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Hemingway Lounge Karlsruhe bietet spezielles Online-Programm

(red.) Auch die Karlsruher Hemingway Lounge geht online: Unter dem Motto „Sweet Home Lounge" hat der Träger-Verein „KlangKunst in der Hemingway Lounge“ mit etablierten und jungen Künstlern gemeinsam ein spezielles Programm erarbeitet, um die Verbindung zu den Fans des Karlsruher Musiklokals mit seiner besonderen Atmosphäre auch in Corona-Zeiten zu stärken. Die „Sweet Home Lounge“ bietet deshalb ein Programm aus Jazzkonzerten, Klassik und Talkrunden, die von Mitte Februar an bis Ende März an jedem Freitagabend um 20 Uhr ausgestrahlt werden, und zwar über den gleichnamigen YouTube –Kanal "Jazz & more - KlangKunst in der Hemingway Lounge". Am 12. Februar startet das Programm mit einem Gespräch zwischen Ullrich Eidenmüller und dem Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup.
Die Veranstaltungen werden vorher aufgezeichnet; eine Premiere ist die neue Reihe des Karlsruher Saxophonisten Peter Lehel - „Lehel Jazz Corner“. Diese Reihe hatte man schon 2020 im Programm vorgesehen, allerdings ohne Auftrittsmöglichkeit. Zu den Profis des Jazz gesellen sich außerdem junge Künstler, die ansonsten im traditionellen „Jazz Market“ am Samstag-Vormittag auftreten würden, ebenso Musikerinnen und Musiker der Donnerstagsreihe „BarJazz live“. Den Bereich „Klassik“ übernimmt die Mezzosopranistin Felicitas Brunke mit ihrem Ensemble. Der entsprechende Link zu den Konzerten wird über die Website www.hemingwaylounge.de und auf Facebook bekannt gegeben; somit sind die Konzerte in der Atmosphäre der Hemingway Lounge auch vom heimischen Wohnzimmer aus zu genießen.

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Philharmonie Baden-Baden bietet Raritäten online

(red.) Viele Veranstalter und Orchester nutzen derzeit die Corona-Zwangspause dazu, mit Hilfe von Videoaufzeichnungen auch weiterhin mit dem Publikum in Kontakt zu bleiben. Das tut beispielsweise auch die Philharmonie Baden-Baden: „So soll den vielen Freunden des Orchesters die Möglichkeit gegeben werden, die lange vermisste Konzertatmosphäre im alten Konzertsaal Baden-Badens wenigstens virtuell zu genießen“, heißt es in einer Mitteilung. Einige kurze Stücke des bulgarischen Komponisten Pantscho Vladigerov wurden dazu ausgewählt und auf der Website eingestellt: Seine Werke waren zu Wilhelm Furtwänglers Zeiten regelmäßig auf den Spielplänen der europäischen Orchester zu finden; schon der junge Herbert von Karajan führte im Jahr 1926 das erste Klavierkonzert des bulgarischen Tonschöpfers auf. Die letzten Jahre haben das reichhaltige Oeuvre des Komponisten jedoch aus dem Fokus der Welt verschwinden lassen. Chefdirigent Pavel Baleff hat einige Werke aus seiner bulgarischen Heimat mitgebracht; er freue sich nun „gemeinsam mit seinen Musikern, dass einige Miniaturen aus der Suite „Klassisch und romantisch“ durch das Video wieder einer breiteren Öffentlichkeit zugängig gemacht werden können“. Die Einspielung findet sich unter www.philharmonie.baden-baden.de.

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Festspielhaus Baden-Baden: Ernst-Moritz Lipp bleibt Vorsitzender der Kulturstiftung/ mehr als sechs Millionen Euro an privater Unterstützung

