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Hörproben aus dem Kantorat der Stadtkirche Karlsruhe

Auch in Corona-Zeiten lassen viele Konzertveranstalter über verschiedene Online-Kanäle von sich hören – so auch die Evangelische Stadtkirche Karlsruhe. Auf der Website www.musikanderstadtkirchekarlsruhe.de oder auf stadtkirche-karlsruhe.de gibt es beispielsweise eine Kostprobe zur neuen CD „Aufgefächert“ mit KMD Christian-Markus Raiser, deren Produktion sich nun verzögert hat. Außerdem ist dort ein „Ständchen“ anlässlich des 335. Geburtstags von Johann Sebastian Bach zu hören (das „Air“ in der Fassung von Sigfrid Karg-Elert), sowie eine Improvisation über Beethovens „Ode an die Freude“: Raiser folgte damit einem Aufruf vom 22. März – dem Sonntag „Laetare“, auch Freudensonntag genannt – der zum „gemeinsamen“ Musizieren in Corona-Zeiten einlud.

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Bundesweiter Spendenaufruf für Nothilfefonds "Sängerhilfe"

(red.) Die Fachzeitschrift OPER! hat in Kooperation mit der Manfred Strohscheer Stiftung in Berlin den Nothilfefonds „Sängerhilfe“ ins Leben gerufen. Sängerinen und Sänger, sowie sonstige Beschäftigte des Musiktheaters können ab sofort einen Antrag auf Hilfe stellen, wenn sie durch die Corona-Krise in wirtschaftliche Bedrängnis geraten sind. Zugleich rufen OPER! und die Manfred Strohscheer Stiftung zu Spenden auf.
Wer am Opernhaus oder Theater als Festangestellter innerhalb tariflicher Strukturen arbeitet, kann sich in dieser außergewöhnlichen Lage zumindest seiner finanziellen Basis sicher sein. Ganz anders sieht es hingegen für alle Freiberufler aus: für Sängerinnen und Sänger, Regisseure, Regieassistenten und generell für all jene freien Künstler, die ausschließlich für einzelne Projekte oder Aufführungen engagiert und bezahlt werden. Während für Instrumentalmusiker und andere Kulturbereiche bereits entsprechende Nothilfefonds eingerichtet wurden, gibt es eine solche Hilfe für freischaffende SängerInnen und Beschäftigte des Musiktheaters bislang nicht.
Die Initiatoren geben an, dass auf Antrag einmalig bis zu 2000 Euro pro Person aus dem Fonds ausbezahlt würden. Nähere Informationen – auch für diejenigen, die spenden möchten - sowie der Antrag auf Corona-Hilfe sind auf folgender Webseite zu finden: www.saengerhilfe.de

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Schwarzwald-Musikfestival wird verschoben

(red.) Aufgrund der aktuellen Situation muss das diesjährige Schwarzwald-Musikfestival (15. Mai bis 1. Juni) auf das kommende Jahr verschoben werden: Es soll nun vom 7. bis 24. Mai 2021 stattfinden. Man arbeite bereits an der Festlegung der einzelnen Konzerttermine, heißt es seitens der Festival-Leitung. Alle gekauften Eintrittskarten behalten währenddessen ihre Gültigkeit. Nach Bekanntgabe der neuen Veranstaltungstermine haben Kunden im Falle eines Erstattungswunsch es sechs Wochen lang die Möglichkeit, Ihre Tickets an das Festivalbüro postalisch zurückzusenden. Sie erhalten daraufhin Ihren Kaufpreis zurück. Weitere Informationen unter www.schwarzwald-musikfestival.de

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Weitere Absagen wegen Corona

Wie zu befürchten war, betriftt die Corona-Krise auch die Schwetzinger Festspiele und die Europäischen Kulturtage. Inwieweit man einzelne der in Schwetzingen vorgesehenen Konzerte nachholen könne, werde in Abhängigkeit der Pandemieentwicklung geprüft, heißt es seitens des SWR.
Abgesagt sind ebenfalls die Europäischen Kulturtage, die im kommenen Jahr im gleichen Zeitraum stattfinden sollen. Da das Thema "Europa - ein Versprechen" lautet, wolle man die derzeitige Bewährungsprobe mit berücksichtigen.
Der Klavierabend mit Jan Lisiecki im Rahmen der "Karlsruher Meisterkonzerte" am 26. März wird verschoben. Genauere Informationen sind den jeweiligen Webpräsenzen der Veranstalter zu entnehmen.

