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Schwarzwald Musikfestival startet am 20. Mai/ Sonderkonzert am 6. Mai

(red.) Am 20. Mai startet das Schwarzwald Musikfestival: Mit 15 Konzerten an 18 Tagen in 14 Spielorten ist das Festival über den gesamten Kulturraum Schwarzwald ausgedehnt und lädt zu Konzerten an verschiedensten Plätzen – vom prachtvollen Schlosssaal bis zur mittelalterlichen Kirche, vom modernen Konzertsaal bis hin zur Lagerhalle.
In diesem Jahr bietet das Festival ein Programm von Klassik über Jazz, Pop und Rock. Bei den drei Eröffnungskonzerten in Freudenstadt, Bad Wildbad und Grafenhausen-Rothaus wird der 2014 begonnene Beethovenzyklus fortgesetzt. Erstmals gibt es außerdem im Vorfeld des Festivals ein Sonder-Konzert in Deutschlands höchstem Konzertsaal, dem „TK Elevator Testturm" in Rottweil: nämlich am 6. Mai unter dem Motto „Hoch!Klassik“ mit Matthias Klink, dem Opernsänger des Jahres 2017.
Zu Gast beim Schwarzwald Musikfestival sind außerdem das Vokalensemble „Profeti della Quinta“ am 29. Mai in Ettlingen, Al Jones und seine Band am 31. Mai in Schramberg oder der Tenor Jay Alexander („Schön ist die Welt/Jay Alexander goes Symphonic“) am 4. Juni in Hinterzarten und am 5. Juni in Pforzheim.
Wiederholt zu Gast ist das gefeierte "Leo Betzl Trio" mit seinem einzigartigen Jazz-Techno-Sound am 1. Juni in Freudenstadt. Zum festlichen Abschluss der Festivalsaison 2022 gibt es am 6. Juni das traditionelle ARD-Preisträgerkonzert im Hotel Bareiss in Baiersbronn-Mitteltal.
Weitere Informationen zu den Veranstaltungen und Spielorten sowie zum Kartenverkauf gibt es unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Händel-Festspiele Karlsruhe: Vorverkauf für 2023 läuft

(red.) Der Vorverkauf für ausgewählte Stücke der kommenden Händel-Festspiele läuft: Karten für die Opern „Ottone, Re die Germania“ und „Hercules“ sowie das Händel-Galakonzert können laut einer Mitteilung des Badischen Staatstheaters im Webshop des Hauses, vor Ort im "K." oder telefonisch erworben werden.
Mehr noch als in der Vergangenheit sollen bei den Festspielen in den nächsten zwei Jahren auch Zeitgenossen von Georg Friedrich Händel vorgestellt werden. So hat das Publikum die Möglichkeit, Händel eingebettet in sein musikalisches Umfeld und damit eine ganze musikalische Epoche kennen zu lernen. Mit „Händel und seine Zeit“ sollen deshalb die 45. und 46. Händelfestspiele überschrieben werden.
Ein Wiedersehen gibt es ab dem 17. Februar 2023 unter anderem mit Max Emanuel Cencic; geplant ist zudem eine noch intensivere Zusammenarbeit mit den Händel-Festspielen in Halle, die mit einer Koproduktion von Händels Oratorium „La Resurrezione“ mit dem Händel-Festspielorchester Halle den Anfang macht. Das vollständige Programm der Internationalen Händel-Festspiele 2023 wird im Herbst 2022 in einer Sonderpublikation und auf der Website des Staatstheaters bekannt gegeben.

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Musikhochschule und Staatstheater fördern tiefe Frauenstimmen

