Im neuen Gewand

Schlosskonzerte Ettlingen: Beethoven mit den Ludwig Chamber Players

 

Ludwig Chamber Players

Beethoven, wie ihn keiner kennt“ oder „Der andere Beethoven“: Im Jubiläumsjahr setzen manche Ensembles offenbar nicht nur auf die Sonaten und Quartette des großen Tonschöpfers, sondern auch auf Kleinode aus dem Raritäten-Kabinett. Beim jüngsten SWR-Schlosskonzert in Ettlingen taten das jetzt die „Ludwig Chamber Players“, die größtenteils im SWR Symphieorchester miteinander musizieren. Schon deren Name verweist unter anderem auf die Nähe zur Musik um 1800.
(Hinweis zum Nachhören: Das Konzert wird am 15.02. ab 20.03 im SWR2 Abendkonzert gesendet.)

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Unglaublicher Kraftakt

Musikhochschule Karlsruhe: Start ins Beethoven-Jahr mit der "Neunten"

 

200119 Beethoven HFM

Beethovens Sinfonie Nr. 9 – das ist ein sportliches Unterfangen für eine Musikhochschule. Doch dieses Werk ist bestens dazu geeignet, junge Studierende sämtlicher Fachrichtungen auf der Bühne zusammenzubringen. Wenn die Aufführung nur einigermaßen gelungen ist, kann man zudem sicher sein, dass der Funke ebenso auf das Publikum überspringt ...

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200 Jahre - und zeitlos lebendig

 Schubertiade Ettlingen: Junge Duos begeisterten mit Liedern von 1820

 

200118 Schubertklasse

"Es ist eine Freude, mit diesen jungen Leuten zu arbeiten“, befand der Pianist Thomas Seyboldt am Ende eines Konzerts, der den Komponisten Franz Schubert in vielen, auch unbekannten Facetten beleuchtete: mit Liedern, die fast alle im Jahr 1820 entstanden sind.
Dass die Arbeit mit der Schubert-Klasse, die Seyboldt an der Stuttgarter Musikhochschule betreut, eigentlich nur Freude bereiten kann, glaubt man gerne aufs Wort. Viele interessante junge Stimmen stellten sich jetzt im gut besuchten Ettlinger Asamsaal vor
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Faszinierendes Spiel mit Gegensätzen

Der Pianist Kit Armstrong gastierte in Bruchsal

 

200117 Kit Armstrong

Einen Weltklasse-Pianisten hatte der Kulturring Bruchsal vor kurzem bei den Schlosskonzerten zu Gast: Kit Armstrong.
Dass dieser junge Ausnahme-Künstler (der im Übrigen auch fließend Deutsch spricht) sich ebenso zu den Naturwissenschaften hingezogen fühlt, könnte man schon aus dem Titel seines Programms schließen: „Aufklärung – Offenheit und Esoterik“ lauteten die Pole, zwischen denen sich die Werke von Bach, Mozart, Beethoven und Carl Philipp Emanuel Bach bewegten. Sie erscheinen zunächst als unvereinbare Gegensätze, und doch sind sie Seiten derselben Medaille...

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Geistreiche Raritäten

"Beethoven, wie ihn keiner kennt": Konzert des Tonkünstler-Verbandes zum 250. Geburtstag des Komponisten

 

200111 Konzert TKV

Die Neujahrskonzerte des Tonkünstlerverbandes sind offensichtlich beliebt in Karlsruhe: Knapp 200 Plätze an Saalkapazität scheinen nicht auszureichen; auch beim diesjährigen Konzert im Gartensaal des Karlsruher Schlosses gab es wiederum eine Warteliste. Ungewöhnlich war das Konzept auf jeden Fall – nicht nur, weil man unbekannte Werke in verschiedenen Besetzungen zu hören bekam, sondern auch, weil diese mit den fachkundigen Moderationen des Musikwissenschaftlers Joachim Draheim begleitet wurden, der diesen Abend darüber hinaus auch konzipiert hatte.

