Die Kunst des spontanen Zwiegesprächs

Die Brüder Lionel und Demian Martin begeisterten beim Ettlinger Schlosskonzert unter anderem mit ihren Improvisationen

 

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Die Improvisation ist eine hohe Kunst, und wer sie beherrscht, der gilt nicht von ungefähr als „wahrer Musiker“. Dass Interpreten allerdings auf Zuruf improvisieren können, erlebt man eher selten – in erster Linie kennt man das von der venezolanischen Pianistin Gabriela Montero – und umso beeindruckender wird es, wenn sich das Ganze dann noch im Ensemble vollzieht.
Die Brüder Demian und und Lionel Martin, die vor kurzem bei den Ettlinger Schlossfestspielen zu Gast waren, hatten schon den Nachmittag (und Abend) über mit ihrem perfekten, vertrauten Zusammenspiel begeistert. Diese besonderen Zugabenstücke, vom Publikum lautstark gefeiert, krönten einen außergewöhnlichen Vortrag.
Nachhören kann man das Konzert im SWR2-Abendkonzert am 21.02 um 20.05 Uhr.

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Romantischer Stimmungszauber

Das „Else Ensemble“ bot beim Ettlinger Schlosskonzert selten gehörte Werke von Zdenek Fibich und Robert Kahn

 

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Ein Quintett aus Klavier, drei Streichern und Klarinette – das verspricht eine interessante Klangmischung, und eben dieses Versprechen wurde eingelöst vom deutsch-israelischen „Else Ensemble“ beim jüngsten Ettlinger Schlosskonzert. Auf dem Programm standen zudem Raritäten, die es zu entdecken lohnte: Den böhmischen Komponisten Zdenek Fibich und den so gut wie unbekannten Robert Kahn, der aus Mannheim stammte und unter anderem von Johannes Brahms gefördert wurde.
Hinweis: Das Konzert wurde aufgezeichnet und ist am 15. Februar 2022 im SWR2 Mittagskonzert ab 13 Uhr zu hören.

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Die Schönheit des Renaissance-Gesangs

Außergewöhliches Adventskonzert: Schola Heidelberg gastierte in der Stadtkirche Durlach

 

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Die Musik der so genannten „franko-flämischen Schule“ - gemeint ist das Ideal, das etwa zwischen 1400 und 1500 die verschiedensten Gattungen in Europa prägte – diese Art der „Alten Musik“ ist generell wenig präsent in den Kirchen. Das Repertoire der meisten Chöre und Ensembles reicht zurück bis zum Frühbarock, etwa bis Giovanni Pierluigi da Palestrina, doch für die Renaissance oder gar das Spätmittelalter bedarf es dann doch einer speziellen Auseinandersetzung.
Gelegentlich widmen sich engagierte Vokalsolisten den Messen aus jener Zeit, wie etwa das Athos Ensemble der "Missa L'homme armé" von Johannes Ockeghem im letzten Jahr in der Durlacher Stadtkirche.
Nun war an gleicher Stelle die renommierte Schola Heidelberg zu Gast: mit einem Programm, das sich schwerpunktmäßig mit den Werken von Guillaume Dufay (1397-1474) und Josquin Desprez (1440-1521) befasste, und man erfährt: Die fließenden Stimmen, die Umspielungen und Imitationen haben einen gewaltigen Sog. Sie ziehen den Hörer mitten hinein in eine Atmosphäre der Stille und der vorweihnachtlichen Betrachtung.

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Man fühlt sich bestens unterhalten

Musikhochschule Karlsruhe zeigt Humperndincks "Hänsel und Gretel"

 

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Weihnachtszeit ohne „Hänsel und Gretel“? Das ist beinahe unvorstellbar, und so hat nun auch die Musikhochschule Karlsruhe Humperdincks populäre Märchenoper aufs Programm gesetzt – zumal sich in diesem Jahr auch sein Todestag zum einhundertsten Mal jährt. Da man von Humperdinck aber eigentlich nur „Hänsel und Gretel“ kennt, geht er neben anderen Jubilaren wie beispielsweise Camille Saint-Saens ein wenig unter.
Seit den Neunziger Jahren tendieren Regisseure dazu, nicht mehr nur das Märchen zu erzählen, sondern die Figuren auch auf ihre psychologische Dimension hin auszudeuten. Auch die Inszenierung von Andrea Raabe arbeitet mit aktuellen Bezügen und einer Rahmenhandlung. Das Wichtigste ist jedoch: Man hört hier jede Menge schöner Nachwuchs-Stimmen.
Am Mittwoch, den 22. Dezember ist ab 19.30 Uhr im Wolfgang-Rihm-Forum noch eine Vorstellung zu erleben.

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Endlich wieder Operette!

Emmerich Kálmáns "Gräfin Mariza" mit Tempo und Opulenz am Staatstheater Karlsruhe

 

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In diesen Zeiten genau das Richtige: Operettenvergnügen zum Schwelgen, zum Amüsieren, aber auch zur kritischen Auseinandersetzung mit manchen Klischees - dies jedoch ganz ohne Belehrung. Hier steht die reine Freude im Vordergrund.
Eine echte Empfehlung ist Emmerich Kálmáns Operettenklassiker "Gräfin Mariza", derzeit am Staatstheater Karlsruhe zu sehen.