(red.) Das Badische Staatstheater und die Karlsruher Musikhochschule haben eine Kooperation unter dem Namen „CONTRALTO“ vereinbart: Ziel ist die langfristige Förderung von tiefen Frauenstimmen im Opernbereich, heißt es in einer Mitteilung des Staatstheaters.
Initiiert wurde dieses Projekt von Anneliese Fried, einer Studentin der ersten Stunde an der Karlsruher Hochschule und späteren Professorin an der Berliner Hochschule „Hanns Eisler“. Die Kooperation sieht vor, einer Sängerin, die aktuell an der Karlsruher Musikhochschule die Master- oder Solistenausbildung absolviert, ein bis zu zweijähriges Stipendium mit Auftritten am Staatstheater zu ermöglichen. Die Sängerin erhält hierzu am Staatstheater einen Vertrag als Anfängerin in der Opernsparte.
Anneliese Fried, die laut eigener Äußerung die Bühnenpraxis als „wunderbare Ergänzung“ zu ihrem Studium empfand, wird das Projekt mit einer jährlichen Spende unterstützen. Laut Mitteilung ist die Kooperation auf zehn Jahre angelegt und soll September 2022 beginnen. Fried übernimmt zugleich den Vorsitz der Auswahlkommission, in der unter anderem Nicole Braunger, Operndirektorin des Staatstheaters, sowie der Generalmusikdirektor Georg Fritzsch vertreten sind.
Erste Stipendiatin ist Jasmin Etminan. Die 27-jährige Mezzosopranistin persisch-deutscher Abstammung studiert aktuell bei Christiane Libor und Stephan Klemm an der Hochschule für Musik in Karlsruhe. Anneliese Fried wird dabei der jungen Sängerin während dieses Prozesses beratend zur Seite stehen.
Das Stipendium enthält eine finanzielle Förderung sowie einen Vertrag mit dem Staatstheater Karlsruhe für bis zu zwei Spielzeiten. Die Ausschreibung wird jedes Jahr auf der Homepage der Hochschule für Musik Karlsruhe veröffentlicht. Bis zum 31. Januar können sich Studierende der Stimmlage Alt bewerben, die das 32. Lebensjahr noch nicht vollendet, sowie das vorletzte Semester ihrer Regelstudienzeit noch nicht abgeschlossen haben oder zu Beginn der Stipendienlaufzeit den Nachweis der Immatrikulation an der Karlsruher Musikhochschule erbringen können.

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Osterfestspiele 2023: Richard Strauss im Mittelpunkt

(red.) Am Ostermontag gehen die diesjährigen Osterfestspiele Baden-Baden zu Ende; beim Festival im kommenden Jahr widmen sich die Berliner Philharmoniker unter Chefdirigent Kirill Petrenko der Oper „Die Frau ohne Schatten“ von Richard Strauss - in einer Neuinszenierung von Lydia Steier. Dies gaben das Festspielhaus Baden-Baden und die Berliner Philharmoniker heute bekannt.
Das musikalische Wien nach 1900, der Jugendstil und das Spätwerk von Richard Strauss sollen dabei im Mittelpunkt der Festspiele stehen, ebenso sinfonische Werke von Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms und Gustav Mahler. Kontraste hierzu bildet beispielsweise das Oratorium „Il Trionfo del Tempo e del Disinganno“ von Georg Friedrich Händel.
Neben Kirill Petrenko gestalten die französischen Barock-Spezialistin Emmanuelle Haïm und Daniel Harding die Festspiele als Dirigenten. Petrenko wird neben der Oper ein Programm mit der achten Sinfonie von Ludwig van Beethoven sowie zweimal ein reines Strauss-Programm mit den ‚Vier letzten Liedern‘ und der sinfonischen Dichtung ‚Ein Heldenleben‘ dirigieren.
Zudem werden Mitglieder der Berliner Philharmoniker erneut ein umfangreiches Kammermusik-Programm anbieten.
Der öffentliche Vorverkauf für die Osterfestspiele 2023 beginnt am 2. Mai 2022. Bereits jetzt können Förderer und Mitglieder des Freundeskreises Festspielhaus Baden-Baden buchen. Im Webshop des Festspielhauses sind Wartelisten freigeschaltet.

