Musizierfreude in der ganzen Stadt

Musikhochschule Karlsruhe lud zum Festival "Music to go"/ Höhepunkt mit Bach-Kantaten

 

0 DUMMYBILD ARTIKEL

Es gehört schon zum sommerlichen Lebensgefühl: Mit ihren verschiedenen Ensembles geht die Musikhochschule Karlsruhe regelmäßig hinaus auf die Straße. Raus aus dem so genannten „Elfenbeinturm“, hin zu den Bürgern.
Jazz, Samba, Vokalmusik, oder auch das klassische Kammerorchester sind an sämtlichen Ecken zu hören, wenn die jungen Musiker bei „Music to go“ alljährlich zum großen Freiluft-Musikfest einladen. Im letzten Jahr entfiel das Festival – umso schöner, dass es zumindest im Jubiläumsjahr stattfinden konnte. Ein absoluter Höhepunkt: Bach-Kantaten in den beiden großen evangelischen Kirchen.

Weiterlesen ...

Feines musikalisches Kammerspiel und bissige Satire

Endlich wieder Oper in Karlsruhe: Strauss' Vorspiel zu "Ariadne auf Naxos" und Henzes "Wundertheater" an einem Abend

 

0 DUMMYBILD ARTIKEL

Wenn das Geschehen auf der Bühne ein stückweit die Realität spiegelt, dann nimmt das manchmal kuriose Züge an. Derzeit beschränkt die Pandemie noch immer die Möglichkeiten in der Repertoire-Auswahl an den Theatern. So bekamen die Besucher der Karlsruher Oper bei der ersten (!) Premiere seit Monaten, bei der wieder Publikum zugelassen war, unter anderem Hans Werner Henzes Erstlingswerk „Das Wundertheater“ zu sehen – ein Stück, das ansonsten so gut wie nie gespielt wird. Davor setzte man das Vorspiel zu Richard Strauss‘ „Ariadne auf Naxos“, und bekanntlich wird hier die Kunst ebenfalls beschnitten, denn zwei völlig gegensätzliche Stücke werden zeitgleich miteinander kombiniert: Das Feuerwerk im Hause des reichen Kunstmäzens soll schließlich pünktlich starten können.
Doch Strauss und Henze haben nicht viel gemeinsam, und so wirkte die Beschreibung im Programmheft, das beiden Stücken ein „Scheitern des Idealismus an der Wirklichkeit“ attestiert, reichlich bemüht.
Den Theaterfreuden tat das allerdings keinen Abbruch. Man ist schlicht dankbar, Kultur wieder vor Ort erleben zu dürfen; außerdem: Der schwelgerische Strauss und dazu der scharfkantige Henze – das ist eine durchaus reizvolle Kombination. (Vorerst sind beide Produktionen allerdings nur noch digital zu sehen.) .

Weiterlesen ...

Die Vielfalt der linken Hand

Die Pianistin Chisako Okano spielte in der Karlsruher Hemingway Lounge

 

0 DUMMYBILD ARTIKEL

Ein Konzertprogramm, so äußern sich die Pianistin Chisako Okano und ihr Ehemann Michael Bartsch (der die Abende seiner Frau regelmäßig moderiert) – das sei nicht einfach nur „die Aneinanderreihung hübscher Stücke“. Vielmehr brauche es dazu ein Konzept, einen „geistigen Faden“.
Wer mit dem Klassik-Programm der Karlsruher Hemingway Lounge vertraut ist, der hat womöglich schon entdeckt, dass sich Chisako Okano tatsächlich eher außergewöhnlichen Themen widmet: Etwa der Gegenüberstellung von russischer und französischer Musik um 1900, oder auch einzelnen Komponisten wie dem Franzosen Erik Satie, dessen Werk im Konzertsaal selten zu hören ist (unbewusst dürften ihn viele allerdings kennen, denn beispielsweise seine „Gynmopédie Nr. 1“ ist eine beliebte Untermalung in Filmbeiträgen).
Nun standen hauptsächlich Stücke für die linke Hand auf dem Programm, und dabei gab es eine Entdeckung: Den österreichisch-amerikanischen Pianisten Walter Bricht. 

Weiterlesen ...