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Corona-Krise: "Generalpause" an der Musikhochschule

(red.) Die Musikhochschulen Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart und Trossingen haben sich eine „Generalpause“ verordnet und sich mit dem Wissenschaftsministerium unter anderem auf folgendes Vorgehen verständigt: Der Semesterbeginn wird auf den 20. April 2020 verschoben. Bis dahin gibt es weder Unterricht noch Seminare, ebenso keine Proben, Konzertveranstaltungen oder größere Prüfungskonzerte.
In der Hochschule darf zudem nicht geübt werden. Die Hochschulgebäude dürfen für diese Zwecke bis einschließlich 19. April 2020 nicht genutzt werden.
Die Bibliothek bleibt bis zum 20. April geschlossen. Die Ausleihe ist nach individueller Absprache mit der Bibliotheksleitung möglich.
Geschlossen bleibt auch die Verwaltung, somit findet auch kein Publikumsverkehr statt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind telefonisch und per e‐Mail erreichbar. Da die Musikhochschulen viele Studierende und Neustudierende aus den vom Robert-Koch-Institut benannten Risikoländern haben, ist ein vollständiges Ruhen des Hochschulbetriebs (von einzelnen Forschenden abgesehen) aus Sicht der Rektorate zum vorbeugenden Schutze aller nötig.

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Baden-Baden: Osterfestspiele abgesagt

(red.) Es war zu erwarten, nun ist es Gewissheit: Die Osterfestspiele 2020 können nicht stattfinden. Mit der am Wochenende veröffentlichten Allgemeinverfügung über das Verbot von Veranstaltungen bis zum 19. April sei das Festival unmöglich geworden, so Intendant Benedikt Stampa. „Wir sind nun verpflichtet, die Osterfestspiele 2020 sowie sämtliche weiteren Konzerte und Veranstaltungen abzusagen. Ich bin sehr traurig, dass nun alle Vorbereitungen beendet werden. Wir standen schon in den fertigen Kulissen für die Beethoven-Oper ‚Fidelio’.“
Das Festspielhaus Baden-Baden bittet die Besucher, die bereits Eintrittskarten für die Osterfestspiele gekauft hatten, um Geduld. „Wir werden uns so rasch es geht mit allen Kunden in Verbindung setzen“, so Benedikt Stampa. Mit den Berliner Philharmonikern befindet sich das Festspielhaus derzeit in Gesprächen über ein exklusives und außerplanmäßiges Konzertwochenende im Herbst. „Ich bin dem Orchester und seinem Chefdirigenten Kirill Petrenko sehr dankbar, wenn sie sich auf diese Weise zu Baden-Baden bekennen und ihrem Publikum hier eine Freude machen würden.“
Das Programm für die Saison 2020/21 steht indessen bereits fest; der Vorverkauf startet in der kommenden Woche. Die eigentlich für vergangenen Freitag vorgesehene Spielplan-Pressekonferenz wurde aufgrund der derzeitigen Ereignisse abgesagt.

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Corona-Krise betrifft Kirchenkonzerte, Bruchsaler und Ettlinger Schlosskonzerte