(red.) Professor Ernst-Moritz Lipp bleibt fünf weitere Jahre Vorsitzender des Stiftungsvorstands der Kulturstiftung Festspielhaus Baden-Baden. Der Stiftungsrat wählte den Baden-Badener Unternehmer und Volkswirt zweiten Mal in diese Position, teilte das Haus gestern mit. Lipp steht gemeinsam mit seinem Stellvertreter Thorsten Klapproth sowie dem Vorsitzenden des Stiftungsrats, Professor Horst Weitzmann und dessen Stellvertreter Richard Kriegbaum, an der Spitze der privaten Stiftung. Der Stiftungsvorstand beaufsichtigt und berät die Festspielhaus und Festspiele gGmbH und beruft sowohl die Geschäftsführung als auch den Intendanten.
Ernst-Moritz Lipp dankte allen Stifterinnen und Stiftern für „die große Unterstützung der Festspielhaus-Idee in den vergangenen Jahren und insbesondere für Ihre Treue und tatkräftige Hilfe in der aktuellen Corona-Krise.“ Im laufenden Jahr, so erläuterte der Stiftungsvorstand, fehlen der Festspielhaus gGmbH mehr als 80 Prozent ihrer Umsätze. Ausfallen mussten unter anderem die Osterfestspiele mit den Berliner Philharmonikern, die Pfingst- und Sommerfestspiele sowie das Weihnachtsprogramm inklusive dem großen jährlichen Gastspiel des Mariinsky Balletts aus St. Petersburg. „Dank der gewährten Strukturhilfe des Landes Baden-Württemberg und den vielen privaten Spenden sowie der Unterstützung durch den Freundeskreis Festspielhaus konnten wir für 2020 das Schlimmste abwenden,“ beschreibt Lipp die aktuelle wirtschaftliche Situation des Hauses. „Nun müssen wir uns auf das Wirtschaftsjahr 2021 konzentrieren, in dem einige Probleme erst mit zeitlicher Verzögerung auftreten werden.“
Die Besucherinnen und Besuchern des Festspielhauses Baden-Baden hatten zum Teil ihre Eintrittskarten in der Corona-Pandemie gespendet; auf diese Weise kamen mehr als 500.000 Euro an Unterstützung zusammen. Stifter, Förderer und Freundeskreis brachten über sechs Millionen Euro auf, obwohl das Programm Mitte März 2020 eingestellt und nur kurz im Frühherbst wiederaufgenommen werden konnte.
Mitte des Jahres 2020 war die Immobilie Festspielhaus Baden-Baden, wie bereits 1998 angedacht, von der Stadt Baden-Baden übernommen worden. In diesem Zusammenhang dankten die Stifterinnen und Stifter dem Gemeinderat und der Oberbürgermeisterin Margret Mergen für die vertrauensvolle Zusammenarbeit: „Das privat-öffentliche Finanzierungsmodell des Festspielhauses Baden-Baden hat uns bisher durch diese Krise getragen. Ich bitte alle Beteiligten, dass dies auch 2021 so sein möge“, sagte Ernst-Moritz Lipp.
Intendant Benedikt Stampa nannte die Kulturstiftung einen „Fels in der Brandung“: „Ich kenne kein vergleichbares Haus, das eine solch treue Unterstützer-Familie hinter sich hat. Die Stiftung wird uns helfen, sobald es geht, wieder ein festspielwürdiges Programm anbieten zu können. Mit Hilfe von Land, Stadt und Stiftung kommen wir stärker zurück, als wir im März 2020 von der Bühne gegangen sind.“ Die private Kulturstiftung Festspielhaus Baden-Baden wurde im Jahr 2000 gegründet. Stifterinnen und Stifter brachten seitdem über 60 Millionen Euro für das Programm des Festspielhauses und der Festspiele auf. Aktuell werden 32 Namen von Stifterinnen und Stiftern geführt. Neustifter geben eine Millionen Euro in das Stiftungskapital und unterstützen das Haus laufend mit namhaften Jahresspenden. Die Festspiele und das Festspielhaus bringen der Stadt Baden-Baden und der Region unter normalen Voraussetzungen einen jährlichen Kaufkraftzufluss von rund 60 Millionen Euro.

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Staatsoper Stuttgart mit Online-Spielplan durch den Lockdown