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Sonderkonzert der Weingartner Musiktage am Wochenende zum 1. Mai: Vorverkauf hat begonnen

(red.) Im Rahmen der Gartentage der Firma „Roland Stärk Landschaftsbau“ in Weingarten gibt es im Gewächshaus am Wochenende des 30.04. und 1.05. jeweils ein Sonderkonzert der "Weingartner Musiktage": Geplant waren diese bereits für das 40-jährige Jubiläum im Jahr 2020.
Am Samstagabend, 30. April um 20 Uhr, sind „Sistergold“ zu Gast: Vier Frauen, die schon 2019 beim Konzert in Weingarten mit ihren Saxophonklängen begeisterten. Das siebenköpfige Ensemble „Federspiel“ war unter anderem 2014 in Weingarten. Jetzt präsentiert es am Sonntag, 1. Mai, um 10.30 Uhr sein aktuelles Programm "Albedo" - Blasmusik voller Kreativität, Spontaneität und Spielwitz.
Tickets gibt es bei der Buchhandlung Wolf in Weingarten (Eingang Schillerstraße, ehemals Bücherwurm), sowie bei deren Filialen in Bruchsal und Oberderdingen. Ebenfalls sind Karten beim Musikhaus Schlaile (Karlsruhe) erhältlich, sowie bei allen Reservix-Verkaufsstellen und Online über den Ticket-Link auf der Webseite der Weingartner Musiktage.
Der Veranstalter weist darauf hin, dass die aktuelle Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg gilt, aber die Besucher beim Einlass und auf dem Weg zum und vom Sitzplatz eine FFP2-Mund-Nasen-Maske tragen müssen. Am Sitzplatz ist das Tragen freiwillig.

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Semester-Eröffnung an der Musikhochschule/ Karlsruher Rede: Holger Noltze stellt Fragen zu Europa

Bereits die Corona-Pandemie hatte den Hochschul-Betrieb vor erhebliche Herausforderungen gestellt (Rektor Hartmut Höll sprach gar von „verlorener Lebenszeit“) – nun erschüttert mit dem brutalen Krieg gegen die Ukraine eine neue Katastrophe die europäischen Staaten. Auch die Hochschule ist davon betroffen, und so wandte sich Hartmut Höll gleich in seinen ersten Begrüßungsworten mit einem besonders herzlichen Willkommen an sechs junge Frauen, die aus dem Kriegsgebiet geflüchtet sind und nun an der Karlsruher Musikhochschule aufgenommen wurden. Bei Gastfamilien fanden sie Unterkunft, von den Hochschullehrern werden sie zum Teil mit zusätzlichen Stunden unterrichtet; Unterstützung erhalten sie unter anderem durch den Freundeskreis der Hochschule. Insgesamt habe es eine „überwältigende Hilfsbereitschaft“ gegeben, so Hartmut Höll.
Es ist zugleich sein letztes Semester als Rektor: Am dem 8. Oktober wird er aus dem Amt scheiden; am 11. Mai soll sein Nachfolger gewählt werden. Der Hochschule aber wird Höll nach wie vor lehrend verbunden bleiben.
Das Thema Krieg und die Rolle Europas durchzog die gesamte Akademische Feier (im Rahmen derer wie gewohnt auch die Absolventen verabschiedet wurden): AStA-Vertreter Valentin von Paschotka-Lipinski verwies darauf in seiner Ansprache – ebenso wie auf die Klimakrise, die man aber glücklicherweise selbst beeinflussen könne. Die Vorsitzende des Hochschulrats, Evelyn Meining, betonte die Wichtigkeit der Kunstausübung als „Ausdruck von Freiheit“.
So durfte man auch vom Thema der Karlsruher Rede „Zur Besinnung kommen. Die Lage, Musik, Europa“ einiges erwarten. Diese Rede steht traditionell im Zentrum der Akademischen Feier zur Semestereröffnung; zu Gast war diesmal der Kulturjournalist Holger Noltze, der eine Professur für Musik und Medien/ Musikjournalismus an der Universität Dortmund innehat.
Diese Rede blieb allerdings deutlich hinter den Erwartungen zurück. Zwar streifte er - in kunstvoll ausgeschmückten Sätzen – wichtige und aktuelle Themen wie etwa die „Müdigkeit und Trägheit Europas“, er griff dabei den Erfolg autokratischer Gesellschaftsmodelle auf und die Tatsache, dass Kunst etwa in China als als „Teil einer Leistungsschau“ gesehen werde. Kunst, so resümierte Noltze, dürfe allerdings nie ein „Mittel zu irgendetwas“ sein. Auch die Frage nach dem „Unwägbaren“ müsse darin Platz finden. Zugleich betonte Noltze, dass Musiker nicht nur Verantwortung für die Ausbildung ihrer Fähigkeiten trügen, sondern sich zudem auch kulturpolitisch engagieren sollten.
In der Hauptsache warf die „Karlsruher Rede“ jedoch nur Fragen auf – immerhin, sie lieferte wichtige Denkanstöße - blieb aber ansonsten an der Oberfläche. Konkrete, tiefer gehende Ausführungen und Argumente, Struktur und Zusammenhänge vermisste man leider. Interessant und lohnenswert war vor allem der Verweis auf den Kunsthistoriker Jacob Burkhardt („Die Cultur der Renaissance in Italien“), der die europäische Idee mit dem Klang eines Glockengeläuts verglich. Die hohe Schönheit ergebe sich erst aus dem Zusammenwirken des Verschiedenen, auch wenn das Verschiedene bei näherer Betrachtung Reibung und Dissonanz bedeuten könne: „Nicht Einheit, sondern Diversität“ sei das Gebot.
Studierende und Dozenten umrahmten die Feier traditionell mit einem vielgestaltigen Programm – vom Musizieren im Ensemble (etwa mit Werken von Francois Couperin und Giovanni Gabrieli), bis hin zu ansprechenden Solo-Vorträgen mit der Schlagzeugerin Leonie Klein oder dem Pianisten Matteo Weber, der in der „Danse infernale“ aus Strawinskys „Feuervogel“ das Thema der Karlsruher Rede atmosphärisch aufgriff; expressiv auch der Vortrag des Tenors Zhuohan Sun und der Pianistin Yuriko Watanabe mit zwei Liedern von Hugo Wolf.

