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Festspielhaus Baden-Baden: Neues Leitungsteam stellt sich vor/ Festspielhaus-Charakter soll künftig gestärkt werden

Nun ist sie vollständig, die neue „Kapitänsbrücke“ im Festspielhaus Baden-Baden: Seit Beginn der laufenden Spielzeit ist Benedikt Stampa als neuer Intendant im Amt. Die Betriebswirtin Ursula Koners, vormals Leiterin des des Instituts für Familienunternehmen an der privaten Zeppelin-Universität in Friedrichshafen, folgte kurz darauf als Geschäftsführerin: Zeit also, im Rahmen eines Pressegesprächs jetzt eine erste Zwischenbilanz zu ziehen.
„Das kommt mir vor wie ein Jahr, und das ist ein gutes Zeichen“, sagte Koners und verwies auf das „spannende Umfeld“, in dem es noch viel Gestaltungsfreiheit gebe. „In den letzten 20 Jahren wurde das Haus zu einer besonderen Strahlkraft geführt, aber jetzt steht ein Generationenwechsel an" – und damit neue Impulse sowohl bei den Mitarbeitern, als auch bei den Künstlern und den Förderern des Hauses. Zu Gute komme ihrer Arbeit außerdem, dass sie im Rahmen ihrer Tätigkeit an der Zeppelin-Universität bereits Kontakt hatte mit jenen Unternehmen, die das Festspielhaus unterstützen. Weiteres Verbesserungspotenzial sieht sie im Bereich der Digitalisierung, der Vermarktung durch Online-Kanäle.
Gleichzeitig aber möchte man sich in Baden-Baden verstärkt auf die eigene Musik-Geschichte zurückbesinnen, die auch im Programm Niederschlag finden soll. Zudem hat Stampa bereits Gespräche mit dem Burda Museum und dem Brahms-Haus geführt: Er schwärmte von der kulturellen „Fülle“.
Auch der Dirigent Thomas Hengelbrock, der jüngst mit einem Beethoven-Programm zu Gast war, sei ein Künstler, wie er bereits im 19. Jahrhundert in der „Sommerhauptstadt Europas“ hätte gastieren können: „Er ist faszinierend und inspirierend als Künstlerpersönlichkeit und als Ensemble-Gründer“, so Benedikt Stampa. Außerdem erreiche er „genau die richtige Mischung zwischen tiefgründiger Interpretation und kommerziellem Erfolg“.
Dieser kommerzielle Erfolg stellte sich im vergangenen Herbst in Baden-Baden häufig ein: Der Saisonbeginn im September, die Herbstfestspiele mit dem Dirigenten Teodor Currentzis und das traditionelle Winter-Gastspiel mit dem Mariinsky Ballett hätten die 100-Planungen übertroffen, teilte Ursula Koners mit.
Künftig soll das Haus noch stärker zum Festspielhaus im eigentlichen Sinne ausgebaut werden: Säulen sind dabei die Pfingstfestspiele mit dem SWR Symphonieorchester, das im Festspielhaus wieder eine „Heimat“ bekommt, daneben die Sommerfestspiele mit dem Gewandhausorchester Leipzig (als Residenz-Orchester) und besonders die Osterfestspiele mit Kirill Petrenko und den Berliner Philharmonikern. Sie schätzen den Spielort außerordentlich: „Es war schön, an den Gesprächen teilzunehmen“, erzählte Ursula Koners, „und dabei mitzuerleben, wie sehr sich das Orchester auf Baden-Baden freut.“ Auch der Choreograf John Neumeier wird verstärkt im Programm vertreten sein.
Was die Zuschauer angeht, so will man künftig vermehrt in der Schweiz und in Frankreich Fuß fassen. „Baden-Baden hat das Zeug dazu, zu einem der führenden Festspielhäuser in Europa zu werden,“ ist Benedikt Stampa überzeugt.