(red.) Die Staatsoper Stuttgart bleibt auch im verlängerten Lockdown zumindest virtuell mit ihrem Publikum verbunden und hat einen entsprechenden Online-Spielplan aufgestellt: Als kostenlose On-Demand-Streams sind zunächst die Produktionen „Cavalleria rusticana / Luci mie traditrici“ in der Regie von Barbara Frey vom Oktober 2020 zu sehen. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Cornelius Meister. Der erste Teil des Doppelabends, Pietro Mascagnis „Cavalleria rusticana“, steht noch bis zum 04.12. on demand zur Verfügung. In den Hauptrollen sind Eva-Maria Westbroek als Santuzza und Arnold Rutkowski als Turiddu zu erleben. Zu hören ist eine eigens für diese Aufführung angefertigte Fassung für Kammerorchester von Sebastian Schwab.
Die zweite Hälfte des Doppelabends ist von Freitag, 04.12. bis 11.12. online abrufbar: Es handelt sich um Salvatore Sciarrinos 1998 uraufgeführte Kammeroper „Luci mie traditrici“ in der Originalfassung. Es singen Rachael Wilson, Christian Miedl, Ida Ränzlöv und Elmar Gilbertsson.
Die Semi-Oper „The Fairy Queen“ von Henry Purcell ist eine Koproduktion mit dem Schauspiel Stuttgart aus dem Jahr 2016; Regie führt Calixto Bieito, die musikalische Leitung liegt in den Händen des Barockexperten Christian Curnyn. Dieser Stream steht vom 11.12. bis 27.12. zur Verfügung. Von 18.12. bis 25.12. ist Hans Neuenfels‘ Inszenierung von Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ aus dem Jahr 1998 erstmals kostenlos online verfügbar. Es singen u.a. Catherina Naglestad (Konstanze), Kate Ladner (Blonde) und Ks. Matthias Klink (Belmonte). Am Pult des Staatsorchesters steht Lothar Zagrosek, der von 1997 bis 2006 Generalmusikdirektor an der Stuttgarter Staatsoper war.
Erstmals gibt es am Montag, den 07.12.2020 um 20 Uhr außerdem einen Livestream des Staatsorchesters Stuttgart aus der Liederhalle. Auf dem Programm stehen Werke von Javier Álvarez, Igor Strawinsky, Wolfgang Amadeus Mozart und Alberto Ginastera. Den Solopart in Mozarts Klavierkonzert Nr. 23 übernimmt Elisabeth Brauß. Mit dem Livestream ruft das Staatsorchester Stuttgart zur Unterstützung der KünstlerInnen-Soforthilfe Stuttgart auf. Die Initiative unterstützt Künstler und Kulturarbeiter im Raum Stuttgart, die aufgrund der Pandemie-Krise in Not geraten sind.
Das Internationale Opernstudio, das in diesem Jahr sein 10-jähriges Bestehen feiert, beschließt das Jahr mit einem musikalischen Adventskalender. In kurzen Videoclips und schriftlichen Beiträgen nehmen die jungen Nachwuchssänger das Publikum mit auf Reisen in ihre Herkunftsländer Belgien, Spanien oder Kuba.

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Evangelische Stadtkirche lädt zur Musik im Advent

(red.) Auch die Evangelische Stadtkirche Karlsruhe bietet adventliche Musik innerhalb ihrer Sonntags-Gottesdienste (ab 10.30 Uhr) und an den Adventssonntagen in nachmittäglichen Andachten: Am Sonntag, den 6. Dezember ist innerhalb des Gottesdienstes der Handglockenchor Karlsruhe unter der Leitung von Sylvia Hellstern zu hören; um 17 Uhr lädt die Stadtkirche zu Adventskantaten von Dietrich Buxtehude („Wie soll ich dich empfangen“ und „Kommst du, Licht der Heiden“). Es singen Lisa Wittig und Mariann Grießhaber, Sopran, sowie Florian Hartmann, Bass. Dazu musizieren Mitglieder der Camerata 2000. Die Liturgie liegt beim ehemaligen Landesbischof Klaus Engelhardt.
Den Gottesdienst am 13. Dezember gestaltet der Männerchor von Cantus Juvenum, ab 17 Uhr singt der CoroPiccolo Advents- und Weihnachtslieder. Am Samstag, den 19. Dezember laden Christian-Markus Raiser (Orgel) und Pfarrerin Claudia Rauch ab 19 Uhr zu einer Andacht mit Musik und Worten zum Advent. Am Sonntag, den 20. Dezember ist innerhalb des Gottesdienstes die Bach-Kantate „Nun komm, der Heiden Heiland“ zu hören; ab 16 Uhr singen Knaben- und Männerchor von Cantus Juvenum festliche Adventsmusik.

