Der Garten als kultureller Treffpunkt

Sommerliche Konzertreihe im Kunsthaus Durlach: Zweites Konzert war der "Aufklärung" gewidmet

 

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Ach, wie sehr wünscht man sich in diesen unsicheren Zeiten ein wenig von der Klarheit, der Transparenz und der Leichtigkeit, wie man sie beispielsweise in der Musik von Johann Friedrich Reichardt erlebt! Seine Musik wurde schon von Goethe geschätzt: Reichardts „Erlkönig“-Vertonung, heutzutage kaum mehr bekannt, zog der Dichter bekanntlich der Schubert-Fassung vor.
Zu einer familiär-sommerlichen Serenade im Garten des Kunsthauses Durlach – bei angenehmer Wärme, mit eigens mitgebrachten (Klapp-)Stühlen – luden jetzt der Flötist Johannes Hustedt und seine Frau Chai Min Werner. Die Serenade trug das Motto „Vom Gebrauch der Vernunft - eine Reise vom Zeitalter der Aufklärung bis heute“.
Noch bis zum 21. September kann man die „Klappstuhl-Konzerte“ - gefördert durch das Programm „Neustart Kultur“ - jeden Mittwoch um 18 Uhr (bei jedem Wetter) genießen. Das nächste Konzert am 17. August widmet sich dem „Balkan Groove“.

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Von der Renaissance zum "Karneval der Tiere"

Internationaler Orgelsommer Karlsruhe: Kurzfristig sprang Kumi Choi ein und bot ein außergewöhnliches Konzert

 

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Die Absage ereilte Christian-Markus Raiser, Kantor der Evangelischen Stadtkirche und Leiter des Karlsruher Orgelsommers, während einer Chorreise. Kurzfristig erkrankte der zum vierten Konzert vorgesehene Hans-Jürgen Kaiser aus Fulda – doch wie schon während der Corona-Pandemie, so fand sich auch hier in bewundernswerter Schnelligkeit ein Ersatz: Die Südkoreanerin Kumi Choi hielt sich gerade der Nähe auf (am heutigen Dienstag gibt sie ein Konzert im Freiburger Münster); sie hatte Zeit und noch dazu ein attraktives Programm.
Aus ihrem Repertoire mischte sie Stücke aus fünf Jahrhunderten, die den beiden Orgeln der Stadtkirche – der französisch-barocken Rémy-Mahler-Orgel und der großen Steinmeyer-Orgel – mehr als gerecht wurden. Unter anderem war auch der berühmte „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saens zu erleben.

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Klingendes Monument

0 DUMMYBILD CD COVERInternationaler Orgelsommer in Karlsruhe: Amelie Held spielte unter anderem die großartige "Propheten-Fantasie" von Franz Liszt.

Ein spannendes Programm mit Johann Sebastian Bach als „Zentrum“, allerdings nicht unmittelbar zu Wort kommend, sondern durch die Augen anderer betrachtet – das brachte die junge Organistin Amelie Held beim dritten Konzert des Orgelsommers mit in die Evangelische Stadtkirche.
Amelie Held wurde in Karlsruhe geboren, zog mit ihren Eltern aber relativ bald nach München und absolviert derzeit ihr Konzertexamen in New York.
Den Abschluss ihres fabelhaften Vortrags bildete die „Propheten“-Fantasie von Franz Liszt – ein gewaltiges Werk, das zu den Höhepunkten der Orgelliteratur zählt und schon während der vergangenen Orgelsommer die Konzerte bereicherte.
(Foto: PR)

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Humorvoller Mendelssohn im heiteren Singspiel

Konzertreihe "Musik in (Baden-)Baden" begeistert das Publikum mit "Heimkehr aus der Fremde"

 

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Mit einem vergnüglichen Singspiel des jungen Felix Mendelssohn Bartholdy - „Heimkehr aus der Fremde“ - ging die Reihe „Musik in (Baden-) Baden“, sie wird verantwortet von der Stadt Baden-Baden und der Draheim-Stiftung „pro musica et musicis“, nun in die Sommerpause.
Was hier von den Künstlern in kürzester Zeit einstudiert wurde, ist unglaublich: Großer Regie-Aufwand war dabei nicht nötig, die lebendigen Szenen und die klangschönen Stimmen sprachen für sich.

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Wunderkinder - mit und ohne Horn

Grötzinger Musiktage: Das Ensemble "Il capriccio" spielte Werke der früh Verstorbenen Mozart und Juan de Arriaga/ nächstes Konzert am kommenden Sonntag

 

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Das Horn ist eine Klasse für sich. Dass bei diesem Instrument saubere Ansätze eine hohe Kunst sind, ist allgemein bekannt. Noch anspruchsvoller ist der Umgang mit dem Naturhorn: Da es keine Ventile besitzt, sind lediglich Naturtöne möglich. Das Spektrum kann jedoch erweitert werden, wenn man die Hand entsprechend in den Schalltrichter einführt. Damit kann man die Tonhöhe verändern, wie Hornist Christian Binde beim jüngsten Konzert der Grötzinger Musiktage erläuterte.
An diesem Abend gab es Werke, die man sonst kaum hört – nämlich zwei Quintette für Horn und Streichquartett von Mozart und Anton Reicha. Dazwischen eine echte Entdeckung: Die Musik des kaum bekannten, früh verstorbenen Juan de Arriaga.
Es musizierte das Ensemble „Il capriccio“ auf historischen Instrumenten.
(Hinweis: Beim nächsten Konzert am kommenden Sonntag, den 24. Juli, 19 Uhr, ist das Ensemble TEMA in der Begegnungsstätte Grötzingen zu hören: unter anderem mit Musik von Prokofiew und Débussy).

