Nymphen, Furien und Nürnberger Bürger

Opernchor des Staatstheaters bietet Querschnitt durch vier Jahrhunderte

 

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Chöre haben während der Pandemie wohl mit am meisten gelitten, und nach wie vor ist es nicht möglich, große Oratorien und Chorkonzerte zu planen. Auch von den Theaterbühnen sind im Zuge der „coronatauglichen“ Fassungen die großen Chortableaus verschwunden – was ausgesprochen schade ist.
Das Staatstheater Karlsruhe hält jedoch dagegen – und zwar mit eigens dafür konzipierten Konzerten. „Auf den Flügeln des Gesangs“ heißt die Produktion, die derzeit einige der schönsten Opernchöre bietet. Der Abend ist Teil einer Trilogie; die Fortsetzung folgt demnächst unter dem Motto: „Viva la Diva“ und „Steuermann, lass die Wacht“, wobei sich hier der Frauen- und der Männerchor getrennt präsentieren.

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Die Schönheit des Volkslieds

Serenade des Max-Reger-Instituts: Das Athos Ensemble bot Volksliedbearbeitungen aus Renaissance und Romantik

 

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Zur Chormusik kam Max Reger eher „wie die Jungfrau zum Kinde“, denn eigentlich sträubte er sich zunächst gegen die „landläufige Liedertafelei“. Für den Liederkranz seiner Heimatstadt Weiden schrieb er dann doch – 1898 - eine „Hymne an den Gesang“ zum 60. Stiftungsfest.
Aber es gibt auch interessante Volksliedbearbeitungen von Reger, und weil das Thema „Liedbearbeitungen“ insgesamt so manches an herrlicher Vokalmusik zu bieten hat, präsentierte jetzt das Karlsruher Athos Ensemble einen Querschnitt aus Renaissance und Romantik. Die überwiegend ruhige, andächtige Musik hätte eigentlich gut zum Übergang zwischen Tag und Dämmerung gepasst – also zu einer echten Serenade im Freien. So war es ursprünglich auch geplant, doch der aufgeweichte Boden im Innenhof des Max-Reger-Instituts machte dies erneut unmöglich. Die Durlacher Karlsburg bot allerdings einen ebenso würdigen Rahmen. 

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Geschliffene Raritäten

Matinee "Pauline Viardot und ihre Familie" im Alten Ratsaal Baden-Baden

 

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In diesem Jahr feiert die Musikwelt den 200. Geburtstag der Sängerin, Komponistin, Pädagogin und Musikwissenschaftlerin Pauline Viardot-Garcia. Allein diese Aufzählung zeigt, dass es nicht einfach ist, dieser großen Künstlerpersönlichkeit in vollem Maß gerecht zu werden. Am besten beschreibt das vielleicht eine Äußerung des Komponisten Camille Saint-Saens, der, wie so viele Künstler, mit Pauline befreundet war und über sie sagen konnte: „In allem wusste sie Bescheid.“
Doch ihre Verdienste um die Musik wurden erst in den letzten beiden Jahrzehnten wirklich zur Kenntnis genommen. Umso erfreulicher ist es, dass sich eine Initiative wie die Stiftung „Pro musica et musicis“ des Karlsruher Musikwissenschaftlers Joachim Draheim dem Leben und dem Wirken der Künstlerin annimmt – jetzt im Rahmen eines Konzerts im Alten Ratssaal in Baden-Baden. Unter dem Titel „Pauline Viardot und ihre Familie“ erlebte man eine großartige Matinee mit der Geigerin Natasha Korsakova und der Pianistin Ira-Maria Witoschynskyj. 

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Reicher Querschnitt durch das Karlsruher Musikleben

Grötzinger Musiktage: Das Orchestra Carolina musizierte in der evangelischen Kirche

 

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Nein, Karlsruhe ist keine Musikstadt wie Leipzig oder gar Wien. Allerdings gibt es musikalische Verbindungen zu den beiden Städten, und außerdem spielt Karlsruhe in der Musikgeschichte durchaus eine gewisse Rolle.
Dass die erste Sinfonie von Johannes Brahms hier unter Felix Otto Dessoff uraufgeführt wurde, dürfte zu den bekannteren Fakten gehören – auch, dass Clara Schumann hier konzertierte oder dass die Karlsruher Hofoper unter den Dirigenten Hermann Levi und Felix Mottl eine große Blütezeit erfuhr.
Doch es gibt auch noch andere Namen: Im Rahmen der Grötzinger Musiktage waren jetzt Werke unter anderem von Johann Melchior Molter, Josef Schelb und Erwin Grosse zu hören. Unter der Leitung von Felix Treiber spielte das Orchestra Carolina, das sich - wie bereits der Name aussagt - vor allem der Musik Karlsruher Komponisten widmet.

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Bruckner, fragil und luzide

"Karlsruher Meisterkonzerte": Die Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz mit Bruckners Siebter in der Kammermusik-Fassung

 

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Zugegeben, die oben genannten Adjektive fallen einem wohl eher zuletzt ein, wenn von Anton Bruckner die Rede ist. Doch auf die äußerst reizvolle Kammermusik-Fassung seiner siebten Sinfonie (diese Bearbeitung ist ein Gemeinschaftswerk von Hanns Eisler, Erwin Stein und Karl Rankl) trifft genau das zu. Im Konzerthaus Karlsruhe war sie jetzt zu erleben – im Rahmen eines Nachholtermins in der Reihe der „Karlsruher Meisterkonzerte“. Unter Chefdirigent Michael Francis spielten Mitglieder der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. 