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Vocalensemble Rastatt: Öffentliche Generalprobe als Benefiz-Aktion

Das Vocalensemble Rastatt bereitet sich unter der Leitung von Holger Speck derzeit auf einen Konzertabend beim "Heidelberger Frühling" vor und möchte diese Gelegenheit zu einer öffentlichen Generalprobe samt Spenden-Aktion nutzen: Am Mittwoch, den 30. März sind ab 18.30 Uhr in der Christuskirche Karlsruhe zwei Motetten von Johann Sebastian Bach ("Komm, Jesu, komm" und "Singet dem Herrn ein neues Lied") zu hören. Die Spenden dieses Abends gehen über die Aktion „Deutschland hilft“ an die Ukraine.

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Osterfestspiele Baden-Baden: Festival Lounge als ein Schwerpunkt

(red.) Neben dem musikalischen Programm liegt bei den Osterfestspielen in Baden-Baden ebenso ein Schwerpunkt auf der „Festival Lounge“ als Treffpunkt für den kulturellen Austausch: Das Kurhaus werde ein dabei „wichtiges zweites Zentrum“, teilte das Festspielhaus Baden-Baden mit.
In der stilvollen Bel Étage des Kurhauses ist die Festival Lounge vom 9. bis 18. April in der Zeit von 10 bis 18 Uhr geöffnet (am Eröffnungstag, am 9. April, ab 14.30 Uhr). Neben Speisen und Getränken gibt es Informationen, eine Ausstellung und dazu ein Begleitprogramm.
An Vorstellungstagen können Interessierte dort ab 11 Uhr Vorträge zur Veranstaltung des jeweiligen Abends besuchen; begleitend zur Oper „Pique Dame“ ist eine multimediale Ausstellung unter dem Motto „Liebe. Sucht. Glück“ zu sehen. Für dieses Kooperationsprojekt der Berliner Philharmoniker und des Festspielhauses Baden-Baden in Zusammenarbeit mit der START-Stiftung haben sich 60 Jugendliche künstlerisch mit der Oper „Pique Dame“ auseinandergesetzt; sie präsentieren Fotos, Videos und Slam-Texte.
Am Montag, den 11. April lädt die Lounge ab 15 Uhr erstmals zum „Baden-Badener Salon“ mit dem Philosophen Peter Sloterdijk zum Thema: „Rettet die Oper! Über die Unmöglichkeit im Jetzt“. Dabei beleuchten Künstler, Journalisten und Wissenschaftler ein zentrales Thema der Festspiele im Dialog mit dem Publikum. Das neue Format folgt der Erinnerung an eine Zeit, als in Baden-Baden fast täglich in die Salons der Hotels und Privatvillen geladen wurde, wenn sich im Sommer dort Gäste aus ganz Europa einfanden.
Weitere Veranstaltungen der Festival Lounge sind beispielsweise Diskussionen mit jungen Menschen aus den Bereichen Inklusion, Integration und Diversität. Darüber hinaus geht man der Frage nach, ob man sich in diese Welt angesichts solcher Probleme wie Klimawandel, Pandemie und Autokratie „noch verlieben“ kann. Das detaillierte Programm der Lounge gibt es unter www.osterfestspiele.de

