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Giga-Hertz-Preis für Christina Kubisch

(red.) Die Klangkünstlerin Christina Kubisch, bekannt vor allem für ihre Installationen, erhält in diesem Jahr den Giga-Hertz-Preis für elektronische Musik – und zwar den mit 10 000 Euro dotierten Hauptpreis für ihr Lebenswerk. Gemeinsam mit dem SWR Experimentalstudio Freiburg lobt das ZKM Karlsruhe den Preis jährlich aus. Produktionspreise erhalten Yvette Janine Jackson aus den USA und André Damião aus Brasilien. Die Preisverleihung findet am 27. November im ZKM im Rahmen eines zweitägigen Festivals statt, dabei werden die Produktionen der Preisträger aufgeführt. Aufgrund der Corona-Lage ist das Festival jedoch nicht vor Ort für Besucher zugänglich. Die Aufzeichnung des gesamten Programms ist nach Ende des Festivals auf der Website des ZKM oder auf dem Youtube Kanal zu sehen. Die Preisverleihung am Samstag, 27.11. um 19 Uhr kann man unter zkm.de/livestream verfolgen.
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Baden-Baden stärkt im neuen Programm den Festspiel-Gedanken/ Vorverkauf ab Montag

In Baden-Baden bei will man künftig den Festspielgedanken „neu fassen“: Bei einer Pressekonferenz im Festspielhaus hat Intendant Benedikt Stampa gestern das vollständige Jahresprogramm für 2022 vorgestellt. Zudem will man auf diese Weise den steigenden Inzidenzen und der allgemeinen Ratlosigkeit mit „Optimismus und Visionen“ begegnen, wie Stampa erläutert. „Angriff“ und „volle Kraft voraus“ sei jetzt das Gebot der Stunde - „ähnlich wie beim Fußball“.
Ermutigend sei zudem die Tatsache, dass der Vorverkauf „solide bis gut“ läuft; allein 5000 Tickets für die Berliner Philharmoniker sowie 3000 Tickets für die Konzerte mit Teodor Currentzis seien innerhalb weniger Wochen verkauft worden.
Das vorgestellte Programm ist das Ergebnis einen „eineinhalbjährigen kreativen Prozesses“ – und es überzeugt durch ein erweitertes, attraktives Konzept: Wie bereits mehrfach angekündigt, soll dabei die Kurstadt als Sehnsuchtsort und als einstige „Sommerhauptstadt Europas“ gestärkt werden; dieser Gedanke soll das Programm in Zukunft wie eine Art „Leitmotiv“ durchziehen.
Acht Festivals stehen dabei im Zentrum: Neben den bisherigen Oster- und Pfingstfestspielen (mit den Berliner Philharmonikern und dem SWR Symphonieorchester) sowie dem neu ins Leben gerufenen herbstlichen Tanzfestival mit John Neumeier sind dies unter anderem die Sommerfestspiele, die künftig unter dem Namen „La Capitale d‘ été“ über die Bühne gehen: Gestaltet werden sie von Yannick Nézet-Seguin und dem Chamber Orchestra of Europe, und auf dem Programm stehen Komponisten, die früher in Baden-Baden den Ruf der „Sommerhauptstadt“ begründen, wie etwa Johannes Brahms, Clara und Robert Schumann, dazu deren weitgehend unbekannte Zeitgenossin Louise Farrenc.
Auch die von Thomas Hengelbrock kuratierten Herbstfestspiele spiegeln diesen Gedanken: Der Titel „La Grande Gare“ soll die Achse nach Paris stärken und verweist darauf, dass sich im beginnenden Eisenbahnzeitalter in Baden-Baden einst Größen wie Dichter und Musiker trafen – so, wie sich heutzutage in Baden-Baden Künstler aus aller Welt „die Klinke in die Hand“ geben. Auch junge, aufstrebende Stars bekommen dabei ein Podium, und der europäische Gedanke soll sich künftig auch in Gesprächskreisen niederschlagen. Zu diesem „europäischen Gedanken“ gehört in Baden-Baden auch die Beziehung zu Russland; das Festival „Russischer Winter“ (das traditionelle Gastspiel des Mariinski-Theaters) bringt dies zum Ausdruck.
Außerdem durchzieht der Gedanke der „Partizipation“ das Festspiel-Programm: Ein eigenes Festival im Februar steht unter dem Motto „Takeover“ („Die Jugend übernimmt das Festspielhaus“). Dabei ist Techno-Jazz oder Samba zu erleben – doch dies nicht nur aus der Distanz, sondern zum Mitmachen, was die Nähe zu den Künstlern stärken soll. Auch Baden-Badens reizvolle Umgebung wird mit einbezogen; so sucht beispielsweise das Angebot „Wandern mit dem DJ“ nach einer Verbindung zwischen Natur und Kultur.
Doch das Thema „Partizipation“ (Stampa bezeichnet dies als „Festspielhaus-DNA“) betrifft nicht nur die Jugend, sondern auch ältere Generationen: Im Rahmen der Herbstfestspiele ist zum Beispiel ein deutsch-französischer Projektchor mit anschließendem Konzert geplant; professionell begleitet wird er durch den Balthasar-Neumann-Chor. Benedikt Stampa betont, er erwarte, „dass sich die Künstlerinnen und Künstler solchen Ideen öffnen.“
Der Vorverkauf für das neue Programm beginnt am Montag, den 22. November.