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Programm der Karlsruher Händel-Festspiele vorgestellt

Im Mittelpunkt der kommenden Karlsruher Händel-Festspiele (14. bis 28.02. 2020) steht die Oper „Tolomeo, Re d‘ Egitto“ - ein Drama um einen lebensmüden und verlassenen Anti-Helden. „Diese Oper ist noch niemals in Karlsruhe aufgeführt worden“, erklärte Michael Fichtenholz - der auch nach seinem Weggang aus Karlsruhe künstlerischer Leiter der Festspiele bleibt - im Rahmen der heutigen Pressekonferenz am Staatstheater Karlsruhe. Regie führt Benjamin Lazar, der mit seiner barocken Inszenierung von „Riccardo Primo“ vor einigen Jahren bereits für Aufsehen sorgte. Diesmal jedoch bewegt sich seine Ästhetik eher im Stil der 1930er und 40er Jahre; „die Geschichte spielt in einem romantischen Hotel am Meer“, so Fichtenholz. In der Titelrolle ist der polnische Countertenor Jakub Jozef Orlinski zu hören; die musikalische Leitung hat Federico Maria Sardelli.
Wieder aufgenommen (am 21.02.) wird daneben die überaus erfolgreiche Produktion „Serse“ in der Inszenierung von Max Emanuel Cencic – allerdings nicht mit Franco Fagioli, sondern mit David Hansen in der Titelrolle. Insgesamt vier Mal ist diese Oper zu sehen.
Im Rahmen des Kammerkonzert-Formates „Abendsterne“ gastiert der Countertenor Terry Wey in der Christuskirche (23.02.), und unter dem Motto „persisches Barock“ nähert sich der Countertenor Cameron Shahbazi einem orientalisierenden Repertoire (18.02.) – mit dem zusätzlichen Wissen um die persische Musikkultur. Daneben gibt Valer Sabadus ein Gala-Konzert (15.02.). Die Karlsruher Händel-Gesellschaft, die sich vor allem der Nachwuchs-Förderung verschrieben hat, lädt am 16.02. zum Preisträgerkonzert des traditionellen Händel-Jugendwettbewerbs.
Daneben unterstützt die Gesellschaft auch die Internationale Händel-Akademie, deren Existenz – so verriet der künstlerische Leiter Thomas Seedorf – trotz der Etat-Kürzungen gesichert ist, wenn auch mit Einschränkungen. So gibt es beispielsweise die Meisterkurse nur noch alle zwei Jahre; in den dazwischen liegenden Festspielen bietet man dafür das wissenschaftliche Symposium an. Hier plane man „eine engere Anbindung an das Programm der Festspiele“, so Seedorf. Das Motto des kommenden Symposiums (15.02.) heißt: „Von Rom nach London. Wege zu Händels „Tolomeo d‘ Egitto“; musikalisch beleuchtet wird dieses Thema in einem Mittags-Konzert.
Am 16.02. nähert sich hingegen der CoroPiccolo unter Christian-Markus Raiser den „Stationen im Leben Händels“. Das Kammerkonzert der Deutschen Händel-Solisten (24.02.) leitet Markus Möllenbeck, beim Festkonzert am 20.02. ist Jory Vinikour als Dirigent und Cembalist zu erleben.
Der Vorverkauf für die Festspiele hat begonnen, weitere Informationen unter www.staatstheater.karlsruhe.de

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"Opera Europa" tagt in Straßburg und Karlsruhe/ Erster "World Opera Day"

