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Staatsoper Stuttgart bietet kostenlose Live-Streams/ Wagners "Rheingold" am kommenden Sonntag

(red.) „Große Oper ganz nah, ohne Abstand und ohne Maske“ verspricht die Staatsoper Stuttgart und möchte ihrem Publikum zusätzlich zu ihren Aufführungen im Opernhaus auch in der Spielzeit 2021/22 wieder kostenfreie Livestreams anbieten: Die Neuproduktion von Wagners Oper „Das Rheingold“, die Ende November in der Inszenierung von Stephan Kimmig im Opernhaus Premiere vor Publikum feierte, wird am kommenden Sonntag, den 19. Dezember ab 18 Uhr live auf der Webseite der Staatsoper Stuttgart (mit Untertiteln) übertragen. Daneben gibt es eine Einführung mit dem Produktionsdramaturgen Miron Hakenbeck vor Beginn. Parallel zum Stream wird das Team der Staatsoper in den sozialen Medien weitere Hintergrundinformationen veröffentlichen sowie die Fragen der Zuschauer beantworten.
Mit der „Walküre““, die im April 2022 in einer Neuinszenierung von drei verschiedenen Regieteams zur Aufführung kommt, soll auch der zweite Teil von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ noch in dieser Spielzeit im Internet gezeigt werden. Weiter geplant ist ein Livestream der Neuproduktionen von Engelbert Humperdincks Hänsel und Gretel in der Inszenierung von Axel Ranisch. Im Juni 2022 steht eine Online-Übertragung von Jules Massenets „Werther“ auf dem Programm – eine Neuproduktion von Felix Rothenhäusler aus der vergangenen Saison.
Johannes Lachermeier, Direktor Kommunikation der Staatsoper Stuttgart, sieht das Internet als „eine der wichtigsten Spielstätten der Staatsoper Stuttgart“, und dies nicht erst seit Corona. Über eine Million Aufrufe hätten die Angebote des Digitalprogramms seit März 2020 verzeichnet, und diese Linie soll auch während des regulären Spielbetriebs fortgeführt werden - „kostenlos und niederschwellig.“ Die genauen Daten für die einzelnen Livestreams werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. Alle Streams sind verfügbar unter www.staatsoper-stuttgart.de/live.

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Corona-Teststation am Staatstheater Karlsruhe

(red.) Am heutigen Donnerstag, den 2. Dezember, wird im K. am Staatstheater Karlsruhe eine Corona-Teststation für alle Bürgerinnen und Bürger eröffnet. Das Staatstheater kooperiert dabei mit der Zentralapotheke. Es erfolgt keine Terminvergabe, die Nutzer des Angebots werden jedoch gebeten, für einen zügigen Ablauf die App PassGo herunterzuladen und vor ihrem Besuch bereits ihre Anschrift innerhalb der App auszufüllen. Außerdem ist der Personal-Ausweis oder Reisepass vorzuzeigen. Das Testergebnis wird anschließend digital übermittelt.
Die Teststation ist unabhängig vom Spielbetrieb des Staatstheaters zunächst täglich von 13 Uhr bis 19 Uhr geöffnet. Ab dem Nikolaustag, dem 6.12., sollen die Öffnungszeiten auf 8.45 Uhr bis 19.45 Uhr an Werktagen erweitert werden. Aktuelle Informationen gibt es unter: www.zentral-apotheke.de und www.staatstheater.karlsruhe.de

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Giga-Hertz-Preis für Christina Kubisch

(red.) Die Klangkünstlerin Christina Kubisch, bekannt vor allem für ihre Installationen, erhält in diesem Jahr den Giga-Hertz-Preis für elektronische Musik – und zwar den mit 10 000 Euro dotierten Hauptpreis für ihr Lebenswerk. Gemeinsam mit dem SWR Experimentalstudio Freiburg lobt das ZKM Karlsruhe den Preis jährlich aus. Produktionspreise erhalten Yvette Janine Jackson aus den USA und André Damião aus Brasilien. Die Preisverleihung findet am 27. November im ZKM im Rahmen eines zweitägigen Festivals statt, dabei werden die Produktionen der Preisträger aufgeführt. Aufgrund der Corona-Lage ist das Festival jedoch nicht vor Ort für Besucher zugänglich. Die Aufzeichnung des gesamten Programms ist nach Ende des Festivals auf der Website des ZKM oder auf dem Youtube Kanal zu sehen. Die Preisverleihung am Samstag, 27.11. um 19 Uhr kann man unter zkm.de/livestream verfolgen.
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Baden-Baden stärkt im neuen Programm den Festspiel-Gedanken/ Vorverkauf ab Montag