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Mit Sogwirkung: Tschaikowskys "Mazeppa" in Baden-Baden

Im Rahmen des Gastspiels der Berliner Philharmoniker im Festspielhaus Baden-Baden war gestern Tschaikowskys selten gespielte Oper „Mazeppa“ in einer großartigen konzertanten Fassung zu hören (ausführlicher Bericht folgt). Die Oper – vor dem historischen Hintergrund der schwedisch-russischen Auseinandersetzungen und der Schlacht von Poltawa im Jahr 1709 – hat unter anderem die französische „Grand Opera“ zum Vorbild, überdies greift Tschaikowsky auf die russisch-ukrainische Volks- und Kirchenmusik zurück. Große, auch klanglich opulente Massenszenen und ausgreifende Monologe bilden reizvolle Gegenpole.
Mit den Berliner Philharmonikern unter ihrem Chefdirigenten Kirill Petrenko entfaltete Tschaikowskys Musik eine Sogwirkung, der sich wohl kaum ein Besucher im Festspielhaus entziehen konnte: Martialische, kriegerische Szenen und zarte Lyrismen waren zu erleben.
Hinzu kamen fabelhafte Interpreten, die berührende Seelenbilder schufen: Mit geschmeidigem Bariton verkörperte Vladislav Sulimsky den skrupellosen Machtmenschen Mazeppa; glühende Leidenschaft erlebte man bei Dmitry Ulyanow und Oksana Volkova als Kotschubei und dessen Frau Ljubow. Dmitry Golovnin, Dmitry Ivashchenko, Anton Rositskiy und Alexander Kravets ergänzten das Ensemble, und besonders ragt Olga Peretyatko in der weiblichen Hauptrolle der Maria hervor: Mit leuchtkräftigem Sopran verleiht sie der tragischen, gebrochenen Figur Charakter.
Am morgigen Freitag, den 12. November (18 Uhr) ist die Oper nochmals zu hören.

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Vokalmusik und Orgel

(red.) Die Evangelische Stadtkirche Karlsruhe lädt am morgigen Sonntag, den 7. November um 17 Uhr zu einem geistlichen Konzert mit jungen Künstlern: Die beiden Karlsruher Dirigierstudenten Johannes Antoni und Christian Yang aus der Dirigierklasse von Matthias Beckert bringen gemeinsam mit einem professionellen Vokalensemble Motetten von Carl Rütti und Felix Mendelssohn Bartholdy zu Gehör. Neben den bisher eher selten aufgeführten „St. John’s Motets“ des Schweizer Komponisten Carl Rütti aus dem Jahre 2010 erklingen die beiden bekannten Motetten „Jauchzet dem Herrn“ und „Mein Herz erhebt Gott, den Herrn“ von Felix Mendelssohn. Kirchenmusikdirektor Christian-Markus Raiser ergänzt das Konzertprogramm mit Orgelwerken von Johannes Brahms, Arvo Pärt und Mendelssohn.