Ein echtes Sommervergnügen

Operette "Im Weißen Rössl" bei den Heidelberger Schlossfestspielen

 

0 DUMMYBILD ARTIKEL

Soeben hatte Deutschland mit 4:2 gegen Portugal gewonnen – und nicht nur das brachte nach Ansicht des Heidelberger Oberbürgermeisters Eckart Würzner die Lebensfreude zurück. Vor allem tut dies auch die lange vermisste Kultur: Gemeinsam mit Holger Schultze, dem Intendanten des Theaters Heidelberg, stand Würzner zu Premierenbeginn auf der Bühne im Schlosshof, und beide konnten offenbar ihr Glück kaum fassen angesichts der (unter Corona-Bedingungen) ausverkauften Reihen. Endlich kann wieder vor Publikum gespielt werden, und die vielen Briefe und der Zuspruch der Menschen, so Holger Schultze, hätten gezeigt: „Sie stehen zu ihrem Theater!“
Bereits vor einem Jahr war Ralph Benatzkys „Im Weißen Rössl“ im Rahmen der Schlossfestspiele geplant, jetzt feierte der Singspiel-Klassiker eine gelungene Premiere. 
(Hinweis: Die Vorstellungen sind so gut wie ausverkauft - doch es wird empfohlen, an der Theaterkasse nach Restkarten zu fragen.)

Weiterlesen ...

Intime, erfrischende Szenen

Die Live-Musik ist zurück: Zum Beispiel die Ettlinger Schubertiade mit Schuberts "Schöner Müllerin"

 

0 DUMMYBILD ARTIKEL

Es dürfte eines der ersten Live-Konzerte in der Region gewesen sein: Kaum traten die neuesten Corona-Lockerungen in Kraft, stand man bei der Schubertiade Ettlingen bereits in den Startlöchern. Eine kleine Rest-Unsicherheit blieb zunächst noch, als der neue Konzerttermin angekündigt wurde. Doch dann war tatsächlich zweimal in der Ettlinger Stadthalle Schuberts Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ zu hören: Im Innenraum, vor Saalpublikum. Zu Gast waren vielversprechende junge Liedduos aus der Schubert-Klasse des Pianisten Thomas Seyboldt, dem künstlerischen Leiter der Schubertiade, der zugleich als Professor an der Stuttgarter Musikhochschule unterrichtet.
Nach mehr als neun Monaten Pause – das war in der fast dreißigjährigen Geschichte der Konzertreihe noch nicht vorgekommen – wurde dieses Angebot ausgesprochen dankbar angenommen.

Weiterlesen ...

Inspiriert vom Barock

Sinfoniekonzert der Badischen Staatskapelle mit Werken von Mozart, Strawinsky und Bohuslav Martinu

 

0 DUMMYBILD ARTIKEL

Was haben Igor Strawinsky und der böhmische Komponist Bohuslav Martinu mit Johann Sebastian Bach zu tun? Nun, auf Anhieb wohl eher wenig, doch im Sinfoniekonzert der Staatskapelle – so erfährt man im Pausengespräch zwischen Mareike Jordt und dem Dirigenten Johannes Willig – gibt es „eine dramaturgische Klammer“. Denn Strawinsky und Martinu (er gehörte zu den interessantesten Komponisten des 20. Jahrhunderts, sein Werk, einst von den Nationalsozialisten verboten, ist hierzulande jedoch kaum bekannt) - griffen beide in ihren Kompositionen auf barocke Formen zurück. Martinu distanzierte sich sogar von der gefühlsbehafteten Romantik.
Im Zentrum des Konzerts stand ein Werk, das nicht neobarock oder neoklassizistisch ist, sondern vielmehr original aus dem 18. Jahrhundert stammt: Mit seinem Flötenkonzert G-Dur (KV 313) trug Wolfgang Amadeus Mozart wesentlich dazu bei, dass sich die Flöte als Konzertinstrument etablierte.
Am morgigen Dienstag, den 8. Juni, ist das Konzert der Staatskapelle Karlsruhe ab 20 Uhr nochmals auf www.dringeblieben.de zu hören.

Weiterlesen ...

Betrug für einen guten Zweck

Seit kurzem "on demand": Mit der Online-Produktion "Gianni Schicchi" meldet sich die Karlsruher Oper zurück

 

0 DUMMYBILD ARTIKEL

Auf Testamentsfälschung steht bei Dante Alighieri die Höchststrafe. Der Florentiner Dichter, der vor 700 Jahren starb, verbannte in seiner „Göttlichen Komödie“ den Betrüger Gianni Schicchi in den vorletzten Höllenkreis. Dante bezog sich dabei auf einen tatsächlichen Kriminalfall (der übrigens auch seine eigene Familie betraf), und Giovacchino Forzano wiederum, der Librettist der Puccini-Oper, fertigte daraus eine raffinierte Charakterstudie. Der einstündige Einakter „Gianni Schicchi“ bildet den komödiantischen Abschluss in Puccinis „Triptychon“ aus dem Jahr 1918, und weil es hier nicht um große Bilder und psychologische Entwicklungen geht, sondern weil sich die Geschichte vielmehr an einer einzigen Begebenheit entzündet und dann rasant zuspitzt, ist dies eine ideale Oper für Corona-Zeiten.
Seit einigen Tagen steht die Produktion des Karlsruher Staatstheaters als "Video on demand“ auf der Plattform „dringeblieben.de“ zur Verfügung und ist noch bis zum 1. Juni abrufbar. (Daneben stellt das Staatstheater einzelne Ensemble-Mitglieder derzeit in der Online-Reihe „Spotlight“ vor.)