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Karlsruher Kirchen laden zu musikalischen Gottesdiensten und Andachten

Die Zeit um den Ewigkeitssonntag, der das evangelische Kirchenjahr beschließt, und die anschließende Adventszeit - das ist eine Zeit der inneren Einkehr und der Vorbereitung auf Weihnachten. Hierbei spielt normalerweise auch die Musik eine wesentliche Rolle. Da Konzerte in diesem Jahr jedoch nicht möglich sind, gehen die Kirchen andere Wege: Um die innere Vorbereitung in der Kirche dennoch zu ermöglichen, laden beispielsweise die Pfarrerinnen der Christuskirche, Gabriele Hug und Susanne Labsch, gemeinsam mit Kantor Peter Gortner an allen Adventssonntagen vormittags zu Gottesdiensten mit adventlicher Musik und abends zu einer musikalischen Andacht an unter dem Motto „Wo bleibst du Trost der ganzen Welt?“
Es ist dem Adventslied „O Heiland reiß die Himmel auf“ entnommen, und so sollen die Abendandachten jeweils um 18 Uhr für etwa eine halbe Stunde Besinnung und seelische Erbauung bieten. Die Andachten beginnen am Abend des Ewigkeitssonntages, dem 22. November, mit der Sopranistin Angelika Lenter, dem Preisträger des Karlsruher Händelwettbewerbs, Nils Wanderer (Countertenor) und einem Streichquartett.
Sämtliche Einnahmen der Abendandachten kommen dem Corona-Hilfsfonds für freischaffende Musikerinnen und Musiker der Christuskirche zu Gute.
Auch in den morgendlichen Gottesdiensten (10 Uhr) gibt es Musik: Am Sonntag, den 22. November ist die Kantate „Nach dir, Herr, verlanget mich“ von Johann Sebastian Bach zu hören. Es musizieren Lisa Stöhr, dazu der Kammerchor und die Kantatensolisten der Christuskirche. Der Gottesdienst zum ersten Advent steht unter dem Motto „Bereite dich Zion“. Hierbei gibt es Werke von Johann Sebastian Bach; es musiziert der Nachwuchschor Mädchen der Singschule Cantus Juvenum.
In der Lutherkirche ist am Sonntag, den 22. November um 10 Uhr die Kantate „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ (Actus Tragicus) zu hören, das Werk wird allerdings nur teilweise, ohne Chor, musiziert. Solisten sind Sandra Stahlheber (Alt), Max Friedrich Schäffer (Tenor), Lucian Eller (Bass), die Leitung hat Dorothea Lehmann-Horsch.
Am Samstag, den 28. November lädt die Stadtkirche Durlach ab 12 Uhr zu einer musikalischen Mittagsandacht. Mitglieder der Kantorei und der Kammerphilharmonie Karlsruhe musizieren „Kommst du, Licht der Heiden“ von Dietrich Buxtehude.

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Generalintendant Peter Spuhler soll das Staatstheater verlassen/ Stadt und Land empfehlen vorzeitige Vertragsauflösung

Nachdem sich seit Juli die Führungskrise am Badischen Staatstheater immer mehr zugespitzt hatte und zuletzt der Druck auf die Verantwortlichen in der Politik wuchs, haben Kunstministerin Theresia Bauer (Grüne) und Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) nun reagiert: In einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung heißt es, man werde „nach zahlreichen Gesprächen am Badischen Staatstheater“ dem Verwaltungsrat in seiner nächsten Sitzung am 30. November empfehlen, den Vertrag mit Generalintendant Peter Spuhler über eine dritte Amtszeit für den Zeitraum vom 1. September 2021 bis 31. August 2026 aufzulösen. Erst 2019 war der Vertrag vorzeitig verlängert worden.
Generalintendant Peter Spuhler, so heißt es in der Mitteilung weiter, habe dazu „seine grundsätzliche Bereitschaft“ erklärt. Land und Stadt als Träger würden den Verwaltungsrat „um Zustimmung bitten, die Bedingungen für eine solche Auflösung im Einvernehmen mit Peter Spuhler zu klären“. Die im Juli im Verwaltungsrat beschlossenen Maßnahmen zur Bewältigung der Krise sollen jedoch weiterhin „konsequent umgesetzt“ werden: Dem Verwaltungsrat werde in seiner Sitzung ein „Verfahrensvorschlag zur Überprüfung und Verbesserung der Führungs- und Entscheidungsstrukturen vorgelegt“.
Peter Spuhler war aufgrund seines „autoritären Führungsstils“ und seines „Kontrollzwangs“ in die Schlagzeilen geraten, zuletzt wurden zudem Vorwürfe der sexuellen Belästigungen seitens eines Spartenleiters bekannt. Nachdem bereits Ende des vergangenen Jahres die Nachricht die Runde machte, Operndirektorin Nicole Braunger wolle nach nur einer Spielzeit das Haus wieder verlassen, zog der plötzliche Weggang der beiden Dramaturgen Boris Kehrmann und Deborah Maier schließlich weitere Kreise. Ehemalige Mitarbeiter hatten sich daraufhin zu Wort gemeldet, sie sprachen von einem „toxischen Arbeitsklima“.
Auch künstlerisch (vor allem, was die Inszenierungen betrifft) stand das Haus immer wieder in der Kritik - trotz einiger Produktionen, die ein überregionales Medien-Echo erzeugen konnten. Spuhler wird dem Vernehmen nach „Desinteresse an der Oper“ vorgeworfen, manche Mitarbeiter sprachen davon, dass sie künstlerisch „ausgebremst“ würden. Der Personalrat des Hauses hatte nach einer Mitarbeiterbefragung bereits vor Jahren auf die Missstände hingewiesen.
Ungeachtet dessen loben Stadt und Land in der Mitteilung allerdings „die programmatische und ästhetische Weiterentwicklung des Musiktheaters“ unter Peter Spuhler. Dies war offenbar auch ein wesentlicher Grund dafür, weshalb die Verantwortlichen nach wie vor an ihm festhielten. Weiterin heißt es in der Mitteilung, Spuhler habe die Besucherzahlen „deutlich steigern“ können.
An den Zahlen hat allerdings das Ballett einen großen Anteil. Die Sparte „Oper“ jedoch, eine wesentliche Säule des Hauses, erfuhr zuletzt nicht mehr die gleiche Zustimmung in der Bevölkerung: Lediglich eine Auslastung zwischen 70 und 80 Prozent verzeichnete das Staatstheater hier in den vergangenen zwei Jahren. Vor fünf Jahren lagen die Zahlen noch deutlich höher.