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Kommende Händelfestspiele mit dem Oratorium "Hercules"

Die Bühne im neuen Foyer war mit barocken Kostümen dekoriert, ein Paar in Reifrock und Beinkleid kredenzte Erfrischungen: Die gestrige Pressekonferenz zu den kommenden Händel-Festspielen stand ganz im Zeichen des Aufbruchs; nach dem Ausfall im vergangenen Jahr sollen die Festspiele vom 18. Februar bis zum 2. März im gewohnten Umfang über die Bühne gehen – und dies erfreulicherweise auch mit den Meisterkursen der Händel-Akademie, die mittlerweile nur noch alle zwei Jahre stattfinden.
Zwar hat sich Händel nie in Karlsruhe aufgehalten, doch mit Händel „halte man einen Schatz in Händen“, so Opernchefin Nicole Braunger. Interimsintendant Ulrich Peters, zugleich auch der neue Leiter der Festspiele (bereits zwischen 1997 und 1999 zeichnete er sich für das Festival verantwortlich) würdigte nochmals die Arbeit seines Vorgängers Michael Fichtenholz, der das Profil der Festspiele in den vergangenen Jahren gestärkt hatte. Doch er erinnerte auch ihren Ursprung: Der aus Halle stammende ehemalige Intendant Günter Könemann, auf dessen Initiative die Festspiele zurückgehen, habe Händel sozusagen „in den Westen mitgebracht“. Zudem feiert Könemann im Dezember seinen 90. Geburtstag; dies will man entsprechend würdigen.
Das Oratorium „Hercules“ ist die Hauptproduktion der kommenden Festspiele, Regie führt Floris Visser, der in Karlsruhe bereits „Semele“ inszenierte. An diesem Oratorium, so Peters, sei vor allem die psychologische Ausleuchtung der Figuren und Händels „meisterhafte musikalische Charakterisierung“ hervorzuheben. Im Mittelpunkt stehen dabei die Gefühle der weiblichen Protagonistin; „eigentlich“, so Peters, „ müsste das Oratorium ‚Die eifersüchtige Dejanira‘ heißen“. Diese Rolle übernimmt die schwedische Mezzosopranistin Ann Hallenberg; am Pult steht der dänische Barockspezialist Lars Ulrik Mortensen. Daneben wird „Tolomeo“ aus dem Jahr 2020 wieder aufgenommen (mit dem Counter-Tenor Cameron Shabahzi in der Titelrolle), ansonsten stehen in gewohntem Umfang Konzerte der Deutschen Händel-Solisten und Kammermusik („Abendsterne“) auf dem Programm.
Die Karlsruher Händel-Gesellschaft hat den Händel-Jugendwettbewerb auf die gesamte Pamina-Region (bis ins französische Grenzgebiet) erweitert. Daneben wird der traditionelle musikalische Festgottesdienst in der Evangelischen Stadtkirche auch als Live-Stream zu sehen sein. Bereits im vergangenen Jahr hatte man dieses Format – als kleinen Ersatz für die ausgefallenen Festspiele – eingeführt.
Die Kurse der Händel-Akademie, die diesmal auch zeitlich in das Festival integriert sind, sind auf ein einzelnes Werk ausgerichtet: Händels Oratorium „Il Trionfo del Tempo e del Disinganno“. „Die verschiedenen Klassen“, so erläutert Akademie-Leiter Thomas Seedorf, „sollen zusammenarbeiten und lernen, aufeinander zu hören“. In zwei Abschlussaufführungen wird das Stück präsentiert, zusätzlich soll das Publikum im Rahmen von Werkstattkonzerten Einblicke in die Probenarbeit erhalten.
Für die kommenden Jahre, so Intendant Ulrich Peters, denke man über inhaltliche Erweiterungen der Festspiele nach: So sei etwa geplant, Händel in den Kontext seiner Zeit zu setzen. (Hinweis: Karten für die Händelfestspiele 2022 sind ab sofort erhältlich).