In Baden-Baden bei will man künftig den Festspielgedanken „neu fassen“: Bei einer Pressekonferenz im Festspielhaus hat Intendant Benedikt Stampa gestern das vollständige Jahresprogramm für 2022 vorgestellt. Zudem will man auf diese Weise den steigenden Inzidenzen und der allgemeinen Ratlosigkeit mit „Optimismus und Visionen“ begegnen, wie Stampa erläutert. „Angriff“ und „volle Kraft voraus“ sei jetzt das Gebot der Stunde - „ähnlich wie beim Fußball“.
Ermutigend sei zudem die Tatsache, dass der Vorverkauf „solide bis gut“ läuft; allein 5000 Tickets für die Berliner Philharmoniker sowie 3000 Tickets für die Konzerte mit Teodor Currentzis seien innerhalb weniger Wochen verkauft worden.
Das vorgestellte Programm ist das Ergebnis einen „eineinhalbjährigen kreativen Prozesses“ – und es überzeugt durch ein erweitertes, attraktives Konzept: Wie bereits mehrfach angekündigt, soll dabei die Kurstadt als Sehnsuchtsort und als einstige „Sommerhauptstadt Europas“ gestärkt werden; dieser Gedanke soll das Programm in Zukunft wie eine Art „Leitmotiv“ durchziehen.
Acht Festivals stehen dabei im Zentrum: Neben den bisherigen Oster- und Pfingstfestspielen (mit den Berliner Philharmonikern und dem SWR Symphonieorchester) sowie dem neu ins Leben gerufenen herbstlichen Tanzfestival mit John Neumeier sind dies unter anderem die Sommerfestspiele, die künftig unter dem Namen „La Capitale d‘ été“ über die Bühne gehen: Gestaltet werden sie von Yannick Nézet-Seguin und dem Chamber Orchestra of Europe, und auf dem Programm stehen Komponisten, die früher in Baden-Baden den Ruf der „Sommerhauptstadt“ begründen, wie etwa Johannes Brahms, Clara und Robert Schumann, dazu deren weitgehend unbekannte Zeitgenossin Louise Farrenc.
Auch die von Thomas Hengelbrock kuratierten Herbstfestspiele spiegeln diesen Gedanken: Der Titel „La Grande Gare“ soll die Achse nach Paris stärken und verweist darauf, dass sich im beginnenden Eisenbahnzeitalter in Baden-Baden einst Größen wie Dichter und Musiker trafen – so, wie sich heutzutage in Baden-Baden Künstler aus aller Welt „die Klinke in die Hand“ geben. Auch junge, aufstrebende Stars bekommen dabei ein Podium, und der europäische Gedanke soll sich künftig auch in Gesprächskreisen niederschlagen. Zu diesem „europäischen Gedanken“ gehört in Baden-Baden auch die Beziehung zu Russland; das Festival „Russischer Winter“ (das traditionelle Gastspiel des Mariinski-Theaters) bringt dies zum Ausdruck.
Außerdem durchzieht der Gedanke der „Partizipation“ das Festspiel-Programm: Ein eigenes Festival im Februar steht unter dem Motto „Takeover“ („Die Jugend übernimmt das Festspielhaus“). Dabei ist Techno-Jazz oder Samba zu erleben – doch dies nicht nur aus der Distanz, sondern zum Mitmachen, was die Nähe zu den Künstlern stärken soll. Auch Baden-Badens reizvolle Umgebung wird mit einbezogen; so sucht beispielsweise das Angebot „Wandern mit dem DJ“ nach einer Verbindung zwischen Natur und Kultur.
Doch das Thema „Partizipation“ (Stampa bezeichnet dies als „Festspielhaus-DNA“) betrifft nicht nur die Jugend, sondern auch ältere Generationen: Im Rahmen der Herbstfestspiele ist zum Beispiel ein deutsch-französischer Projektchor mit anschließendem Konzert geplant; professionell begleitet wird er durch den Balthasar-Neumann-Chor. Benedikt Stampa betont, er erwarte, „dass sich die Künstlerinnen und Künstler solchen Ideen öffnen.“
Der Vorverkauf für das neue Programm beginnt am Montag, den 22. November.