Aufgrund der sich zuspitzenden Corona-Krise haben sich weitere Veranstalter der Region - zum Schutze des Publikums und um einer weiteren Verbreitung entgegen zu wirken - dazu entschlossen, ihre Konzerte abzusagen: Dies betrifft die Markus-Passion am 14. März in St. Bernhard in Karlsruhe und das Konzert der Speyerer Domsingknaben am 15. März in der Christuskirche Karlsruhe.
Auch das Oratorienkonzert mit Haydns „Schöpfung“ in der Evangelischen Stadtkirche Karlsruhe am Sonntag, den 15. März wurde abgesagt; hier ist zunächst eine Verschiebung auf Ende Juni geplant. Die bereits gekauften Karten behalten ihre Gültigkeit oder können zurück gegeben werden.
Betroffen sind ebenso die Bruchsaler Schlosskonzerte: Abgesagt sind zunächst die beiden bereits ausverkauften Konzerte am 20. März mit der Münchner Cellistin Raphaela Gromes und am 24. April mit dem Van Baerle Trio Amsterdam. Ob das gleichfalls ausverkaufte Saison-Abschlusskonzert am 15. Mai mit dem dänisch-lettischen Carion Wind Ensemble stattfinden kann, ist derzeit noch offen. Die gelösten Karten werden entsprechend zurückerstattet. Weitere Informationen unter www.bruchsaler-schlosskonzerte.de
Das Ettlinger Schlosskonzert am 22. März mit dem Duo Sebastian Manz und Michael Klett wird auf 11. Oktober verschoben.

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Staatstheater Karlsruhe unterbricht Vorstellungsbetrieb bis 19. April

(red.) Auch das Staatstheater Karlsruhe folgt der Anordnung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst: Mit dem Ziel, die Verbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, finden vom 11. März bis zum 19. April 2020 keine Vorstellungen statt, teilt das Haus mit. Die Einstellung des Spielbetriebs betrifft alle Spielstätten und Veranstaltungsorte des Theaters. Erworbene Eintritts- und Abokarten für abgesagte Vorstellungen werden automatisch storniert und in einen Gutschein umgewandelt. Falls seitens des Theaters Rückfragen bestehen, wird sich der Kartenservice – soweit Kontaktdaten vorliegen – bei den Kunden melden. Alle anderen KartenkäuferInnen werden gebeten, sich ab 13.3. an den Kartenservice zu wenden (0721 933 333 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

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Tag des Musikunterrichts in Baden-Baden: Musik als "Spaß"- und Ausgleichs-Fach?

Zu einem „Tag des Musikunterrichts“ luden das Regierungspräsidium Karlsruhe gemeinsam mit dem Festspielhaus Baden-Baden: Im Mittelpunkt standen dabei Workshops, die auf eine sinnlich erfahrbare Musikvermittlung abzielen und neue Impulse für den Musikunterricht geben könnten, wie etwa „Body Percussion“, „Soundpainting“ oder „Beatboxen“.
Eine Talkrunde beschloss den Tag; diskutiert wurde dabei die Frage, was der Musikunterricht grundsätzlich leisten kann und ob Musik in der Schule eher ein „Spaß- und Ausgleichsfach“ darstellen sollte. Darüber sprachen Rüdiger Beermann (Festspielhaus Baden-Baden) und Achim Fessler (Fachberater Musik am Regierungspräsidium Karlsruhe) mit der Gesangspädagogin Amélie Erhard (München), der Professorin Silke Schmid (Pädagogische Hochschule Freiburg) und dem Musik-Philosophen Thomas Dworschak (Universität Leipzig).
Ausgangspunkt hierbei bildete eine Umfrage unter Erwachsenen, die den Musikunterricht offenbar zum Teil als bloßstellend und beschämend erlebt hatten. Achim Fessler kritisierte zudem einen „veralteten Bildungsbegriff“, wonach in der Unterstufe häufig nur gesungen, in der Oberstufe hingegen analysiert werde. Auf dem Podium war man sich einig darüber, dass Musik ein Ausgleichsfach sei, also „Freude bereiten“ sollte.
Die Diskutanten verstehen dabei Musik als etwas, das „aus sich heraus“ bereits sinnvoll sei; einen Zugang zur Musik schaffe unter anderem die praktische Klangerzeugung. Der Musikunterricht sei zudem dann gut, wenn es gelinge „Erfolgserlebnisse“ zu vermitteln, denn mit Klängen könne zunächst einmal „gespielt“ werden.
Wie kein anderes Fach sei außerdem die Musik dazu geeignet, eine ganze Gruppe von Menschen gleichermaßen anzusprechen, da sich beispielsweise ein bestimmter Rhythmus, ein „Groove“ auch auf andere übertrage. Dieses Phänomen sei beispielsweise gut dazu geeignet, die Musik als „integratives Mittel“ (etwa in der Arbeit mit Flüchtlingen) einzusetzen.
Einig waren sich die Pädagogen darüber, dass stets das Individuum - der Schüler - und sein jeweiliger Entwicklungsprozess im Vordergrund stehen müsse.
Außerdem wurde die Frage erörtert, was überhaupt eine „musikalische Kompetenz“ sei – denn schließlich gehe es im Schulunterricht vielfach nur um das Abfragen von lexikalischem Wissen. Dies habe mit „Musikalität“ jedoch erst einmal nichts zu tun.
Obwohl die Diskutanten einen praktischen, sinnlich erlebbaren Zugang zur Musik eindeutig befürworteten, sah man jedoch auch das Spannungsfeld, indem sich der Musikunterricht grundsätzlich bewegt: Denn der Bildungsplan gibt schließlich eindeutige Ziele – etwa die Erarbeitung von Tonräumen und Notenwerten – vor.