Noch gemeinsam mit seiner Straßburger Kollegin Eva Kleinitz hatte Peter Spuhler, Generalintendant des Staatstheaters Karlsruhe, die Idee entwickelt: Die Konferenz der „Opera Europa“ (eine Vereinigung von mehr als 200 eurpäischen Bühnen und Festivals, zu deren Gründungsmitgliedern auch das Karlsruher Staatstheater gehört) ist in diesem Jahr eine länderübergreifende Veranstaltung.
Vom 24. bis zum 27. Oktober wird das Treffen in Straßburg und in Karlsruhe abgehalten, also mitten im Herzen Europas. Ein Bustransfer über den Rhein nach dem ersten Teil der Konferenz hat Symbolcharakter, denn das Motto dieses Treffens lautet „Brücken bauen“. Damit wolle man gerade in Zeiten, da Europa durch nationalistische Tendenzen auseinander zu brechen drohe, ein Zeichen der Zusammenarbeit setzen, sagte Spuhler im Rahmen einer Pressekonferenz am Staatstheater. Denn: „Die Oper als weltweit bedeutende Kunstform ist in der Lage, Verbindungen zu schaffen.“
Nun, nach dem Tod der innovativen Straßburger Intendantin – sie stand der Vereinigung zudem als erste Frau vor - ist dieses Treffen besonders ihrem Andenken gewidmet.
Ohnehin, so betont die Karlsruher Opernchefin Nicole Braunger, sehe man sich gegenseitig nicht als Konkurrenten, sondern stehe untereinander im regen Austausch. Nicht zuletzt unter dem Eindruck der notwendigen Sanierungen in Karlsruhe, Stuttgart und Straßburg (hier ringt man noch um Lösungen) werden hierbei Fragen verhandelt wie etwa: Welche Theaterbauten braucht die Oper in Zukunft? Ist Oper an ein Gebäude gebunden? Wie kann die Verbindung zwischen Oper und Digitalisierung gelingen, und welche Aufgabe hat die Oper künftig in einer Gesellschaft, die immer mehr in einzelne Gruppen zerfällt?
Außerdem wird am 25. Oktober der erste „Welttag der Oper“ ins Leben gerufen. „Nach 400 Jahren hat die alte Dame einen richtigen Geburtstag verdient“, sagt Nicole Braunger. Damit wolle man nicht nur auf die weltweite Kunstform hinweisen, sondern auch darauf, dass die Oper der Gesellschaft etwas zurückgeben solle.
Der „World Opera Day“ ist bislang eine Vorstufe des UNESCO-Welttags und eine Initiative der Vereinigungen „Opera Europa“, „Opera America“ und „Opera Latinoamerica“.

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Internationales Heinrich-Schütz-Fest in Karlsruhe

Das diesjährige - das 50. - Heinrich-Schütz-Fest der Internationalen Heinrich-Schütz-Gesellschaft ist vom 10. bis zum 13. Oktober zu Gast in Karlsruhe. Dabei scheint es auf den ersten Blick keine Beziehung zu geben zwischen der Fächerstadt und dem großen frühbarocken Komponisten. Doch der Durlacher Hof hatte Verbindungen zum Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel; hier nämlich wirkte Schütz, bevor er nach Dresden wechselte.
Im Mittelpunkt des Festivals steht die Vielfalt der Vokalmusik von Schütz bis Wolfgang Rihm, die im Rahmen von Konzerten, Kursen und Vorträgen beleuchtet wird. Zudem gibt es ein wissenschaftliches Symposium zum Thema "Repräsentationsmusik in Residenzen der Schütz-Zeit". 
Eröffnet wird das Fest am Donnerstag, den 10. Oktober mit einem Podiumsgespräch zwischen KMD Christian-Markus Raiser und Wolfgang Rihm in der Karlsburg in Durlach. Beginn ist 16 Uhr. Das Abendkonzert in der Stadtkirche Durlach (20 Uhr) bestreitet das Johann-Rosenmüller-Ensemble.
Am Freitag, den 11. Oktober gastiert der Dresnder Kammerchor unter Hans-Christoph Rademann mit den "Psalmen Davids" von Heinrich Schütz in der Evangelischen Stadtkirche Karlsruhe; Beginn ist 20.15 Uhr. Bereits zuvor, um 17 Uhr, ist der CoroPiccolo (Leitung: Christian-Markus Raiser) unter dem Motto "Raum-Zeit-Klang" im ZKM zu hören.
Am 12. Oktober gibt es ab 14 Uhr in der Karlsruher Kunsthalle eine Bildbetrachtung mit Musik zum Thema: "Heldentum, Ehebruch und Heiliger Tanz". Wolfgang Vögele referiert hierbei über König David; die musikalische Gestaltung übernimmt die Hof-Capelle Karlsruhe. Repräsentationsmusik des 17. Jahrhunderts präsentiert ab 17 Uhr das Bremer Barock Consort in der Lutherkirche, und um 20 Uhr sind der Kammerchor des KIT, der Kammerchor der Christuskirche und das Gambenconsort Les Escapades mit Psalm-Vertonungen in der Christuskirche Karlsruhe zu hören.
Das Festival endet mit einem Abschluss-Gottesdienst am Sonntag, den 13. Oktober um 10.30 Uhr in der Evangelischen Stadtkirche Karlsruhe.
Das vollständige Programm und weitere Informationen unter www.schuetzgesellschaft.de.

