Von Schatzgräbern und Perlenfischern

Um Gold und Edelsteine ging es bei den "Plaudereien" mit Hans Hachmann in der Karlsruher Hemingway Lounge

 

0 DUMMYBILD ARTIKEL

Man spricht gelegentlich von „Perlen“ der Oper; untrennbar damit verbunden ist das „Gold in der Kehle“. Von „musikalischen Edelsteinen“ liest man bei speziellen Editionen auf CD-Covern, des weiteren finden sich Spuren von Edelmetall in der Musik selbst – zu den bekanntesten Werken dürften Franz Léhars Walzer „Gold und Silber“ und natürlich Wagners „Rheingold“ zählen. „Hat man nicht auch Gold beineben“ heißt es zudem in Beethovens „Fidelio“ - was manchen Musikredakteur gar auf den Gedanken brachte, in vielen Fällen sei wohl „am Bankgeheimnis vorbeikomponiert“ worden.
Jedenfalls war das Stoff genug für eine unterhaltsame „Musik-Plauderei“: Die Reihe, die der ehemalige SWR-Redakteur Hans Hachmann regelmäßig in der Karlsruher Hemingway-Lounge gestaltet, wurde jetzt wieder aufgegriffen. Dabei tat die Nähe zur Schmuckstadt Pforzheim ein Übriges: Zu Gast als Gesprächspartnerin war die im Juweliergeschäft tätige Manuela Mutschelknauß von den Schmuckwelten Pforzheim.

Weiterlesen ...

Mäusesuppe für die bösen Liebhaber

Kammermusik von Frauen im Obertsroter "Kirchl"/ Liederabend begeistert mit Raritäten

 

0 DUMMYBILD ARTIKEL

Die Corona-Zeit sorgt bisweilen für neuartige Formen der Konzertgestaltung: Wenn an kleineren Spielorten nur ganze zehn (!) Hörer zugelassen sind, dann schaffen Mitschnitte, die anschließend ins Netz gestellt werden, eine gewisse Abhilfe. Zwar können sie niemals das Live-Erlebnis ersetzen - doch andererseits wird die Musik mit solchen Angeboten hinterher jedem zugänglich.
Im Falle des kleinen Festivals „Kammermusik von Frauen“ im Obertsroter „Kirchl“ ist das ein besonderes Glück: Denn wann hört man schon einmal Lieder von Emilie Zumsteeg oder Henriette Bosmans? Und selbst die wesentlich bekannteren Nadja Boulanger und Pauline Viardot sind nach wie vor Raritäten im Konzertsaal.
In den nächsten Tagen kann man unter www.kammermusik-im-kirchl.de (Rubrik: Videos) die Werke des gesamten Wochenendes – für zwei Wochen - nochmals nachhören.

Weiterlesen ...

Gregorianische Gesänge in Zeiten des Umbruchs

Nachbetrachtung eines Konzerts mit der Schola Cantorum Tübingen zur Ausstellung "Hans Baldung Grien" in Karlsruhe

 

200403 Stefan Morent

Wer die großartige Ausstellung über den Renaissance-Maler Hans Baldung Grien in der Karlsruher Kunsthalle gesehen hat, der besuchte möglicherweise auch einige der Veranstaltungen aus dem musikalischen Begleitprogramm. Unter normalen Umständen wäre es sogar möglich gewesen, das Thema auch nach Ende der Ausstellung nochmals im Freiburger Augustinermuseum zu vertiefen; schließlich gehörte die südbadische Stadt zu den Wirkungsstätten des großen Meisters.
An dieser Stelle – passend zur vorösterlichen Passionszeit – wollen wir nun nochmals auf ein Konzert mit der Schola Cantorum des musikwissenschaftlichen Institut an der Universität Tübingen unter der Leitung von Stefan Morent zurückblicken: „Kirchenlied und Choral zur Zeit Hans Baldung Griens“.

Weiterlesen ...

Eine glückhafte Verbindung

Ettlinger Schubertiade bot Außergewöhnliches: Deutsch-armenisches Programm mit der Altistin Seda Amir-Karayan

 

200308 Schubertiade

Die armenischen Lieder, so sagt Seda Amir-Karayan, seien für sie wie ein „Personalausweis“, ein Zeichen ihrer Herkunft; die deutsche Musik jedoch zeige, „wo ich hingegangen bin“. Eine Art musikalischer Doppelpass also.
In diesem Sinne war auch das Konzert der Ettlinger Schubertiade gestaltet, und es hätte ebenso wunderbar in ein Motto der vergangenen Jahre gepasst: „Lieder ohne Grenzen“.
Denn Seda Amir-Karayan überschreitet als Altistin und zugleich als ausgebildete Jazzsängerin (sie studierte beim armenischen Komponisten Robert Amirkhanyan) Grenzen gleich in mehrerlei Hinsicht. Sie begeisterte mit Liedern aus ihrer Heimat und mit Werken von Robert Schumann aus dem so genannten „Liederjahr“ 1840: Ein kultureller Austausch der schönsten Art.

Weiterlesen ...