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Staatstheater Karlsruhe: Neues Leitungsmodell mit Dreier-Gremium

(red.) Das Badische Staatstheater Karlsruhe bekommt ein neues Leitungsmodell: Der Verwaltungsrat hat sich am Mittwoch für ein kollektives Dreier-Gremium ausgesprochen, das ab 2024 das Haus leiten soll; die Generalintendanz wird dagegen abgeschafft. Dies teilte das Kunstministerium Baden-Württemberg heute in einer Presseerklärung mit.
Eine solche Dreierspitze gibt es zum jetzigen Zeitpunkt bereits – mit dem Intendanten Ulrich Peters, dem geschäftsführenden Direktor Johannes Graf-Hauber und der künstlerischen Betriebsdirektorin Uta-Christine Deppermann.
Die Strukturkommission unter der Leitung von Staatssekretärin Petra Olschowski und Bürgermeister Albert Käuflein habe in umfangreichen Anhörungen mehrere Varianten geprüft und dem Verwaltungsrat das neue Leitungsmodell empfohlen, heißt es weiter. Für die Zeit ab 2024 werde jetzt eine Persönlichkeit gesucht, die als Teil des kollektiven Dreier-Gremiums die künstlerische Verantwortung übernimmt.
Die Entscheidung des Verwaltungsrates sei „ein Meilenstein für eine neue kollegiale Kultur des Miteinanders“, wird die Vorsitzende des Verwaltungsrats, Kunstministerin Theresia Bauer zitiert. Nach der Krise des Jahres 2020 und den anschließenden Diskussionen den Führungsstil Peter Spuhlers, die zur Entlassung des damaligen Generalintendanten führten, wurde in Karlsruhe an einer neuen Struktur gearbeitet. Dabei geriet generell auch das Intendantenmodell in die Kritik, das einen Machtmissbrauch offensichtlich begünstigt hat – auch an anderen Häusern.
Es habe seit Frühjahr 2021 „intensive Beratungen“ innerhalb der Kommission und „zahlreiche Anhörungen auf allen Ebenen der Belegschaft“ gegeben, heißt es außerdem in der Mitteilung. Künftig sollen auch die Spartenleiterinnen und Spartenleiter sowie die Generalmusikdirektorin oder der Generalmusikdirektor in die Spielplangestaltung eingebunden werden. Dabei soll es klare und transparente Zuständigkeitsregelungen für die Spartenleitungen geben. Überdies ist der wertebasierte Verhaltenskodex des Deutschen Bühnenvereins Grundlage für die Führungskultur.
Für die Suche einer künstlerischen Leitung für das Staatstheater ab der Spielzeit 2024/25 hat der Verwaltungsrat am Mittwoch eine Findungskommission eingesetzt. Ehrgeiziges Ziel sei es, in einer Sondersitzung schon nach der Sommerpause 2022 eine Entscheidung zu fällen. Geleitet wird die Findungskommission von Staatssekretärin Petra Olschowski und Bürgermeister Albert Käuflein als ihrem Stellvertreter. Fachlich beraten wird die Komission zudem von Jens-Daniel Herzog, Intendant des Staatstheaters Nürnberg und Sonja Anders, Geschäftsführerin des Niedersächsischen Staatstheaters Hannover und Schauspielintendantin. Eine Vertretung des Personalrats wird in die Findung der Intendanz einbezogen.