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Aktionstag "Kulturgut Knabenchor"/ Auch Cantus Juvenum ist dabei

(red.) Um auf die Nachwuchssorgen der Knabenchöre aufmerksam zu machen, schließen sich am heutigen Samstag, den 14. November 46 Chöre aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer grenzüberschreitenden Kooperation zusammen: Ab 11:55 Uhr treten die jungen Sänger mit einem digitalen Flashmob unter dem Hashtag #KulturGutKnabenchor und der Botschaft „Viva la musica!“ auf einer virtuellen Bühne in den sozialen Netzwerken auf. Initiiert wurde die Aktion von den Augsburger Domsingknaben, den Regensburger Domspatzen, dem Tölzer Knabenchor und dem Windsbacher Knabenchor. Auch die Karlsruher Jugendsingschule „Cantus Juvenum“ ist dabei.
Ursprünglich waren lokale Aktionen an unterschiedlichen Orten geplant, um Kinder und ihre Familien für das Chorsingen zu begeistern, doch dann kam der erneute Lockdown dazwischen. „Viva la musica“ heißt nun das digital verbindende Werk: Wo Singen noch möglich ist, tragen die Chöre die vierstimmige Version von Iván Eröd (*1936) für Sopran, Alt, Tenor und Bass vor, alternativ dazu den gleichnamigen Kanon von Michael Praetorius (1571 - 1621). Wo die aktuelle Lage das Singen nicht mehr erlaubt, kommen stattdessen Chorleiter mit eigenen Aussagen zu Wort.
Knabenchöre gelten als besonderes Kulturgut, sie können zum Teil auf eine Jahrhunderte alte Tradition zurückblicken. Die aktuelle Corona-Krise habe die Situation jedoch verschärft, heißt es in einer Mitteilung: Solounterricht und Stimmbildung ist nur im Fernunterricht möglich; Chorproben müssen entfallen oder können aufgrund der Hygieneauflagen nur in Kleingruppen stattfinden.
Doch gerade Kinder- und Jugendchöre sind auch zum Zwecke der Nachwuchswerbung auf Konzerte angewiesen. „Tage der offenen Tür“ oder gar Schnupperunterricht gibt es derzeit nur im begrenzten Rahmen, und die Talentsuche in öffentlichen Schulen entfällt völlig. Sollten die Chöre jedoch längerfristig keine Möglichkeit haben, Nachwuchs zu finden und Kinder für das Singen zu begeistern, dann werde es künftig nicht mehr möglich sein, große Werke wie Bachs „Matthäus-Passion“ oder Mozarts „Requiem“ mit Knabenchören aufzuführen, heißt es in der Mitteilung weiter. Auch berühmte Partien wie beispielsweise die drei Knaben in Mozarts „Zauberflöte“ könnten dann an großen Häusern wie der Bayerischen Staatsoper oder der Dresdner Semperoper nicht mehr regelmäßig mit Knabenstimmen besetzt werden. Außerdem seien die Chöre tief in der internationalen Konzertlandschaft verwurzelt; Tourneen in Europa, Konzerte bei internationalen Festivals wie etwa den Salzburger Festspielen zeigten dies. Weitere Infomationen gibt es unter www.kulturgutknabenchor.de

