR entwerfen. Die Workshops beginnen bereits am 11. Mai.
Daneben soll für Kinder im Grundschulalter eine Mitmach-Möglichkeit im neuen Festival entstehen.