Beethoven vierhändig: Leicht und voller Anmut

Sontraud Speidel und Franziska Lee spielten in der Kleinen Kirche Karlsruhe

 

200304 Beethoven

20 Finger im Dienste einer guten Sache: In diesem Fall gehören sie der Karlsruher Klavierprofessorin Sontraud Speidel und ihrer ehemaligen Schülerin, Franziska Lee. In der vergangenen Saison lag der Fokus auf Franz Schubert, in diesem Jahr – naturgemäß - auf Ludwig van Beethoven.
Da Beethovens vierhändige Klaviermusik jedoch eher unbekannt ist, und da außerdem nur wenige solcher Werke existieren, kam (und kommt) das Publikum nun in zweierlei Hinsicht in den Genuss von Raritäten: Ergänzt wurde Beethovens Musik nämlich durch Werke seiner Schüler Ferdinand Ries und Carl Czerny. An letzterem beißt sich so mancher Klavierschüler die Zähne aus – umso angenehmer die Überraschung darüber, dass Czerny neben
den Etüden auch sehr gefällige Stücke komponiert hat.
Das nächste Konzert in der Kleinen Kirche ist für den 6. Mai vorgesehen, die Einnahmen kommen unter anderem dem Erhalt der neuen Lenter-Orgel zu Gute.

Weiterlesen ...

Schöner Wahnsinn

SWR Schlosskonzert in Ettlingen: Von Tollhäusern und Trunkenbolden

Wer Alte Musik liebt, der sollte sich diesen Namen merken: Lucile Richardot. Die französische Mezzosopranistin, die vor kurzem mit dem Ensemble Tictactus in Ettlingen gastierte, singt derart süffig, dass man gleich mitten hinein gezogen wird in die geistig-seelischen Abgründe, denen sich englische Barockkomponisten wie Henry Purcell oder John Eccles gewidmet haben. Ihr zur Seite: der Tenor Nicholas Scott, der für den erkrankten Jeffrey Thompson einsprang. Ein außergewöhnlicher Abend.
(Hinweis: Nachzuhören ist das Programm am 7. März nochmals im Rahmen des SWR-Abendkonzerts ab 20.03 Uhr).

Weiterlesen ...

Zweifacher Todeskampf

Festspielhaus Baden-Baden: Simon Rattle, Lisa Batiashvili und das London Symphony Orchestra mit Alban Berg und Beethovens "Christus am Ölberge"

 

200220 Christus Oelberge

Über den Sinn von „Jubiläums“-Jahren kann man sich streiten – erst recht bei einem Komponisten wie Ludwig van Beethoven, dessen Hauptwerke ohnehin auf allen Spielplänen dieser Welt zu finden sind.
Doch gerade solche Zeiten fördern immer wieder auch Unbekanntes zu Tage: Etwa das Oratorium „Christus am Ölberge“.
In Verbindung mit Alban Bergs Violinkonzert („Dem Andenken eines Engels“) war der erste der beiden Konzertabende mit Simon Rattle und dem London Symphony Orchestra im Festspielhaus Baden-Baden zumindest ein bemerkenswerter Verweis auf die beginnende Fastenzeit.

Weiterlesen ...

Selbstmord in f-moll

Die Geschichte eines Anti-Helden: "Tolomeo" bei den Karlsruher Händel-Festspielen

 

200214 Tolomeo

"Außer Einschlafen gelingt Tolomeo in der Oper nichts“. Dies konstatierte augenzwinkernd die Musikwissenschaftlerin Silke Leopold im Rahmen eines Symposiums, das die diesjährigen Händel-Festspiele begleitete. Doch ganz so ist es natürlich nicht: Tolomeo mag zwar ein Anti-Held sein, aber dafür ist er ein Held der Treue und des Mitgefühls. Und er ist einer, der sich den Widrigkeiten entgegen stellt. Damit - und das ist sicher das Reizvolle am diesjährigen Festival – steht die Oper „Tolomeo Re d‘ Egitto“ im völligen Kontrast zum Show-Helden „Serse“. Glamour auf der einen Seite, völlige Verinnerlichung und Klagen auf der anderen. Das muss man erst einmal aushalten.

Weiterlesen ...

Ein weltvergessener Schwanengesang

Festspielhaus Baden-Baden: Diana Damrau, Valery Gergiev und die Münchner Philharmoniker gastierten mit Strauss und Bruckner

 

200209 Damrau Gergiev

Anton Bruckner verstand das „Adagio“ in seiner Siebten Sinfonie als „Trauermusik“ für Richard Wagner (dessen Todestag sich übrigens genau heute jährt), und Richard Strauss schrieb kurz vor seinem Tod jene Vokalwerke, die heute als „Vier letzte Lieder“ bekannt sind: Unter dem Titel „Schwanengesang“ waren diese Werke vor kurzem im Festspielhaus zu hören - mit Diana Damrau, die den Strauss-Zyklus bereits im vergangenen Jahr mit dem Orchester des Bayerischen Rundfunks auf CD aufgenommen hatte, damals noch unter Mariss Jansons, was dann auch, dies nur nebenbei, zu dessen eigenem „Schwanengesang“ geriet. Nun waren die Münchner Philhamoniker (die wiederum auf eine lange Bruckner-Tradition zurückblicken) mit ihrem Chefdirigenten Valery Gergiev zu Gast.

Weiterlesen ...

Eine Intensität, die erschüttert

Das Marmen Quartet spielte im Schloss Bruchsal unter anderem Mendelssohns letztes Streichquartett

 

200208 Marmen Quartet

Alle drei Jahre wird im kanadischen Urlaubsort Banff – vor der Kulisse der Rocky Mountains – ein Streichquartett-Wettbewerb ausgetragen. Einer der beiden Gewinner des Jahres 2019 war das Marmen Quartet, das in London beheimatet ist und bei seiner Tournee nun auch im Schloss Bruchsal gastierte: mit Werken von Haydn, Ligeti und Mendelssohn.
(Hinweis: Das Konzert wurde vom SWR aufgezeichnet und ist am 4.4. ab 20.03 Uhr im Abendkonzert zu hören).

Weiterlesen ...