Offenbachs Operetten und die Fallhöhe der besseren Gesellschaft

Zum 200. Geburtstag des Komponisten lud das Kaffeehaus Schmidt zu einer Reihe von Vorträgen

 

170422 Kultur im Cafe

Vor wenigen Tagen, am 20. Juni, feierte die Musikwelt den 200. Geburtstag von Jacques Offenbach. Die beiden Karlsruher Musikwissenschaftler Joachim Draheim und Hartmut Becker widmeten sich in der Reihe "Kultur im Kaffeehaus Schmidt" eine ganze Saison lang immer wieder den Werken des genialen Tonschöpfers.    

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Künstlerleben in Wort und Klang

Clara Schumann zum 200. Geburtstag: Vortrag mit Joachim Draheim im Kaffeehaus Schmidt in Karlsruhe

 

190511 Clara Schumann

Im Jahr 1828 hatte die neunjährige Clara Schumann ihren ersten Auftritt im Gewandhaus in Leipzig (innerhalb eines Konzerts der österreichischen Pianisten Caroline Perthaler). Und mit zwölf Jahren zeigte sie in ihrem Lied "Der Wanderer" - nach einem Text von Justinus Kerner - bereits eine musikalische Reife, die ihresgleichen sucht: Dieser großen Pianistin und Komponistin gilt zu ihrem 200. Geburtstag eine zweiteilige Vortragsreihe im Kaffeehaus Schmidt in Karlsruhe. Der Musikwissenschaftler Joachim Draheim rückte im ersten Teil die Künstlerin Clara Schumann ins Blickfeld; der zweite Vortrag (am 22. Juni) ist ihrem Umfeld und ihren Freundschaften gewidmet.   

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Der Musiker von heute: Ein experimentierfreudiger Unternehmer

Im Rahmen des kürzlichen Festivals "Rising Stars" wurde auch über Künstlerkarrieren diskutiert.

 

190503 Rising Stars

Seit einiger Zeit bietet die Musikhochschule Karlsruhe im Rahmen eines "Career Centers" unter anderem berufsbezogene Seminare und Vorträge für Studierende. Wie wichtig das ist, zeigte vor kurzem die Podiumsdiskussion zum Thema "Karriere heute" im Rahmen des Festivals "Rising Stars". 

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Navigation im virtuellen Bühnenraum

Staatstheater Karlsruhe zeigt Installation zum Thema "Freischütz"

 

190426 Digital Freischuetz

Wer in diesem Tagen den Spielplan des Karlsruher Staatstheaters studiert, der liest dort häufig: "Digital Freischütz", VR-Oper. 
Eine Oper als Virtual Reality-Projekt: Das ist kein gewöhnliches Theatererlebnis, bei dem vor den Augen des Publikums etwa ein Film abläuft, den alle gemeinsam sehen. Nein, hier erhält jeder Besucher eine Daten-Brille, und darin eingespeist sind Bilder und Filmsequenzen, die man über Tastenbefehle selbst steuern kann. Ermöglicht wird das mit einer speziellen 3D-Technik.
Der digitale Freischütz - als Installation derzeit im Foyer des Staatstheaters zu erleben - ist eine Kooperation mit dem ZKM und dem Landestheater Linz. Das Konzept stammt von den Medienkünstlern Marcel Karnapke und Björn Lengers, die als "CyberRäuber" die Möglichkeiten des Theaters in Verbindung mit virtuellen Räumen erforschen.
"Digital Freischütz" ist ein Auftragswerk im Rahmen des Jubiläums "300 Jahre Staatstheater". 

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"Zeitzeugen sind wirksamer als Geschichtsbücher"

Holocaust-Überlebende Anita Lasker-Wallfisch sprach an der Musikhochschule Karlsruhe

 

190415 Lasker Wallfisch

Der 15. April ist ein Schicksalsdatum für die 93jährige Anita Lasker-Wallfisch. An jenem Tag des Jahres 1945 befreiten britische Truppen das Lager Bergen-Belsen, in dem Anita und ihre Schwester Renate inhaftiert waren. Die Eltern kamen bereits 1942 nach Auschwitz und wurden dort ermordet; die älteste Schwester Marianne war 1939 als Begleiterin eines Kindertransports nach Großbritannien gelangt.
Weil Anita Cello spielen konnte, landete sie im Häftlingsorchester - was ihr letztlich das Leben rettete. Nach dem Krieg ließ sie sich in London nieder und gehörte später zu den Gründern des English Chamber Orchestra.
Bereits vor zwanzig Jahren sprach sie an der Musikhochschule - damals, um ihr gerade erschienenes Buch "Ihr sollt die Wahrheit erben" vorzustellen. Nun, exakt 74 Jahre nach ihrer Befreiung, kam sie erneut nach Karlsruhe, um über die damaligen Erlebnisse zu berichten - und über Alma Rosé, Tochter des Wiener Geigers Arnold Rosé und Dirigentin des Lagerorchesters. 