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Eindrücke vom Festival "ZeitGenuss": Konzert mit dem Trio Accanto

Das diesjährige Festival „ZeitGenuss“ - eine Kooperation der Stadt Karlsruhe und der Musikhochschule - wird in diesem Jahr kuratiert von der britischen Komponistin Rebecca Saunders, die unter anderem bei Wolfgang Rihm studiert hat. Ihr Werk steht im Mittelpunkt der viertägigen Veranstaltungsreihe; zu Gast war jetzt das Trio Accanto (Marcus Weiss, Saxophon, Nicolas Hodges, Klavier und Christian Dierstein, Schlagzeug) in der Evangelischen Stadtkirche mit einem Programm unter dem Titel „Shadows“ - benannt nach einem Stück von Rebecca Saunders für Klavier solo.
In diesem Programm ging es auch um Lebenserfahrungen voller Schatten und Dunkelheit – etwa zum Beispiel um das Leid der Menschen im Syrien-Krieg. Ein Zeitungsbericht und ein Text aus dem Gilgamesch-Epos sind die Grundlage für „Basar Aleppo oder die Straße nach Tyros“ von Rolf Riehm: Das Stück für Klavier, Marimbaphon und Zuspielungen hat einen abweisenden, zerstörerischen Charakter voller Stampfen und Getöse, ausgelöst durch die zugespielten Textpassagen und nur gelegentlich unterbrochen durch weiche und gedämpfte Marimba-Klänge.
Mit einem „akustischen Schatten“ setzt sich hingegen Rebecca Saunders in „shadow“ für Klavier solo auseinander; ein solcher „Schatten“ entsteht, wenn der gesamte Schall reflektiert wird und es keine Echo-Wirkungen gibt. Man hört scharfe Hell-Dunkel-Kontraste; Obertöne, die sich vermischen, dazu düstere, dröhnende Akkorde und Klänge, die über dem Bassgemurmel schweben.
Der Charakter des fragilen „Plan and Section of the same reservoir“ von Evan Johnson ist hingegen nicht wirklich auszumachen – denn die kaum wahrnehmbaren Akkorde, die Schleif- und Luftgeräusche (in Schlagwerk und Klarinette) vermischen sich mit den lauten Klängen, die vom Marktplatz her zu hören sind.
Rotierende Bewegungen und Skalen, dazu besondere Klangeffekte durch Cluster, extreme Schärfen oder schwebende Akkorde machen die Sonate Nr. 6 von Galina Ustwolskaja aus. Luftig und durchsichtig, von einer feinen Textur hingegen ist „mute materie“ (ein Präludium und zwei Echos für Altsaxophon) von Nadir Vassena. Es zwingt laut Programmheft den Instrumentalisten dazu, „die eigene instrumentale Technik neu zu erfinden“; zu hören sind unter anderem nervös umherflirrende Klänge.
Das Stück „That Time“ (nach Samuel Beckett) schrieb wiederum Rebecca Saunders für das Trio Accanto. Hier hört man zunächst eigenartige Mischungen aus Klängen, die im Raum schweben; später verdichtet sich all das zu dumpfen, maschinenartigen Geräuschen, zu scharfen Klangsplittern, aggressiven, peitschenden Schlägen – bis mit einem Klangschweif im Saxofon der Abend ausklingt.
Das Abschlusskonzert am 24.10. um 18 Uhr in der Christuskirche Karlsruhe („Sound Spaces II – Klangräume“) gestaltet das Aleph Gitarrenquartett, das Ensemble TEMA und der Kammerchor der Christuskirche unter der Leitung von Benjamin Hartmann.

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"Idomeneo" in Baden-Baden: Großartiges Mozart-Erlebnis

Mit einer halbszenischen Aufführung von Mozarts „Idomeneo“ (leider viel zu selten zu erleben) wurden gestern Abend die Herbstfestspiele in Baden-Baden eröffnet (ausführlicher Bericht folgt). Die Oper, 1781 in München uraufgeführt, verbindet auf neuartige, reizvolle Weise die französische „Tragédie lyrique“ mit der italienischen „Opera seria“ – das bedeutet: Affektgeladener stimmlicher Glanz, dabei aber auch eine dramatisch fortschreitende Handlung und eine große emotionale Dichte. Zudem arbeitet Mozart mit raffinierten Klangfarben: So stellt er etwa der Figur der Ilia in ihrer Arie „Se il padre perdei“ ein Quartett aus vier Bläsern zur Seite.
Thomas Hengelbrock ist mit seinem Balthasar-Neumann-Ensemble und dem dazugehörigen Chor, sowie mit durchweg hervorragenden Gesangssolisten eine großartige Aufführung gelungen: Michael Spyres glänzt als Idomeneo mit üppigsattem Tenor, Rachel Frenkel überzeugt als Idamante mit ihrem silbrig-schlanken Mezzosopran. Regula Mühlemanns geschmeidiger Sopran gibt den weichen Kantilenen der Ilia den richtigen Charakter, und großen Beifall bekommt die Sopranistin Nicole Chevalier für ihre berührende Darstellung der verzweifelten, innerlich zerrissenen Elektra.
Thomas Hengelbrock und sein Ensemble treiben die Handlung mit Entschlossenheit voran, spiegeln die Affekte in den Arien auf plastische Weise. Auch der Chor begeistert mit seinem Klangfarbenreichtum.
Eine weitere Aufführung gibt es nochmals am morgigen Samstag, den 23.10 um 18 Uhr im Festspielhaus Baden-Baden.