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Osterfestspiele Baden-Baden: Mit russischem Programm im Zeichen des Friedens

„Ich freue mich, aus einem angeregten Probenbetrieb berichten zu können“, ließ Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa gleich zu Beginn der Video-Pressekonferenz wissen. Ostern 2022 – das bedeutet in Baden-Baden die „Renaissance“ der Festspiele nach zweijähriger Pause aufgrund der Corona-Pandemie. Doch in diesem Jahr steht das Festival zusätzlich unter dem Zeichen den Ukraine-Kriegs. Es war der Wunsch von Kirill Petrenko, dem Chef der Berliner Philharmoniker, in Baden-Baden ein russisches Programm zu präsentieren - mit Tschaikowskys Oper „Pique Dame“ im Mittelpunkt. Nun zeigt sich, dass diese Planung in vielerlei Hinsicht vorausschauend gewesen ist. Was in Baden-Baden aufgeführt wird, soll „ein Signal an die Welt“ sein, so Benedikt Stampa, „denn Kultur kann man immer nur global und zwischenmenschlich betrachten“. Gerade der Kurstadt an der Oos kommt hier als einstige „Sommerhauptstadt Europas“ ohnehin eine besondere Rolle zu. Diesen Reichtum künftig ins Bewusstsein zu rufen, ist Stampa zudem ein Anliegen. In diesem Zeichen steht beispielsweise auch das Konzert am 13. April, das ursprünglich mit Anna Netrebko geplant war: Jetzt wird daraus ein Sängerfest mit internationalen Künstlern als ein Zeichen für „Frieden, Völkerverständigung und Humanität“.
Positiv sei auch die Stimmung unter den Mitwirkenden, erzählt Kirill Petrenko. Im Ensemble arbeiten Künstlerinnen und Künstler aus Russland, Armenien oder Frankreich. Allerdings bringt der Krieg nun neue Herausforderungen mit sich. Eine Künstlerin, so berichtet Benedikt Stampa, muss auf einem Umweg nach Baden-Baden anreisen: von Moskau über Taschkent nach Frankfurt.
Indessen herrscht bei Kirill Petrenko, der in Baden-Baden sein Operndebüt gibt, „Vorfreude pur“ über die Tatsache, nun endlich auch szenisch arbeiten zu können. Im vergangenen Herbst war Tschaikowskys „Mazeppa“ in Baden-Baden immerhin konzertant zu erleben; die Oper „Fidelio“ jedoch wurde durch den ersten Corona-Lockdown 2020 jäh ausgebremst. Jedoch macht man sich in Berlin angesichts des Krieges „jeden Tag Gedanken, ob man alltäglich planen, ob man weitermachen kann“, erzählt Andrea Zietzschmann, die Intendantin der Berliner Philharmoniker. Allerdings habe man festgestellt, dass die Konzerte in diesem Tagen „wie eine Insel“ seien – um Gemeinschaft zu haben, um Schönes zu erleben. Darüber hinaus stehen die diesjährigen Osterfestspiele ganz im Zeichen der Hilfe für die Ukraine. „Proaktiv“ wolle man um Spenden werben (für die Ukraine-Nothilfe der UNO-Flüchtlingshilfe); Kirill Petrenko machte bereits den Anfang mit einer privaten Spende von 100 000 Euro als „Initialzündung“.
Der gebürtige Russe kritisierte aber auch, dass viele russische Werke derzeit von den Bühnen verbannt würden, dass Künstlerinnen und Künstler zudem unter einer Art Generalverdacht stünden und beispielsweise von Wettbewerben ausgeschlossen würden. „Wenn wir die Künstler nur aufgrund ihrer Nationalität für Putins Greueltaten verantwortlich machen, dann gleichen wir der anderen Seite“.
Die Regie zur Oper „Pique Dame“ obliegt Moshe Leiser und Patrice Caurier. Wichtig ist den Regisseuren, dass Musik und Theater eine Art „Liebesbeziehung“ eingehen: Was die Darsteller singen, das müsse man sehen können; man müsse die „gebrochene Seele“ eines Menschen zeigen und der Frage nachgehen, wie jemand zum Mörder werden kann. Ein Schwerpunkt des Festivals liegt diesmal auf so genannten „partizipativen“ Veranstaltungen: So gibt es beispielsweise erstmals einen Baden-Badener Salon mit dem Philosophen Peter Sloterdijk und aktuellen Themen. Dafür entfallen jedoch die Kinderoper und die traditionelle Kammeroper mit jungen Künstlern.
Das Programm der Osterfestspiele (vom 9. bis 18. April) gibt es unter www.festspielhaus.de