Ausdrucksstark, menschlich und direkt

Die Musik des Hofkapellmeisters Georg Christoph Strattner begeisterte in der Stadtkirche Durlach

 

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Man kann glücklich und dankbar darüber sein, dass wenigstens im Bereich der Kirchenmusik – zumindest ansatzweise – wieder so etwas wie Normalität einkehrt, auch wenn große Oratorien zur Zeit nicht möglich sind. Die Kirchen, so bemerkte Bürgermeister Albert Käuflein beim Konzert des Ensembles „Les Escapades“, „leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Leben in der Stadt, auch auf dem Feld der Kultur“.
Wie sehr die Kirchenmusik zum Jahres- und auch zum Lebenskreislauf der Menschen gehört, spürte man sehr deutlich bei den großartigen Werken des Durlacher Hofkomponisten Georg Christoph Strattner. Dessen Musik wurde zum großen Teil seit der Zeit ihrer Entstehung nicht mehr aufgeführt. Im Rahmen eines CD-Projekts haben die Gambistinnen von „Les Escapades“ dies nun gemeinsam mit fabelhaften Gästen realisiert.

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Weder Fisch noch Fleisch

"Spotlight Don Giovanni" am Staatstheater Karlsruhe bringt keine Klarheit

 

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Die Zeit der Einschränkungen und Entbehrungen bringt überall neue Bühnen-Formate hervor: Wenn eine größere Oper schon nicht möglich ist, so dachte man offensichtlich am Staatstheater, warum dann nicht einmal ein „Schlaglicht“ auf jene Figur werfen, die seit mehr als zwei Jahrhunderten, mit all ihren zeitgeschichtlichen Deutungen, die Theaterbühnen beherrscht - nämlich auf „Don Giovanni“? Ist er mehr Dämon oder mehr Verführer? Und welche Rollen spielen eigentlich die Frauenfiguren in Mozarts Oper?
In einem „Spotlight“, entwickelt von der Regisseurin und Oberspielleiterin Anja Kühnhold und der Dramaturgin Deborah Maier, wollte man der Frage nachgehen, in welchem „Licht“ er denn nun erscheint, dieser Don Giovanni. Eigentlich eine gute Idee, wobei die Umsetzung leider misslang.

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Heiße und schweigende Lippen

Musik-Plauderei in der Hemingway Lounge über den "Operettenkönig" Franz Lehár

 

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„Puccini ist der Verdi des kleinen Mannes, und Lehár ist dem kleinen Mann sein Puccini.“ Das sagte Kurt Tucholsky über den großen Operettenkomponisten, als er ihn 1931 einmal am Klavier erlebte – und irgendwie scheint es, als habe sich die Haltung gegenüber dem Fach „Operette“ nur wenig geändert. Sicher, es gibt Sänger wie Jonas Kaufmann oder Piotr Beczala, die sich diesem Repertoire widmen, und zu Silvester steht an den Theatern hin und wieder Johann Strauß‘ „Fledermaus“ oder eben Lehárs „Lustige Witwe“ auf dem Programm. Doch wirklichen Eingang in die Spielpläne findet dieses Genre nach wie vor kaum; das Feuilleton, die so genannte „ernst zu nehmende“ Kultur, rümpfte darüber lange Zeit die Nase (wozu selbstverständlich auch zweifelhafte Interpretationen beitrugen).
So verwundert es kaum, dass Franz Lehár im Beethoven-Jahr ein wenig unter den Tisch fällt, obwohl der am 30. April in 1870 im ungarischen Komorn Geborene ebenfalls zu den Jubilaren zählt.
In der Karlsruher Hemingway-Lounge erinnerten der ehemalige SWR-Redakteur Hans Hachmann und der Musikwissenschaftler Thomas Seedorf an einen der erfolgreichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts.

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Beethoven, umrahmt von Chaplin und Weill

Außergewöhnlicher Liederabend in der Christuskirche Karlsruhe

 

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„Beethoven! Beethoven! Beethoven?“ Ja, man musste in der Tat mehrmals hinsehen bei diesem ungewöhnlichen Konzert kürzlich in der Karlsruher Christuskirche zu Gunsten des restaurierten Steinway-Flügels (wobei die Spenden-Aktion in der Reihe „Christuskirche beFLÜGELT!“ noch andauert).
Dieses Konzert war dem Jubilar des Jahres gewidmet, hielt aber dessen Musik zunächst gut versteckt. Die „Ferne Geliebte“ entpuppte sich schließlich als Zentrum des Programms, und den Schlusspunkt unter diesen Abend – zu Gast waren der Bariton Lorenzo de Cunzo und die Pianistin Anu Rautakoski – setzten italienische Lieder und die "Zärtliche Liebe".
Zunächst aber begannen die beiden mit Charlie Chaplin …

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Tod ohne Verklärung - doch am Ende der Friede

Georg Fritzsch und die Staatskapelle eröffnen die Saison mit einem Blick auf den späten Strauss

 