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Bach und Reger haben das letzte Wort

Schlusskonzert des Internationalen Orgelsommers mit Alcee Chriss aus Dallas

 

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Man hatte sich schon daran gewöhnt in den letzten Wochen: Sonntag Abend ist Orgelkonzert in der Karlsruher Stadtkirche.
Nun ging der Internationale Orgelsommer mit dem Konzert des US-Amerikaners Alcee Chriss zu Ende: „Glücklich“ sei man, so sagte Kirchenmusikdirektor Christian-Markus Raiser, dass man die Reihe trotz aller Einschränkungen habe durchführen können. In der Tat ist das eine Leistung, die man unter diesen Bedingungen gar nicht hoch genug bewerten kann - vor allem auch deshalb, weil es bei einem der Konzerte für einen quarantänebedingten Ausfall sofort Ersatz gab.
Alcee Chriss konnte jedoch zum Glück aus Dallas anreisen und gab unter anderem Einblicke in die amerikanische Musiktradition. 

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Lebenskunst und Sterbekunst

Daniil Trifonov spielte Bachs "Kunst der Fuge" im Festspielhaus Baden-Baden

 

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Im Rahmen der sommerlichen Kammermusikreihe „En suite“ gastierte der russische Ausnahme-Pianist Daniil Trifonov jetzt im Festspielhaus Baden-Baden – und widmete sich ganz der Musik von Johann Sebastian Bach. Dessen Meisterwerk „Die Kunst der Fuge“, entstanden im Jahrzehnt vor seinem Tod, führt die barocke Satztechnik des Kontrapunkts nochmals zu einem Höhepunkt, und dementsprechend markiert dies auch den Abschluss einer gesamten Epoche.
Etliche Künstler haben Aufnahmen vorgelegt, vom legendären Glenn Gould bis hin zu Grigory Sokolov. Unter dem Titel „The Art of Life“ folgt demnächst eine Einspielung mit Trifonovs Sicht auf Bach. 

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Monumentale Leichtigkeit

Karlsruher Orgelsommer: Der gebürtige Pfälzer Felix Hell (New York) begeisterte mit Franz Liszt - und mit seinem eleganten Spiel

Standen bei den bisherigen Konzerten des Karlsruher Orgelsommers eher die kleinteiligen, dafür breit gefächerten Programme im Vordergrund, so erlebten die zahlreichen Gäste in der Evangelischen Stadtkirche nun einen Abend mit monumentalen Werken: der „Propheten-Fantasie“ von Franz Liszt zum Beispiel.
Schon beim letztjährigen Orgelsommer war sie zu hören; manch einer wird vielleicht noch den großartigen Abend mit dem Essener Domorganisten Sebastian Küchler-Blessing im Ohr haben. Doch auch Felix Hell, der ursprünglich aus Frankenthal stammt und nun in New York tätig ist, begeisterte ebenfalls mit seinen brillant-virtuosen Interpretationen.

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"Abgefahrene" Kunst

Kultur im Autohaus Beier: Das Kunsthaus Durlach präsentiert derzeit eine ungewöhnliche Konzertreihe

 

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Musik im Autohaus, oder ganz allgemein: Musik an ungewöhnlichen Orten – das kennt man beispielsweise von den Weingartner Musiktagen oder auch vom Schwarzwald Musikfestival.
Tatsächlich haben Kunst und Automobile durchaus miteinander zu tun, denn schließlich ist das Design eines Fahrzeugs ebenfalls eine Kunst, und obendrein bietet der Verkaufsraum eines Autohauses auch eine Ausstellungsfläche für Kunstobjekte.
Solche Gedanken bringen derzeit der Flötist Johannes Hustedt und die Bildhauerin und Alphornistin Chai Min Werner (sie betreiben das "Kunsthaus Durlach") in einer Konzertreihe zusammen - und zwar gemeinsam mit dem Autohaus Beier in Karlsruhe und in Ettlingen. Die Reihe "Denk mal, schau mal, fühl mal" wird gefördert vom Landesprogramm "Kunst trotz Abstand".
Wem das alles zu "abgefahren" klingt (so übrigens auch der Titel eines kürzlichen Programms), der kann sich noch bis Mitte September selbst davon überzeugen (Nähere Informationen unter www.kunsthaus-durlach.de). 

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Spannend und beziehungsreich

Stanislav Surin aus der Slowakei gastierte beim Orgelsommer in Karlsruhe

 

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Es ist eine Stärke des Internationalen Orgelsommers – und das macht die Marke „international“ in diesem Fall tatsächlich aus – dass nicht nur Künstler aus dem Ausland in der Karlsruher Stadtkirche gastieren, sondern dass sie immer wieder auch Werke aus ihrer Heimat mitbringen, die hierzulande weitgehend unbekannt sind.
Das war zuletzt beim Konzert mit Stanislav Surin zu erleben. 

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