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Der Orgelsommer ist eröffnet

Christian-Markus Raiser reflektiert in der Musik von Bach und Liszt die Krisen unserer Tage

 

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„Licht und Schatten“ nannte Christian-Markus Raiser sein Eröffnungsprogramm zum diesjährigen Karlsruher Orgelsommer in der Evangelischen Stadtkirche. Der Titel ist angelehnt an eine Konzertreise mit dem Bachchor vor einigen Monaten in die Eifel – und denkt man an diese Gegend, so hat man sofort die Hochwasser-Katastrophe des vergangenen Jahres vor Augen.
„Licht und Schatten prägen unsere Zeit“, so Raiser - und in der Tat: Das Dunkel der weltweiten Krisen und die zwischendurch immer wieder aufkeimende Hoffnung wurden hier meisterhaft durch die Orgelmusik von Nicolas de Grigny, Bach, César Franck oder Franz Liszt zum Ausdruck gebracht. (Nächstes Konzert: Sonntag, 24. Juli, 20.30 Uhr, mit Andrew Forbes aus Schottland).

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Großartiges Zusammenspiel - und eine spannende Entdeckung

"La Capitale d' Eté" in Baden-Baden: Beim Konzert mit Yannick Nézet-Séguin, dem Chamber Orchestra of Europe und Seong-Jin Cho gab es Brahms und eine Sinfonie von Louise Farrenc

 

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„Einen Traum“ hat Yannick Nézet-Séguin: Die Werke von Louise Farrenc, sagt der Dirigent, müsste man öfter hören; irgendwann sollte der Name dem Konzertpublikum geläufig sein.
Dafür hat der Kanadier einiges getan. Im Rahmen der Baden-Badener Sommerfestspiele „La Capitale d‘Eté“ waren im Festspielhaus insgesamt zwei Werke der Französin zu hören, die im 19. Jahrhundert zu den bedeutendsten Künstlerinnen zählte: Ihre dritte Sinfonie g-moll stand gemeinsam mit dem Klavierkonzert Nr. 1 d-moll von Johannes Brahms auf dem Programm.

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Triumph und Bedrängnis

Grötzinger Musiktage: Reizvolles geistliches Konzert mit Reinhold Friedrich, Hanno Müller-Brachmann und Carsten Wiebusch

 

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Drei namhafte Solisten hatten sich zur Eröffnung der Grötzinger Musiktage in der evangelischen Kirche eingefunden: Carsten Wiebusch (Orgel), Reinhold Friedrich (Trompete) und Hanno Müller-Brachmann (Bassbariton) blicken auf eine lange Konzerttätigkeit zurück und sind als Professoren in Karlsruhe und Frankfurt tätig; daneben musizieren sie auch regelmäßig in den Karlsruher Kirchen.
Aber gemeinsam taten sie das (erstaunlicherweise) noch nie; ein entsprechender Plan musste unter anderem wegen Corona immer wieder verschoben werden. Jetzt boten sie ein ausgesprochen schönes, geistvolles Programm: unter anderem mit Bachs Schemelli-Gesängen und den Schübler-Chorälen als Schwerpunkt.
(Hinweis: Das nächste Konzert bestreitet am Samstag, den 16. Juli (19.30 Uhr) das Ensemble „Il capriccio“ mit dem Programm „Die Wunderkinder und das Horn“).

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Klangwunder im Pianissimo

Sommerfestspiele Baden-Baden: Yannick Nézet-Séguin, das Chamber Orchestra of Europe und die Pianistin Beatrice Rana boten mitreißende Interpretationen von Clara Schumann und Johannes Brahms

 

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Wenn Yannick Nézet-Séguin am Pult steht, dann kann man sicher sein, dass man manche Dinge anders hört als sonst. Mit dem Chamber Orchestra of Europe bot der Kanadier einen spannenden Abend zum Auftakt seiner Baden-Badener Sommerfestspiele mit dem klangvollen Namen „La Capitale d‘ Eté“. Die junge Pianistin Beatrice Rana begeisterte im Klavierkonzert von Clara Schumann.

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Ausdruckstiefe vor allem im zweiten Teil

Kammerchor der Musikhochschule Karlsruhe mit Werken von Heinrich Schütz in der Auferstehungskirche Rüppurr

 

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Mit einem selten aufgeführten Werk – nämlich der „Auferstehungshistorie“ von Heinrich Schütz – erinnerte vor kurzem die Musikhochschule Karlsruhe an einen der bedeutendsten deutschen Kirchenmusiker.
In diesem Jahr begeht die Musikwelt Schütz‘ 350 Todestag; doch in hiesigen Konzertkalendern blieb das bisher weitgehend unberücksichtigt. Beim Konzert in der Auferstehungskirche Rüppürr waren außerdem die „Musikalischen Exequien“ zu hören; es musizierte der Kammerchor der Musikhochschule unter der Leitung von Matthias Beckert. Zur Seite stand den Sängerinnen und Sängern das Gambenconsort „Les Escapades“.

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