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Mit Sogwirkung: Tschaikowskys "Mazeppa" in Baden-Baden

Im Rahmen des Gastspiels der Berliner Philharmoniker im Festspielhaus Baden-Baden war gestern Tschaikowskys selten gespielte Oper „Mazeppa“ in einer großartigen konzertanten Fassung zu hören (ausführlicher Bericht folgt). Die Oper – vor dem historischen Hintergrund der schwedisch-russischen Auseinandersetzungen und der Schlacht von Poltawa im Jahr 1709 – hat unter anderem die französische „Grand Opera“ zum Vorbild, überdies greift Tschaikowsky auf die russisch-ukrainische Volks- und Kirchenmusik zurück. Große, auch klanglich opulente Massenszenen und ausgreifende Monologe bilden reizvolle Gegenpole.
Mit den Berliner Philharmonikern unter ihrem Chefdirigenten Kirill Petrenko entfaltete Tschaikowskys Musik eine Sogwirkung, der sich wohl kaum ein Besucher im Festspielhaus entziehen konnte: Martialische, kriegerische Szenen und zarte Lyrismen waren zu erleben.
Hinzu kamen fabelhafte Interpreten, die berührende Seelenbilder schufen: Mit geschmeidigem Bariton verkörperte Vladislav Sulimsky den skrupellosen Machtmenschen Mazeppa; glühende Leidenschaft erlebte man bei Dmitry Ulyanow und Oksana Volkova als Kotschubei und dessen Frau Ljubow. Dmitry Golovnin, Dmitry Ivashchenko, Anton Rositskiy und Alexander Kravets ergänzten das Ensemble, und besonders ragt Olga Peretyatko in der weiblichen Hauptrolle der Maria hervor: Mit leuchtkräftigem Sopran verleiht sie der tragischen, gebrochenen Figur Charakter.
Am morgigen Freitag, den 12. November (18 Uhr) ist die Oper nochmals zu hören.

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Vokalmusik und Orgel

(red.) Die Evangelische Stadtkirche Karlsruhe lädt am morgigen Sonntag, den 7. November um 17 Uhr zu einem geistlichen Konzert mit jungen Künstlern: Die beiden Karlsruher Dirigierstudenten Johannes Antoni und Christian Yang aus der Dirigierklasse von Matthias Beckert bringen gemeinsam mit einem professionellen Vokalensemble Motetten von Carl Rütti und Felix Mendelssohn Bartholdy zu Gehör. Neben den bisher eher selten aufgeführten „St. John’s Motets“ des Schweizer Komponisten Carl Rütti aus dem Jahre 2010 erklingen die beiden bekannten Motetten „Jauchzet dem Herrn“ und „Mein Herz erhebt Gott, den Herrn“ von Felix Mendelssohn. Kirchenmusikdirektor Christian-Markus Raiser ergänzt das Konzertprogramm mit Orgelwerken von Johannes Brahms, Arvo Pärt und Mendelssohn.

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Kommende Händelfestspiele mit dem Oratorium "Hercules"