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Festliche Freude und stille Betrachtung

Nach-weihnachtliches Konzert mit "Cantus Novus Ulm" in der Herz-Jesu-Kirche Karlsruhe

 

Cantus Novus

Während sich in der meist hektischen Adventszeit die Termine häufen – gerade auch die musikalischen, die oft genug dem Weihnachtsfest vorgreifen – ist es umso schöner, wenn in manchen Ensembles auch die nach-weihnachtliche Betrachtung eine gewisse Rolle spielt. Um die Geburt Jesu und die Anbetung der Hirten ging es beim Konzert des Frauenchores Cantus Novus Ulm, der aus den bekannten „Ulmer Spatzen“ hervor gegangen ist und vor kurzem mit seinem Leiter Helmut Steger in der Karlsruher Herz-Jesu-Kirche gastierte: „Licht vom Licht“ hieß das stimmungsvolle Konzert mit Werken überwiegend aus Romantik und Moderne, unter anderem mit Benjamin Brittens „A Ceremony of Carols“.

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Vom Niedergang eines alternden Lüstlings

Floris Visser inszeniert Mozarts "Don Giovanni" in Karlsruhe

 

191214 Don Giovanni

Dass ein Hotel ein schicksalhafter Ort sein kann, an dem sich die Lebenslinien einzelner Menschen berühren – das weiß man spätestens seit den Romanen von Vicki Baum. Auch der Regisseur Floris Visser, der in Karlsruhe bereits „Hoffmanns Erzählungen“ und jetzt Mozarts „Don Giovanni“ inszenierte, greift dieses Genre auf. Er sorgt bisweilen für schwungvolle Bilder, die den Brüchen dieser Oper durchaus gerecht werden, und auch musikalisch überzeugt die Produktion. Dennoch aber hat sie Schwächen.

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Plastik-Gaga

Zur Musiktheater-Produktion "Glashaus" an der Musikhochschule Karlsruhe

 

191210 Glashaus

Wie bringt man ein derart brisantes, emotional entsprechend aufgeladenes Thema wie den Umweltschutz auf die Bühne, ohne dabei in eine fragwürdige Moralapostelei zu verfallen? Dem Institut für Musiktheater ist dies – erstmals in Zusammenarbeit mit den Kompositionsklassen und dem Institut für Neue Musik - in eindrucksvoller Weise gelungen. Das experimentelle Stück des jungen Komponisten Marc David Ferrum kommt ohne Handlung aus; es arbeitet mit atmosphärischen Klängen und starken, symbolischen Bildern.

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Meisterin des Ausdrucks

Die Pianistin Elisabeth Leonskaja und das Budapest Festival Orchestra spielten im Festspielhaus Baden-Baden

 

Elisabeth Leonskaja

Es war, als wollten Ivan Fischer und das Budapest Festival Orchestra in Baden-Baden einen Zyklus fortschreiben, der im Jahr zuvor begonnen hatte: Erneut ein Klavierkonzert von Beethoven, eine Dvorak-Sinfonie, und davor, ebenfalls exakt wie im vergangenen Jahr, eine von Dvoraks „Legenden“, dazu ein slawischer Tanz.
Diese Konstante bildete den Rahmen für
ein Werk, das zu den bedeutendsten seiner Gattung zählt: Beethovens Kavierkonzert Nr. 5 Es-Dur - gespielt von Elisabeth Leonskaja, einer Künstlerin, die immer schon zu den ganz Großen zählte, die aber dennoch eher im Schatten anderer Kollegen stand.

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Weihnachtliche Freude im Spiel mit Farben und Rhythmen

Das Ensemble "Capella de la torre" lud in Bruchsal zur Reise durch die Renaissance

 

191130 Capella de la torre

Ein tänzerischer Schwung, gipfelnd in der überströmenden Freude über die Geburt des Erlösers? Zuvor eine frohe Zeit des Wartens? Wie fremd uns das heutzutage alles ist.
So aber muss es wohl gewesen sein in der Zeit der Renaissance, und dagegen nehmen sich „Black Friday“ und „Cyber Monday“ mit all ihren Konsumversprechen geradezu armselig aus. Bei den Bruchsaler Schlosskonzerten war jetzt das Ensemble „Capella della torre“ zu erleben: mit Weihnachtsmusik aus Europa zwischen 1500 und 1600.

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