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Die Metamorphosen von Richard Strauss stehen derzeit häufiger auf den Konzertprogrammen – und das womöglich nicht nur, weil es sich dabei um ein Werk mit „coronatauglichen“ 23 Solostreichern handelt. Das Stück entstand im Jahr 1945 - „in verzweifelter Stimmung“, wie der Komponist schrieb. Europas Städte und damit auch die Opern- und Konzerthäuser, also jene Orte, an denen Strauss seine größten Erfolge feierte, waren vollkommen zerstört. Strauss war überzeugt davon, dass nirgendwo in Europa jemals wieder Theater gespielt werden würde.
Selbstverständlich verbietet sich jeder Vergleich mit dem Corona-Lockdown (was dieser womöglich bis auf weiteres zerstört hat, ist indes noch nicht abzusehen). Aber irgendwie drängt sich der Gedanke eben doch auf, obwohl die Theater gerade wieder öffnen, und hinzu kommt, dass der Trauermarsch aus Beethovens „Eroica“ hier als Keimzelle dient: Ausgerechnet der Jubilar, der unter normalen Umständen mit seiner Neunten allerorten gefeiert worden wäre, liefert nun das Material für eine Stimmung voller Düsternis. Georg Fritzsch und die Staatskapelle, dazu Sopranistin Christiane Libor widmeten sich zu Saisonbeginn dem Thema „Todesnähe“ in eindrücklicher Weise.

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Mit Bach durch Freuden, Leid und Zuversicht

Barocke Kammermusik: "Bach im Kreis" in der Altkatholischen Kirche Karlsruhe

 

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„Bach im Kreis“: Über diesen Titel kann man trefflich rätseln. Die Musik von Bach als eine Art immer währender Kreislauf? Oder Bach, der durch den Kreis von vier Musikern getragen wird, sodass sich mal dieser, mal jener als Solist profilieren kann? Beides wäre jedenfalls zutreffend für das kürzliche Konzert in der Altkatholischen Kirche in Karlsruhe. Es gehörte zur Reihe „Gesang Plus“ unter der Federführung der Sopranistin Sophie Sauter, die in Karlsruhe studiert hat und nun an der Musikhochschule Stuttgart unterrichtet. Das Konzept der Reihe sieht vor, dass das "Instrument Stimme", so beschreibt es das Programm, als kammermusikalischer Partner auftritt.

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Fester Bass, kunstvolle Variationen

Carsten Wiebusch spielte in der Reihe "Faszination Orgel" an der Christuskirche Karlsruhe

 

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Wer häufig Orgelkonzerte besucht, der liest es vermutlich regelmäßig im Programm: Passacaglia, Chaconne, oft auch Toccata (wobei letztere nicht vorkam im jüngsten Konzert an der Christuskirche.) Und man denkt sich vielleicht: Was genau ist das eigentlich?
Nun lenkte Carsten Wiebusch im Rahmen der Karlsruher Orgelspaziergänge den Blick speziell auf diese Formen und fragte: „Immer das Gleiche?“

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Schlicht-schöne Anmut

Das Manic-Trio spielte bei der Serenade des Max-Reger-Instituts

 

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"Im Geiste Mozarts“: So war vor gut einem Monat an dieser Stelle der Text zur ersten Serenade des Max-Reger-Instituts überschrieben. Ganz in diesem Sinne gab es nun eine Fortsetzung, denn auch Regers a-moll-Streichtrio op. 77b folgt diesem Geist mit einem eher leichten Charakter, teilweise mit einem liedhaften Ton. Ein interessantes Werk also – gespielt von einem ausgezeichneten Ensemble: Zu Gast im Innenhof des Reger-Instituts war das Manic-Trio.

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Schubert zum Brunch

Saisoneröffnung in der Hemingway Lounge mit einem "Classic Market"

 

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Musik zur Marktzeit am Samstagvormittag: Das ist in der Karlsruher Hemingway Lounge ein Format, bei dem sich das Publikum zum Kaffee oder auch zum Weißwurstfrühstück trifft, oft begleitet von Jazz-Klängen, jedoch auch von klassischer Musik. Damit startete man jetzt in die neue Saison – etwas früher als sonst, um den Künstlern nach dem Corona-Lockdown möglichst viele Auftrittsmöglichkeiten zu verschaffen.
Gespielt wird vom späten Vormittag bis weit in den Nachmittag; manch einer verlässt das Lokal bereits früher, andere kommen erst um die Mittagszeit von ihren Einkäufen am nahe gelegenen Gutenbergplatz: Kein Konzert also im eigentlichen Sinn, sondern eher ein lockeres Kommen und Gehen.
In einem solchen Format, so könnte man meinen, hat hauptsächlich jene Musik ihren Platz, die man gemeinhin als „Begleitmusik“ bezeichnen würde – keinesfalls aber würde man hier etwa Schubert oder Hans Pfitzner erwarten.
Doch die Mezzo-Sopranistin Clara-Sophie Bertram und die Pianistin Freya Jung boten genau das – und das Erstaunliche dabei: Es funktionierte.

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Böhmische Romantik

Abschluss des Karlsruher Orgelsommers: Irena Chribkova spielte Musik aus ihrer Heimat

 

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Der Internationale Orgelsommer in Karlsruhe endete ähnlich wie er begonnen hatte: Nicht mit bekannten Komponisten (nur zwischendurch gab es Bach), dafür aber mit hörenswerten Entdeckungen unter anderem aus Böhmen: Zu Gast war Irena Chribkova, deren Wirkungsstätte die Basilika St. Jakob in der Prager Altstadt ist.

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