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Preisträger des Wettbewerbs "Es sind noch Lieder zu singen"

(red.) Am gestrigen Mittwoch wurde der 3. Internationale Wettbewerb Karlsruhe für das Lied des 20. und 21. Jahrhunderts entschieden. Er war dem Liedschaffen von Hermann Reutter, Aribert Reimann und Wolfgang Rihm gewidmet. Für drei Duos gab es Anerkennungspreise von je 1500 Euro: für Mara Maria Möritz (Sopran) und Patrik Hévr (Klavier), Céline Akcag (Mezzosopran) und Rebeka Stojkoska (Klavier) sowie für Paula Sophie Bohnet (Sopran) und Victoria Guerrero (Klavier). Das Duo mit Chi-An Chen (Bariton) und Ting-Yueh Wang (Klavier) wurde mit einem zweiten Preis in Höhe von insgesamt 6000 Euro für die „besonders intensive Einheit und ein Höchstmaß an Präzision“ belohnt. Der erste Preis in Höhe von 10 000 Euro ging an die Sopranistin Hyun Seon Kang und den Pianisten Uram Kim. Hier hob die Jury das „Erleben von innen heraus“, den „beglückenden Vortrag und die hohe Bühnenpräsenz“ hervor. Die Mitglieder der Jury waren die Sopranistin Krisztina Laki, der Pianist Markus Hadulla, und der Bariton Wolfgang Holzmair.

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Weingartner Musiktage starten am Wochenende

 (red.) Am kommenden Samstag starten die Weingartner Musiktage Junger Künstler: Zum ersten Konzert des Festivals am 5.10. um 20 Uhr steht das junge Jazz-Ensemble "Three Fall & Melane“ auf der Bühne des Gewächshaus Stärk. Die Musiker von "Three Fall" sorgten mit der ungewöhnlichen Kombination von Bassklarinette und Tenorsaxophon mit Schlagzeug und Posaune bereits für Aufsehen; jetzt bringen sie mit der Stimme der kongolesisch-deutschen Sängerin Melane neue Farbe in ihren Sound.
Am Sonntag, den 6.10., um 10:30 Uhr gastiert das bekannte Bläser-Ensemble "Da Blechhauf'n" im Gewächshaus. Im Vorverkauf gibt es keine Karten mehr, eventuell sind bei Öffnung der Tageskasse um 9:30 Uhr noch Restkarten erhältlich. Das Konzert am Abend des 6.10. gestaltet ab 19 Uhr Olivia Trummer mit Stimme und Klavier. Sie wurde 2019 mit dem Jazz-Preis Baden-Württemberg ausgezeichnet.
Beim Preisträgerkonzert "Young Elites" am Sonntag, 13.10. (19 Uhr, Turmzimmer im Rathaus) sind neben dem Preisträger des Deutschen Musikwettbewerbes - Friedrich Thiele (Violoncello - auch einige erste Preisträger des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“ aus der Region zu hören: das Vokalensemble Lilli-Sophie Schneider (Sopran), Penelope Gatidis (Alt), Benjamin Mues (Tenor), Karl Andrej Beier (Bass) sowie Tanea Romond, (Klavier und Pop-Gesang) und Morgane Voisin (Violine).
Weitere Konzerte gibt es am Samstag, 12.10. um 20 Uhr im "Goldenen Löwen" (SWR2 New Talent mit Janina Ruh, Violoncello), sowie am Freitag, 18.10. um 20 Uhr (Schwester-Bruder-Onkel-Konzert mit Lia Vielhaber, Violoncello, Jón Vielhaber, Trompete und Gerhard Vielhaber, Klavier) und am Samstag, 19.10. um 20 Uhr („Rising Star“ Farida Rustamova, Violine, spielt mit Nargiza Alimova, Klavier). Beide Konzerte finden im Autohaus Morrkopf statt.
Zum Kinderkonzert - „Karneval der Tiere“ mit Juri Tetzlaff und dem "Con fuoco Quintett" -  am Sonntag, den 13. Oktober um 15 Uhr im Festsaal "Zum Goldenen Löwen" gibt es bei Saalöffnung um 14.30 Uhr möglicherweise noch Restkarten. Der Vorverkauf wurde bereits geschlossen.
Das Abschlusskonzert in der evangelischen Kirche bestreitet am Sonntag, 20. Oktober um 19 Uhr die Flötistin Kathrin Christians, zusammen mit der Jungen Südwestdeutschen Philharmonie. Das Ensemble wurde 2015 von ehemaligen Musikern des Landesjugendorchesters Rheinland-Pfalz, des Bundesjugendorchesters und begabten jungen Musikern aus dem Südwesten gegründet.
Weitere Informationen unter www.weingartner-musiktage.de.