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Historischer Stoff mit böser Ahnung: Kammeroper "Simplicius Simplicissimus" von Karl Amadeus Hartmann bei den Osterfestspielen

Spannendes Musiktheater erwartet die Besucher der Baden-Badener Osterfestspiele mit den Berliner Philharmonikern: Neben der Hauptproduktion, Beethovens „Fidelio“, ist als zweites Bühnenwerk die Kammeroper „Des Simplicius Simplicissimus Jugend“ von Karl Amadeus Hartmann im Theater Baden-Baden zu sehen. Diese Kammeroper thematisiert – ebenso wie die barocke Vorlage des Dichters Grimmelshausen – den Dreißigjährigen Krieg, eines der größten Traumata in Europa. Geschrieben wurde die Urfassung (auf Anregung des Dirigenten Hermann Scherchen) in den Jahren 1934 bis 1936, und zwar bereits in der Vorahnung der drohenden Katastrophe. Der historische Stoff enthält somit einen bewussten Gegenwartsbezug. Hartmann musste seine Partitur deshalb vor den Nazis verstecken; erst 1948 wurde das Werk uraufgeführt.
Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa nennt die Kammeroper ein „Meisterwerk der Musikgeschichte“; sie stehe zudem in echter Nachbarschaft zur „Freiheitsoper“ Fidelio. Somit gebe es bei den diesjährigen Festspielen zwei „große thematische Blöcke“, die den Blick darauf lenken, dass Europa „auch heute wieder gefährdet“ sei, sagte Stampa im Rahmen eines Pressegesprächs. Für Nicola May, die Intendantin des Theaters Baden-Baden, ist die Produktion jener spannende Moment im Jahr, in dem das Theater die Türen öffne „für die Musik und die jungen Gäste“.
Erarbeitet wird die Oper mit jungen Sängerinnen und Sängern; im 18köpfigen Orchester sitzen Mitglieder der Berliner Philharmoniker sowie junge Künstler der Karajan-Akademie. Chorsänger aus der Region verstärken das Ensemble.
Regie führt Eva-Maria Höckmayr, die das Werk als „Geschenk“ bezeichnet; Hartmann habe „parabelhaft“ in die Zukunft geblickt: „An diesem ahnungsvollen Punkt stehen wir heute auch wieder“. Musikalisch speist sich die Kammeroper aus unterschiedlichen Einflüssen: Der Komponist orientierte sich an Strawinsky, Prokofiew und Bartok; verschiedene vokale Formen wie Lied, Arie oder Bänkelgesang verdichten das Drama um die Hauptfigur, die ihre Naivität als Waffe einsetzt.
Die Baden-Badener Produktion stellt damit auch einen Bezug zur Region her - schrieb doch Grimmelshausen sein Hauptwerk im benachbarten Renchen. Beteiligt am Projekt, das unterstützt wird durch die Zastrow-Foundation, sind deshalb auch sieben Schulen aus der Region: Die Schülerinnen und Schüler widmen sich dem Thema im Rahmen einer Ausstellung, deren Exponate sie selbst erarbeitet haben.
Premiere ist am 5. April im Theater Baden-Baden, nach den Festspielen geht das Stück in den Spielplan des Theaters über.