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Klarheit, Wahrhaftigkeit, Humor - die Grundlagen demokratischer Streitkultur

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hielt die "Karlsruher Rede" zum Semesterbeginn an der Musikhochschule

 

190409 Kretschmann HfM

Allgegenwärtig ist die Klage über ein "gespaltenes Land", über "Hass und Hetze" in der Anonymität des Internets: Immer mehr hat man das Gefühl, dass der moderne Mensch das zivilisierte Streiten verlernt hat.
Im Rahmen der "Karlsruher Rede" - ein fester Bestandteil der Akademischen Feier zum Semesterbeginn an der Karlsruher Musikhochschule -  sprach jetzt der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann zum Thema "Wie streiten in der Demokratie"? Er lieferte eine umfassende, tiefgründige Analyse und sprach sich für einen "Fünf-Punkte-Plan" aus, zu dessen Säulen die Klarheit der Sprache und der Humor gehören. 

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Die Königin lud erstmals zur Audienz

Festliche Einweihung der neuen Lenter-Orgel in der Kleinen Kirche Karlsruhe

 

190322 Orgel Kleine Kirche

Nun ist sie da, die neue Lenter-Orgel im Herzen der Stadt Karlsruhe: Schlicht und klar fügt sie sich in die dezente Eleganz des Kirchenraums. Und genau so klingt sie auch - in einem umfangreichen Festprogramm konnten sich die Freunde der Orgelmusik davon am Wochenende überzeugen. Sechs Jahre sind seit dem Beschluss des Ältestenkreises vergangen; das Spendenziel von 360 000 Euro ist jetzt fast erreicht (aktuell fehlen noch etwa 10 000 Euro), dafür sorgten zahlreiche Benefizkonzerte, Pfeifen-Patenschaften und der Verkauf des "markgräflichen Orgelweins".
Nun ist das Projekt "Kleine Kirche, großer Klang" abgeschlossen; die "Königin der Instrumente" wurde sozusagen in ihr Amt eingeführt. 
(Hinweis: Weitere Informationen rund um den Orgelneubau gibt es in der Festschrift "Kleine Kirche, großer Klang - die neue Lenter-Orgel der Kleinen Kirche Karlsruhe"; herausgegeben vom Kantorat der Evangelischen Stadtkirche und der Alt- und Mittelstadtgemeinde Karlsruhe).

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Jacques Offenbach - der "Mozart der Champs-Elysées"

"Kultur im Café" im Kaffeehaus Schmidt: Vortragsreihe zum 200. Geburtstag des Komponisten

 

181117 Debussy Cafe Schmidt

Der geniale Musikschöpfer Jacques Offenbach ist einer der Jubilare dieses Musikjahres. In der Reihe "Kultur im Café - Musikstadt Karlsruhe" widmen sich die beiden Musikwissenschaftler Joachim Draheim und Hartmut Becker diesem Thema: jeweils einmal im Monat, samstags ab 10.30 Uhr im Kaffeehaus Schmidt.
Einen Vortrag gab es bereits; nach einem Faschings-Intermezzo am morgigen Samstag, den 16.02. (mit Texten von Wilhelm Busch und Heinrich Heine, Musik von Robert Schumann und Johann Strauß) wird der Offenbach-Schwerpunkt im Frühjahr fortgesetzt: am 16.03. mit dem Thema "Orpheus und die schöne Helena" und am 13.04. mit "Blaubart, die Großerherzogin von Gerolstein und die Banditen".

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Viel Show, wenig Glanz

Zum kürzlichen Festakt "300 Jahre Staatstheater"

 

190113 Festakt Staatstheater

Es gab Nussecken von Frau Kunz. Und Linzer Torte von Frau Fink: Die Besucher des Karlsruher Staatstheaters trafen sich vor dem Festakt im Foyer zur Kaffeetafel und versorgten sich sozusagen gegenseitig mit Selbstgebackenem. Zum 300. Geburtstag hatte das Haus seine Abonnenten kontaktiert und dabei zu Kuchenspenden aufgerufen.
Die Idee des "Bürgertheaters" zeigte sich also auch hier, und in seiner Fest-Ansprache brachte es Oberbürgermeister Frank Mentrup (auch wenn dies wohlwollend gemeint war) auf den Punkt: "Es hatte etwas von einem Kindergeburtstag". Denn ähnlich wie bei einem bunten Nachmittag gab es viel Show - bis hin zum Bagger, der, mit Kuchen bestückt, demonstrativ vor dem Eingang platziert war: als Zeichen für den Aufbruch. Und Mentrup ergänzte: "Vor 300 Jahren hätte man Köstlichkeiten bei der Hofbäckerei bestellt" - womit er das heutige bürgerliche Engagement ausdrücklich loben wollte. Doch es wäre passender gewesen, man hätte zu diesem Anlass tatsächlich die "Hofbäckerei", sprich: einen Catering-Service engagiert. Denn manches wirkte an diesem Tag unprofessionell bis wenig einfallsreich.  

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Ein Dozent "mit Leidenschaft und entspannter Gelassenheit"

Zur Verleihung des Eugen Werner Velte-Preises an Michael Uhde

Seit 2011 vergibt die Karlsruher Musikhochschule den Eugen Werner Velte-Preis: Er ist benannt nach dem Gründungsrektor der Hochschule und wird verliehen an Persönlichkeiten, die "in künstlerischen, pädagogischen oder auch organisatorischen Belangen der Hochschule für Musik in besonderer Weise gedient haben" - und zwar so, dass sie dabei "das nationale und internationale Ansehen der Hochschule" mehren.
In diesem Jahr ging der Preis an den Pianisten Michael Uhde, der als Professor für Klavier und Kammermusik in Karlsruhe unterrichtet.

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