Die Bühne im neuen Foyer war mit barocken Kostümen dekoriert, ein Paar in Reifrock und Beinkleid kredenzte Erfrischungen: Die gestrige Pressekonferenz zu den kommenden Händel-Festspielen stand ganz im Zeichen des Aufbruchs; nach dem Ausfall im vergangenen Jahr sollen die Festspiele vom 18. Februar bis zum 2. März im gewohnten Umfang über die Bühne gehen – und dies erfreulicherweise auch mit den Meisterkursen der Händel-Akademie, die mittlerweile nur noch alle zwei Jahre stattfinden.
Zwar hat sich Händel nie in Karlsruhe aufgehalten, doch mit Händel „halte man einen Schatz in Händen“, so Opernchefin Nicole Braunger. Interimsintendant Ulrich Peters, zugleich auch der neue Leiter der Festspiele (bereits zwischen 1997 und 1999 zeichnete er sich für das Festival verantwortlich) würdigte nochmals die Arbeit seines Vorgängers Michael Fichtenholz, der das Profil der Festspiele in den vergangenen Jahren gestärkt hatte. Doch er erinnerte auch ihren Ursprung: Der aus Halle stammende ehemalige Intendant Günter Könemann, auf dessen Initiative die Festspiele zurückgehen, habe Händel sozusagen „in den Westen mitgebracht“. Zudem feiert Könemann im Dezember seinen 90. Geburtstag; dies will man entsprechend würdigen.
Das Oratorium „Hercules“ ist die Hauptproduktion der kommenden Festspiele, Regie führt Floris Visser, der in Karlsruhe bereits „Semele“ inszenierte. An diesem Oratorium, so Peters, sei vor allem die psychologische Ausleuchtung der Figuren und Händels „meisterhafte musikalische Charakterisierung“ hervorzuheben. Im Mittelpunkt stehen dabei die Gefühle der weiblichen Protagonistin; „eigentlich“, so Peters, „ müsste das Oratorium ‚Die eifersüchtige Dejanira‘ heißen“. Diese Rolle übernimmt die schwedische Mezzosopranistin Ann Hallenberg; am Pult steht der dänische Barockspezialist Lars Ulrik Mortensen. Daneben wird „Tolomeo“ aus dem Jahr 2020 wieder aufgenommen (mit dem Counter-Tenor Cameron Shabahzi in der Titelrolle), ansonsten stehen in gewohntem Umfang Konzerte der Deutschen Händel-Solisten und Kammermusik („Abendsterne“) auf dem Programm.
Die Karlsruher Händel-Gesellschaft hat den Händel-Jugendwettbewerb auf die gesamte Pamina-Region (bis ins französische Grenzgebiet) erweitert. Daneben wird der traditionelle musikalische Festgottesdienst in der Evangelischen Stadtkirche auch als Live-Stream zu sehen sein. Bereits im vergangenen Jahr hatte man dieses Format – als kleinen Ersatz für die ausgefallenen Festspiele – eingeführt.
Die Kurse der Händel-Akademie, die diesmal auch zeitlich in das Festival integriert sind, sind auf ein einzelnes Werk ausgerichtet: Händels Oratorium „Il Trionfo del Tempo e del Disinganno“. „Die verschiedenen Klassen“, so erläutert Akademie-Leiter Thomas Seedorf, „sollen zusammenarbeiten und lernen, aufeinander zu hören“. In zwei Abschlussaufführungen wird das Stück präsentiert, zusätzlich soll das Publikum im Rahmen von Werkstattkonzerten Einblicke in die Probenarbeit erhalten.
Für die kommenden Jahre, so Intendant Ulrich Peters, denke man über inhaltliche Erweiterungen der Festspiele nach: So sei etwa geplant, Händel in den Kontext seiner Zeit zu setzen. (Hinweis: Karten für die Händelfestspiele 2022 sind ab sofort erhältlich).

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Eindrücke vom Festival "ZeitGenuss": Konzert mit dem Trio Accanto

Das diesjährige Festival „ZeitGenuss“ - eine Kooperation der Stadt Karlsruhe und der Musikhochschule - wird in diesem Jahr kuratiert von der britischen Komponistin Rebecca Saunders, die unter anderem bei Wolfgang Rihm studiert hat. Ihr Werk steht im Mittelpunkt der viertägigen Veranstaltungsreihe; zu Gast war jetzt das Trio Accanto (Marcus Weiss, Saxophon, Nicolas Hodges, Klavier und Christian Dierstein, Schlagzeug) in der Evangelischen Stadtkirche mit einem Programm unter dem Titel „Shadows“ - benannt nach einem Stück von Rebecca Saunders für Klavier solo.
In diesem Programm ging es auch um Lebenserfahrungen voller Schatten und Dunkelheit – etwa zum Beispiel um das Leid der Menschen im Syrien-Krieg. Ein Zeitungsbericht und ein Text aus dem Gilgamesch-Epos sind die Grundlage für „Basar Aleppo oder die Straße nach Tyros“ von Rolf Riehm: Das Stück für Klavier, Marimbaphon und Zuspielungen hat einen abweisenden, zerstörerischen Charakter voller Stampfen und Getöse, ausgelöst durch die zugespielten Textpassagen und nur gelegentlich unterbrochen durch weiche und gedämpfte Marimba-Klänge.
Mit einem „akustischen Schatten“ setzt sich hingegen Rebecca Saunders in „shadow“ für Klavier solo auseinander; ein solcher „Schatten“ entsteht, wenn der gesamte Schall reflektiert wird und es keine Echo-Wirkungen gibt. Man hört scharfe Hell-Dunkel-Kontraste; Obertöne, die sich vermischen, dazu düstere, dröhnende Akkorde und Klänge, die über dem Bassgemurmel schweben.
Der Charakter des fragilen „Plan and Section of the same reservoir“ von Evan Johnson ist hingegen nicht wirklich auszumachen – denn die kaum wahrnehmbaren Akkorde, die Schleif- und Luftgeräusche (in Schlagwerk und Klarinette) vermischen sich mit den lauten Klängen, die vom Marktplatz her zu hören sind.
Rotierende Bewegungen und Skalen, dazu besondere Klangeffekte durch Cluster, extreme Schärfen oder schwebende Akkorde machen die Sonate Nr. 6 von Galina Ustwolskaja aus. Luftig und durchsichtig, von einer feinen Textur hingegen ist „mute materie“ (ein Präludium und zwei Echos für Altsaxophon) von Nadir Vassena. Es zwingt laut Programmheft den Instrumentalisten dazu, „die eigene instrumentale Technik neu zu erfinden“; zu hören sind unter anderem nervös umherflirrende Klänge.
Das Stück „That Time“ (nach Samuel Beckett) schrieb wiederum Rebecca Saunders für das Trio Accanto. Hier hört man zunächst eigenartige Mischungen aus Klängen, die im Raum schweben; später verdichtet sich all das zu dumpfen, maschinenartigen Geräuschen, zu scharfen Klangsplittern, aggressiven, peitschenden Schlägen – bis mit einem Klangschweif im Saxofon der Abend ausklingt.
Das Abschlusskonzert am 24.10. um 18 Uhr in der Christuskirche Karlsruhe („Sound Spaces II – Klangräume“) gestaltet das Aleph Gitarrenquartett, das Ensemble TEMA und der Kammerchor der Christuskirche unter der Leitung von Benjamin Hartmann.