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Auszüge aus dem "Messias" in der Stadtkirche Durlach/ Johannes Blomenkamp wird "Kirchenmusikdirektor"

(red.) Auszüge aus Händels „Messias“ sind am Samstag, 30. und Sonntag, 31. Oktober (20 Uhr und 18 Uhr) in der Durlacher Stadtkirche zu hören: Bezirkskantor Johannes Blomenkamp hat aus dem beliebten Oratorium einige Chöre und Arien zusammengestellt. Im Anschluss an das Konzert am 30.10. wird ihm außerdem der Titel „Kirchenmusikdirektor“ durch Kord Michaelis, dem Landeskirchenmusikdirektor der Evangelischen Landeskirche in Baden, verliehen. Dies hatte die Landeskirche bereits im März bekannt gegeben.
„Karlsruhe hat sich in den letzten Jahren zu einem deutschlandweit beachteten Zentrum der evangelischen Kirchenmusik entwickelt,“ äußerte sich Kord Michaelis laut einer Pressemitteilung; das sei nicht zuletzt der „sehr guten Teamarbeit der Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker“ unter Leitung von Bezirkskantor Johannes Blomenkamp zu verdanken.
Bei der (pandemiebedingt) gekürzten Fassung des „Messias“ stehen Chöre und Arien aus allen Abschnitten des Werkes auf dem Programm - auch solche, die bei einer Gesamtaufführung in der Regel gestrichen werden. Die Durlacher Kantorei singt in kammermusikalischer Besetzung. Die Solopartien übernehmen Carmen Buchert (Sopran), Alexandra Rawohl (Alt) und Christian Rathgeber (Tenor). Es spielen Mitglieder der Camerata 2000.

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Akademische Feier an der Musikhochschule Karlsruhe: Es herrscht wieder Aufbruchstimmung