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Gambistin Franziska Finckh in der Reihe #zusammenspielen bei SWR2

Mehr als hundert Konzertmitschnitte hatte der SWR im Frühjahr und im Sommer geplant – doch alle fielen sie der Corona-Pandemie zum Oper. Um den freien Künstlern dennoch zu helfen, startete man bald darauf die Podcast-Reihe #zusammenspielen: Über 60 Musikerinnen und Musiker aus den Bereichen Klassik und Jazz wurden für einen Tag lang ins Studio gebeten; herausgekommen ist eine Sammlung mit selten gespieltem Repertoire und interessanten Gesprächen.
Eine der Musikerinnen ist auch die Karlsruher Gambistin Franziska Finckh, Mitglied des Ensembles „Les Escapades“; sie spielt in ihrem Podcast Musik des französischen Barockkomponisten Demachy, von dem heutzutage nur noch der Nachname bekannt ist und der deshalb nur als „Monsieur Demachy“ geführt wird. Er lebte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Paris und war dem Hof in Versailles verbunden. Außerdem gab er Kurse, um seine Werke den Musikerkollegen nahe zu bringen. Im Vorwort zu seiner Suitensammlung notiert er: „Ich werde sie jeden Samstag für drei Stunden bei mir empfangen, wo ich ihnen die Praxis und alle Regeln, von denen ich sprach, zeigen werde.“
Manche seiner Werke liegen jedoch nur in der so genannten Tabulaturschrift vor; dies ist eine damals übliche Notation, die in Form von Buchstaben angibt, an welcher Stelle die Saiten zu greifen sind. Franziska Finckh nutzte die Corona-Zwangspause, um die Stücke in die heutige Notenschrift zu übertragen.
Weitere Künstler der Reihe #zusammenspielen sind beispielsweise die Sopranistin Sarah Wegener oder die junge Stuttgarter Pianistin Kerstin Mörk; beide Künstlerinnen widmen sich der Musik von Emilie Mayer, die auch als „weiblicher Beethoven“ bezeichnet wird.

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Festspielhaus Baden-Baden lädt zum Online-Workshop

(red.) Zum nächsten kostenlosen Workshop „Teach the Teachers“ für Pädagogen, Studierende und Laienmusiker, die sich der Ausbildung vpn Jugendlichen verschrieben haben, lädt das Festspielhaus Baden-Baden am Mittwoch, 18. November von 16 bis 18 Uhr. Aufgrund der Corona-Maßnahmen wird der Workshop digital abgehalten und ist von überall frei zugänglich.
Zu Gast ist diesmal der Perkussionist Benni Pfeifer, der unter anderem mit Bands wie „Schandmaul“ oder „Blumentopf“ arbeitete und mit seiner eigenen Percussionshow „Drum Stars“ bei Konzerten und Events in ganz Europa unterwegs ist. Der Fokus seines Workshops liegt auf dem Cajonspiel: Gemeinsam werden Grooves und Patterns erarbeitet, die für das Musizieren mit Kindern und Jugendlichen geeignet sind und zu modernen Popsongs passen. Eine Cajon ist für eine Teilnahme am aktuellen Workshop nicht zwingend notwendig, wird aber empfohlen. Als Alternativen können Plastikeimer oder sogar die heimische Couch dienen. Einen Link für diese Online-Veranstaltung erhält man nach der Anmeldung beim Bildungsreferenten des Festspielhauses, Christian Vierling (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 072 21/30 13-169).
Grundsätzlich möchte die Fortbildungsreihe „Teach the Teachers“ neue Impulse für die tägliche pädagogische Arbeit liefern. Weitere Termine sind: „Drama vor der Tafel“ (25.01.) mit Rob Doornbos und „PapierOrchester und TischGetrommel“ (08.02.) mit Michael Bradke.