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Wettbewerbe an der Musikhochschule Karlsruhe

Mit einem Preisträgerkonzert am heutigen Freitag, den 27. September (19.30 Uhr, Wolfgang-Rihm-Forum) endet der Europäische Kammermusikwettbewerb, der alle zwwei Jahre gemeinsam von der Stadt Karlsruhe, dem Max-Reger-Institut und der Internationalen Max-Reger-Gesellschaft veranstaltet wird. Er fördert nicht nur das Musizieren im Ensemble, sondern dient auch der Pflege des Regerschen Werks.
Am Montag, den 30. September beginnt der dreitätige "Internationale Wettbewerb für das Lied des 20. und 21. Jahrhunderts" ("Es sind noch Lieder zu singen ..."), der 2019 zum dritten Mal über die Bühne geht. Die jungen Künstler setzen sich in diesem Jahr mit der Musik von Aribert Reimann, Hermann Reutter und Wolfgang Rihm auseinander. Der Wettbewerb ist öffentlich; Beginn ist jeweils 11.30 Uhr (Achtung, geänderte Uhrzeit) im Wolfgang-Rihm-Forum. 

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Festspielhaus Baden-Baden startet mit Ballett-Oper

(red). Mit John Neumeiers Fassung der Oper „Orphée et Eurydice“ von Christoph Willibald Gluck eröffnet das Hamburg Ballett am 27. September 2019 die neue Saison im Festspielhaus Baden-Baden. Ganz bewusst, so heißt es in einer Pressemitteilung des Hauses, habe Benedikt Stampa diese Ballett-Oper an den symbolträchtigen Beginn seiner Intendanz gestellt: Er unterstreiche damit die stilistische Vielseitigkeit der Produktionen John Neumeiers und die mehr als 20jährige Verbundenheit mit dem Hamburg Ballett. Die erste Zusammenarbeit der Hamburger Compagnie mit dem Freiburger Barockorchester führe zugleich das Potenzial der Region für künstlerische Sternstunden vor Augen. Anlässlich des heutigen Pressegesprächs hob John Neumeier die kreative Atmosphäre im Festspielhaus hervor: „Jedes Mal wenn ich nach Baden-Baden komme, spüre ich den Geist eines ‚Fest-Spiels‘: In Baden-Baden ist nicht nur der Bühnenraum physisch größer, das Festspielhaus erlaubt auch künstlerisch eine weitere Dimension“, wird Neumeier zitiert.
In seiner Fassung von „Orphée et Eurydice“ führt John Neumeier die klassische Opernhandlung in die Ballettwelt der Gegenwart. Wie bei der Pariser Uraufführung im Jahr 1774 werden Tanz und Musik zum unmittelbaren Ausdrucksträger tief menschlicher Emotionen. In den Tänzer-Hauptrollen sind Edvin Revazov und Anna Laudere als Doubles von Orphée und Eurydice zu erl eben. Unter der musikalischen Leitung von Alessandro de Marchi treten als Sängersolisten auf: Dmitry Korchak (27./29.9.) und Maxim Mironov (28.9.) als Orphée, daneben Arianna Vendittelli als Eurydice und Marie-Sophie Pollak als L'Amour.
Beginn der Aufführung ist 19 Uhr; am 28.09. beginnt die Oper um 18 Uhr, am 29.09. bereits um 17 Uhr.