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"Idomeneo" in Baden-Baden: Großartiges Mozart-Erlebnis

Mit einer halbszenischen Aufführung von Mozarts „Idomeneo“ (leider viel zu selten zu erleben) wurden gestern Abend die Herbstfestspiele in Baden-Baden eröffnet (ausführlicher Bericht folgt). Die Oper, 1781 in München uraufgeführt, verbindet auf neuartige, reizvolle Weise die französische „Tragédie lyrique“ mit der italienischen „Opera seria“ – das bedeutet: Affektgeladener stimmlicher Glanz, dabei aber auch eine dramatisch fortschreitende Handlung und eine große emotionale Dichte. Zudem arbeitet Mozart mit raffinierten Klangfarben: So stellt er etwa der Figur der Ilia in ihrer Arie „Se il padre perdei“ ein Quartett aus vier Bläsern zur Seite.
Thomas Hengelbrock ist mit seinem Balthasar-Neumann-Ensemble und dem dazugehörigen Chor, sowie mit durchweg hervorragenden Gesangssolisten eine großartige Aufführung gelungen: Michael Spyres glänzt als Idomeneo mit üppigsattem Tenor, Rachel Frenkel überzeugt als Idamante mit ihrem silbrig-schlanken Mezzosopran. Regula Mühlemanns geschmeidiger Sopran gibt den weichen Kantilenen der Ilia den richtigen Charakter, und großen Beifall bekommt die Sopranistin Nicole Chevalier für ihre berührende Darstellung der verzweifelten, innerlich zerrissenen Elektra.
Thomas Hengelbrock und sein Ensemble treiben die Handlung mit Entschlossenheit voran, spiegeln die Affekte in den Arien auf plastische Weise. Auch der Chor begeistert mit seinem Klangfarbenreichtum.
Eine weitere Aufführung gibt es nochmals am morgigen Samstag, den 23.10 um 18 Uhr im Festspielhaus Baden-Baden.

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Auszüge aus dem "Messias" in der Stadtkirche Durlach/ Johannes Blomenkamp wird "Kirchenmusikdirektor"

(red.) Auszüge aus Händels „Messias“ sind am Samstag, 30. und Sonntag, 31. Oktober (20 Uhr und 18 Uhr) in der Durlacher Stadtkirche zu hören: Bezirkskantor Johannes Blomenkamp hat aus dem beliebten Oratorium einige Chöre und Arien zusammengestellt. Im Anschluss an das Konzert am 30.10. wird ihm außerdem der Titel „Kirchenmusikdirektor“ durch Kord Michaelis, dem Landeskirchenmusikdirektor der Evangelischen Landeskirche in Baden, verliehen. Dies hatte die Landeskirche bereits im März bekannt gegeben.
„Karlsruhe hat sich in den letzten Jahren zu einem deutschlandweit beachteten Zentrum der evangelischen Kirchenmusik entwickelt,“ äußerte sich Kord Michaelis laut einer Pressemitteilung; das sei nicht zuletzt der „sehr guten Teamarbeit der Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker“ unter Leitung von Bezirkskantor Johannes Blomenkamp zu verdanken.
Bei der (pandemiebedingt) gekürzten Fassung des „Messias“ stehen Chöre und Arien aus allen Abschnitten des Werkes auf dem Programm - auch solche, die bei einer Gesamtaufführung in der Regel gestrichen werden. Die Durlacher Kantorei singt in kammermusikalischer Besetzung. Die Solopartien übernehmen Carmen Buchert (Sopran), Alexandra Rawohl (Alt) und Christian Rathgeber (Tenor). Es spielen Mitglieder der Camerata 2000.