„Endlich wieder echte Menschen!“ Das war der einhellige Tenor der Redner im Rahmen der Akademischen Feier zur Eröffnung des Wintersemesters an der Musikhochschule Karlsruhe. 102 Studierende beginnen in diesen Monaten ihr Musikstudium in der Fächerstadt – und dies glücklicherweise unter besseren Bedingungen, als es in den zurückliegenden drei Semestern der Fall war. „Wir schauen wieder mutig nach vorne“, äußerte sich Rektor Hartmut Höll zuversichtlich. Seine Amtszeit verlängert sich nun bis ins Jahr 2022; pandemiebedingt konnte noch kein Nachfolger gefunden werden.
„Wir kehren zurück zum Präsenzunterricht und zur Gremienarbeit“, sagte er; auch der Hochschulchor mit hundert Sängern könne wieder proben. „Doch haben wir eineinhalb Jahre Lebenszeit verloren“, sorgt sich Höll: „Ich denke vor allem an Studierende, die vor ihren Probespielen standen, die auf einen detailliert geplanten Karrierestart hofften.“ Ob sich all die verpassten Chancen, die Versäumnisse wieder aufholen ließen, wisse man momentan noch nicht.
Über ihre Chance, in Deutschland studieren zu können, freuten sich indessen jene jungen Künstler, an die unter anderem der Freundeskreis der Hochschule und der Kulturfonds Baden regelmäßig Stipendien vergibt. Zwei Studierende aus Südamerika, die sich ansonsten die Studiengebühr nicht leisten könnten, bedankten sich dafür mit emotionalen Worten.
Dominic Graumann, ein Vertreter des AStA, schilderte die Situation der zurückliegenden Semester aus erster Hand: Anstatt sich mit Komilitonen zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen zu können, habe er alleine beim Online-Unterricht vor dem Computer gesessen. „Das bringt mich zu der Frage: Was macht Studieren eigentlich aus?“ Denn gerade beim Musizieren sei das soziale Miteinander wichtig.
Die neu gewählte Hochschulratsvorsitzende Evelyn Meining (ihr Vorgänger, der ehemalige baden-württembergische Umweltminister Erwin Vetter, war kurzfristig aus dem Amt ausgeschieden) verwies nachdrücklich darauf, dass Musiker auch für die Unentbehrlichkeit ihrer Kunst einzustehen hätten: „Denn was, wenn nicht die Kunst, bleibt als Spuren menschlicher Zivilisation sonst übrig?“ Unbefriedigend sei deshalb, dass das Thema „Kultur“ auch im Wahlkampf, in den Triellen, keine Rolle gespielt habe.
Die traditionelle „Karlsruher Rede“ hielt Martin Tröndle, Vizepräsident der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. In einem umfangreichen Forschungsprojekt („Experimemental Concert Research“) gehen er und sein Team derzeit der Frage nach, weshalb Menschen überhaupt ins Konzert gehen – und auch, warum sie keine Konzerte besuchen. Dabei wird unter anderem untersucht, welche sozialen und emotionalen Faktoren während des Konzerts eine Rolle spielen – bis hin zur Messung von Herz- oder Atemfrequenz. Sämtliche Parameter, so Tröndle, könne man unter dem Prinzip der „Nähe“ zusammenfassen. Kultur, sagte er, spreche den Menschen demnach an, wenn sie in der Lage sei, eine solche Nähe herzustellen.
Eigentlich ist dies ein hoch interessantes, wichtiges Thema – bedauerlich war nur, dass Tröndle dies in seiner der Rede durch zu schnelles, teils unverständliches Sprechen und durch zu viele Fachbegriffe nicht im vollen Umfang vermitteln konnte.
Traditionell wurde die Feier durch Studierende und Dozenten musikalisch umrahmt; besonders hervorzuheben sind dabei Jeongheon Nam (Violoncello) und Mihyeok Gwon (Klavier) mit einer fabelhaften Interpretation zweier Sätze aus der Sonate F-Dur op. 99 von Johannes Brahms. Für einen „fröhlichen Kehraus“ sorgten am Ende einige der „Liebesliederwalzer“ von Brahms.

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Zum 200. Geburtstag von Pauline Viardot: Konzert und Briefwechsel in Baden-Baden

(red.) Zum 200. Geburtstag der Sängerin und Komponistin Pauline Viardot gibt es in den kommenden Tagen zwei Veranstaltungen in Baden-Baden: In der Reihe „Musik in (Baden-) Baden“ ist am Sonntag, dem 17. Oktober um 11 Uhr im Alten Ratssaal des Rathauses ein Konzert unter dem Motto „Pauline Viardot und ihre Freunde“ zu erleben. Die Ausführenden sind Miriam Alexandra, Sopran; Regina Grönegreß, Mezzosopran; Claus Temps, Bassbariton; Heike Bleckmann und Ira Maria Witoschynskyj, Klavier. Die Moderation des Konzerts hat Joachim Draheim. Der Eintritt zu dieser Matinee ist frei, jedoch nur mit Voranmeldung beim Kulturbüro möglich. E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Tel. 07221 / 93-2066.
Zum Jubiläum haben außerdem die Musikwissenschaftlerin Beatrix Borchard und Miriam-Alexandra Wigbers einen umfangreich kommentierten Band herausgegeben, in dem der Briefwechsel zwischen Pauline Viardot-Garcia und dem Dirigenten Julius Rietz veröffentlicht wird. Dieser Briefwechsel wird am Dienstag, den 19. Oktober um 20 Uhr in einer Soiree im Theater Baden-Baden vorgestellt - umrahmt mit Musik von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Robert Schumann, Julius Rietz und Pauline Viardot. Vorgetragen werden die Briefe von den Schauspielern Michaela Lenhart und Sebastian Mirow (Theater Baden-Baden). Es musizieren Miriam Alexandra (Sopran), Claus Temps (Bass-Bariton), Ira Maria Witoschynskyj und Heike Bleckmann am Klavier. Die Moderation liegt bei Beatrix Borchard und Miriam-Alexandra Wigbers.
Tickets sind erhältlich beim Ticketservice in den Kurhaus-Kolonnaden Tel. 07221/ 275233, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! sowie unter www.theater-baden-baden.de