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Konzerte und Oper im August

Am kommenden Sonntag, den 4. August ist Christian-Markus Raiser, der Kantor der Evangelischen Stadtkirche, beim Internationalen Orgelsommer mit Werken von Johann Christian Rinck, Johannes Brahms, Jehan Alain und Henri Mulet zu hören. Beginn ist 20.30 Uhr in der Kleinen Kirche; ein Künstlergespräch ("Auf dem Blauen Sofa") gibt es bereits um 19.30 Uhr in der Stadtkirche. Den Abschluss des Orgelsommers gestaltet der Münchner Organist Klaus Geitner am 11. August mit Musik von Marco Bossi, Johann Eckelt, Carson Cooman und Andreas Willscher.
Am Samstag, den 17. August beginnt in Wissembourg im Kulturzentrum "La Nef" (ehemaliges Dominikanerkloster) das traditionelle spätsommerliche Kammermusikfestival. Beim Eröffnungskonzert gastieren das junge Gerhard Quartett aus Barcelona und der Cellist Christoph Croisé. Die Konzerte finden täglich statt; während der Woche beginnen sie um 20 Uhr, an den Wochenenden um 18 Uhr. (Nähere Informationen unter www.wissembourg-festival.de). Mit einem Konzert des Quatuor Ebène am 12. September endet das diesjährige Festival.
Das Ensemble "Junges Kollektiv MusikTheater" lädt ab dem 23. August zu Puccinis "Gianni Schicchi" in den Alten Schlachthof Karlsruhe (Fleischmarkthalle). Das Ensemble wurde im vergangenen Jahr gegründet spielt und unter anderem mit Studierenden der Karlsruher Musikhochschule. Weil die jungen Künstler die Oper gerne einem breiteren Publikum zugänglich machen möchten, ist der Eintritt frei. Es empfiehlt sich jedoch eine rechtzeitige Reservierung unter www.jungeskollektivmusiktheater.de. Alle drei Vorstellungen (23.,  25. und 26. August) beginnen um 19.30 Uhr.

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Im Rahmen der Ballett-Gala: Birgit Keil erhält Große Staufermedaille in Gold

(red.) Im Rahmen der gestrigen Gala erhielt die scheidende Ballettdirektorin Birgit Keil die Große Staufermedaille in Gold durch Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Es ist eine besondere, persönliche Auszeichnung des Ministerpräsidenten für besondere Verdienste um das Land Baden-Württemberg und eine der höchsten Ehrungen. „Mit Prof. Birgit Keil ehren wir eine große Seele des Tanzes. Eine Frau, die in unzähligen Rollen brilliert, Tänzerinnen und Tänzer und Choreografinnen und Choreografen inspiriert, Kritikerinnen und Kritiker begeistert und ihr Publikum immer wieder tief berührt hat: mit der besonderen Magie, die um sie und ihren Tanz herum entsteht“, wird Kretschmann in einer Mitteilung des Staatstheaters zitiert. „Es ist ein Glück für die Kulturlandschaft in Baden-Württemberg, wenn Ausnahmekünstlerinnen wie Prof. Keil bei uns ihre Heimat und Wirkungsstätte finden.
Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst,und Oberbürgermeister Frank Mentrup ernannten Birgit Keil und Vladimir Klos zu Ehrenmitgliedern des Staatstheaters.
Im Rahmen der Ballett-Gala wurden beide Künstler nach 16 Jahren feierlich verabschiedet; Generalintendant Peter Spuhler dankte für ihre „einzigartige Vision“. Innerhalb weniger Jahre hatte Birgit Keil in Karlsruhe ein Ensemble von solch herausragender Qualität aufgebaut, dass neben modernem Tanztheater auch die klassischen Handlungsballette möglich sind. Dabei war ihr vor allem auch die Förderung des Nachwuchses stets wichtig. Etliche Rollen können von Schülerinnen und Schülern der Mannheimer Akademie des Tanzes besetzt werden, die Keil ebenfalls leitet.
Die scheidende Ballettdirektorin widmete die 12. Gala ganz dem Publikum, ihrer Compagnie und den Studierenden der Akademie des Tanzes. Das Ensemble zeigte Meilensteine der Ballett- und Compagniegeschichte wie „La Bayadère“, „Cinderella“, „Momo“ von Tim Plegge, „A foreign sound“ von Thiago Bordin - und mit „Soirée Musicale“ sowie „Hommage à Bolshoi“ und „Onegin“ Stücke der Jahrhundertchoreografen Sir Kenneth MacMillan und John Cranko: "Alles Werke, die unseren Tänzern und mir sehr viel bedeuten und persönlich am Herzen liegen“, so Birgit Keil. Das Ensemblemitglied Emiel Vandenberghe, der renommierte italienische Choreograf Davide Bombana - unvergessen in Karlsruhe durch seine Choreografien wie „Tenebrae“, „Le sacre du printemps“ und „Der Prozess“ - sowie das Nachwuchstalent Jonathan dos Santos präsentierten eigens für die Gala entstandene Kreationen.