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Der Reiz der Klangfarben

Zum kürzlichen Klavierabend mit Werken französischer Komponisten an der Musikhochschule Karlsruhe

 

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Die Pianistinnen Franziska Lee und Gryta Tatoryte unterrichten beide an der Karlsruher Musikhochschule und hatten sich, so erzählen sie, schon seit längerem gewünscht, einen gemeinsamen Klavierabend zu gestalten. Doch vierhändig zu spielen, sagt Gryta Tatoryte, das sei in Corona-Zeiten nicht unbedingt angebracht. So einigte man sich auf ein Rezital mit zwei Klavieren, und recht bald kam man dabei auf französisches Repertoire: „La Valse“ von Maurice Ravel zum Beispiel oder „Trois valses romantiques“ von Emmanuel Chabrier.
Das lag auch insofern nahe, als Franziska Lee vor einigen Jahren eine CD mit französischer Musik („L‘ heure exquise“) herausgebracht hat. Beim Gestalten des Programms hatten die Künstlerinnen den Komponisten Chabrier wiederum rasch als eine „Quelle“ ausgemacht, der beispielsweise Ravel oder auch Francis Poulenc beeinflusste.
Herausgekommen ist ein interessanter Abend (unter anderem mit dem selten gespielten Henri Dutilleux), der seinem Titel „Eleganz und Raffinesse“ voll und ganz gerecht wurde.

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Oratorium mit "Groove"

"Coronatorium" an der Lutherkirche Karlsruhe verband Bach mit Jazz

 

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Dass Jazz und Barockmusik einiges gemeinsam haben, ist bekannt: Da wäre zum Beispiel der „Walking Bass“ als ein Pendant zum Generalbass, außerdem die Verzierungen, die Improvisation, nicht zuletzt der stetige Puls, der Bachs Musik ebenso wie den Jazz vorantreibt: Zu einem „groovenden“ Bach ist es deshalb nur ein kleiner Schritt, wie man nun explizit in der Lutherkirche hören konnte. Dort nämlich machte man sich diese Gemeinsamkeiten zu Nutze, und herausgekommen ist ein originelles Projekt, das Bachs „Weihnachtsoratorium“ mit Jazz-Arrangements verband.

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Helle Freude

Karlsruher Meisterkonzerte: Die Deutsche Radiophilharmonie unter Chefdirigent Pietari Inkinen mit Beethovens "Vierter"

 

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Beethovens vierte Sinfonie hat einen ungewohnt heiteren Charakter, merkwürdigerweise ist sie aber auch diejenige, die wohl am wenigsten bekannt ist – sieht man vom Thema des Kopfsatzes einmal ab.
Man hört sie eher selten, doch jetzt war sie im Konzerthaus Karlsruhe mit der Deutschen Radio Philharmonie unter der Leitung von Pietari Inkinen zu erleben; der Chefdirigent der Philharmonie sprang kurzfristig für den erkrankten Lars Vogt ein. Daneben überzeugte die junge Sopranistin Theresa Pilsl mit Arien von Mozart.

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Bildhaft in Szene gesetzt

Gelungene Aufführung in der Christuskirche Karlsruhe: Monteverdis „Marienvesper“ mit der Lautten Compagney Berlin

 

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Die „Vespro della beata vergine“, erschienen im Jahr 1610, gehört zu den großartigsten Werken frühbarocker Musik; hier verbindet Claudio Monteverdi kunstvoll die Tradition der Vokalpolyphonie mit einem neuen konzertierenden Stil. Dieser sollte den leidenschaftlichen Ausdruck in den Vordergrund rücken – so, wie Monteverdi dies bereits in seiner wenige Jahre zuvor entstandenen Oper „L‘ Orfeo“ praktiziert hatte. Die Musik hatte sich dem Wort unterzuordnen, nicht umgekehrt.

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Höfischer Glanz und Hirtenmusik

Adventliches Konzert mit dem Barock-Ensemble „Der musikalische Garten“ bei den Bruchsaler Schlosskonzerten

 

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Konzertveranstalter stehen derzeit vor einer ähnlichen Situation wie im letzten Jahr. Zwar sind die Kultureinrichtungen nicht geschlossen, doch die epidemische Lage und das begrenzt zulässige Platzangebot stellen die Verantwortlichen erneut vor große (wirtschaftliche) Schwierigkeiten. Vieles wird abgesagt, manche Veranstalter jedoch begegnen der Situation mit einer Art „Jetzt-erst-recht“-Haltung – und müssen dabei feststellen, dass oft noch nicht einmal das Angebot von 50 Prozent voll ausgeschöpft wird, weil die Menschen entweder verunsichert oder angesichts der neuen 2GPlus-Regel schlicht genervt sind.
Doch immerhin: Wer in diesen Tagen trotz Mehrfach-Impfung auch noch das Anstehen vor dem Test-Center auf sich nimmt, der wünscht sich den Konzertbesuch umso mehr. Rund sechzig der etwa 200 verfügbaren Plätze waren beim jüngsten Bruchsaler Schlosskonzert besetzt: „Wir sind froh, dass wir vor Ihnen spielen können!“, erklärte sichtlich erleichtert Daniela Neidhammer, Cembalistin des Ensembles „Der Musikalische Garten“.
(Hinweis: Das Konzert wurde aufgezeichnet und ist an Heiligabend ab 12.30 Uhr im SWR2 Mittagskonzert zu hören.)

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