Weiterlesen ...

Nachtstimmung und explosive Kraft

Hausfestspiel Baden-Baden: Beethoven und Berlioz mit dem SWR Symphonieorchester und Véronique Gens

 

0 DUMMYBILD ARTIKEL

Betrachtet man Baden-Badens Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts etwas genauer, dann fällt auf, dass der Kurort an der Oos schon immer eng mit der großen europäischen Musiktradition verbunden war. Nicht nur Johannes Brahms und Clara Schumann wirkten hier – sondern hier dirigierten auch Jacques Offenbach und Hector Berlioz, der nach 1850 die so genannten „Sommerfestspiele“ als deren künstlerischer Leiter prägen sollte. Der Begriff des „Festspiels“ oder auch des „Festivals“ - Berlioz selbst wählte diesen Ausdruck – hat seinen Ursprung also teilweise in Baden-Baden. Davon zeugt auch die Berlioz-Büste im Park neben dem Festspielhaus.
Da war es beinahe schon Pflicht, beim Hausfestspiel die Musik des genialen französischen Tonschöpfers gerade beim Thema „Aufbruch“ in den Blick zu nehmen: Die „Nuits d‘ été“ standen im Mittelpunkt des groß (!) besetzten Orchesterkonzerts mit dem SWR Symphonierochester unter Antonello Manacorda. Noch bis etwa Mitte Juni sind die Konzerte online abrufbar.

Weiterlesen ...

So klingt die Ewigkeit

Digitales Hausfestspiel Baden-Baden mit dem SWR Symphonieorchester: Höhepunkt mit Messiaen/ zuvor Schumann mit Martin Stadtfeld

 

0 DUMMYBILD ARTIKEL

„Aufbruch in die Moderne“ - so lautete das Motto des digitalen Hausfestspiels in Baden-Baden, das mit dem heutigen Abend zu Ende ging und das Intendant Benedikt Stampa zugleich als „Auftakt“ zu einem führenden Festival der klassischen Moderne verstanden wissen will.
Die ursprünglichen Pfingstfestspiele waren bereits mit dem SWR Symphonieorchester geplant, und mit diesem Orchester besteht nicht nur eine enge Partnerschaft, sondern die Moderne gehört gewissermaßen zur DNA des Klangkörpers: Im Hans-Rosbaud-Studio arbeiteten bereits Igor Strawinsky und Olivier Messiaen – Komponisten, die auch beim Hausfestspiel zu den Protagonisten zählten.
Messiaens „Turangalila-Sinfonie“ - eigentlich war sie als Ballett mit John Neumeier vorgesehen – erlebte beispielsweise in Baden-Baden einst ihre deutsche Erstaufführung.
Die künftigen Pfingstfestspiele, so verrieten Benedikt Stampa und Johannes Bultmann (SWR) im Rahmen des großen Orchesterkonzerts (Bericht folgt), sollen ein „Fenster zur Moderne“ werden; entsprechende Planungen gebe es bereits bis zum Jahr 2025. Das Programm des Hausfestspiels war schon einmal viel versprechend: Nach Schumann und Strawinsky gehörte vor allem ein Abend mit Messiaens „Quartett auf das Ende der Zeit“ zu den Höhepunkten. Alle Konzerte sind noch knappe vier Wochen lang online abrufbar. 

Weiterlesen ...

Musikalischer Streifzug durch ein schillerndes Leben

Europäische Kulturtage: Die Pianistin Heike Bleckmann mit einem Porträt über Pauline Viardot-Garcia

 

0 DUMMYBILD ARTIKEL

Baden-Baden galt einst als „Sommerhauptstadt Europas“ - und die Sängerin und Komponistin Pauline Viardot, deren Wirken eng mit dieser Stadt verbunden ist, war eine große Europäerin. Die gebürtige Spanierin und Schwester der legendären, jung verstorbenen Sängerin Maria Malibran war mit dem Franzosen Louis Viardot verheiratet und unterhielt zuerst in Paris, danach in Baden-Baden einen Salon, in dem bedeutende Künstler ein- und ausgingen.
Am 18. Juli feiert die Musikwelt ihren 200. Geburtstag. Doch schon jetzt - im Rahmen der Europäischen Kulturtage - widmete sich die Karlsruher Pianistin Heike Bleckmann gemeinsam mit den Sängerinnen Larissa Wäspy und Denise Seyhan, dazu der Bratschistin Franziska Dürr dem Leben dieser außergewöhnlichen Künstlerin.

Weiterlesen ...