Wegzehrung für die Durststrecke

Sonderkonzert der Staatskapelle: Ein Beethoven-Marathon mit sämtlichen Klavierkonzerten

Was für ein Glück: Kurz vor dem Lockdown kam er dann doch noch zu seinem Recht, der große Jubilar dieses Musikjahres - und in welchem Umfang!
Beethovens fünf Klavierkonzerte an einem Abend: Das war bereits ein gemeinsames Projekt des Pianisten Gerhard Oppitz und des neuen Karlsruher Generalmusikdirektors Georg Fritzsch, als dieser noch am Theater in Kiel tätig war. Die Verwirklichung dieser großartigen Idee beim Sonderkonzert der Staatskapelle dürfte die Konzerthaus-Besucher wohl noch eine Weile durch die Dürrezeiten der Pandemie tragen. So war es geradezu bedauernswert, dass unter diesen Umständen nicht einmal ein Drittel der sonstigen Saalkapazität zur Verfügung stand.

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Vorboten des Lebens

Letzte Konzerte vor der Schließung: Im Festspielhaus Baden-Baden musizierten Thomas Hengelbrock und seine Ensembles das Brahms-Requiem in voller Besetzung.

 

201031 Hengelbrock

Thomas Hengelbrock hatte sich ausdrücklich das „Deutsche Requiem“ von Johannes Brahms für seinen Auftritt im Festspielhaus gewünscht. Denn mitten in der Corona-Pandemie, sagt Intendant Benedikt Stampa, als er sich am zweiten Abend an das Publikum wendet, sei das Werk einerseits Ausdruck von Trauer und Zorn - „und bei mir persönlich kommt auch Bitternis hinzu“.
Doch wie das Brahms-Requiem am Ende vor allem die Hinterbliebenen trösten soll, so stellt auch Stampa der Corona-Situation (und damit der umstrittenen Schließung der Konzerthäuser) das Prinzip Hoffnung entgegen: „Wir werden größer wiederkehren!“ versprach er.

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Zerfallserscheinungen - und ein weiser Blick von oben

Zum Sinfoniekonzert der Staatskapelle mit Georg Fritzsch und Gerhard Oppitz

Es scheint zur schönen Tradition zu werden, dass GMD Georg Fritzsch die Sinfoniekonzerte der Staatskapelle moderiert – was in diesem Falle mehr ist als nur eine Überbrückung der Umbaupause. Das jüngste Konzert, seit Sonntag war es viermal zu hören, stand noch im Zeichen des Festivals „ZeitGenuss“. Zugleich verwies es auf den „Marathon“ mit Gerhard Oppitz und Beethovens Klavierkonzerten am kommenden Wochenende (der noch vor dem neuerlichen Lockdown über die Bühne geht). Wolfgang Rihms „Gejagte Form“, das der Komponist vor mehr als zwei Jahrzehnten schrieb und danach überarbeitet hat, eröffnete den Abend, und eine Warnung gab es von Georg Fritzsch gleich vorweg: „Wolfgang Rihm legt hier geistige Zündschnüre ...“

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Hinein genommen in das menschliche Drama

Großartige Aufführung von Mahlers Rückert-Liedern: Elisabeth Kulman, Michael Sanderling und die Deutsche Radio Philharmonie im Konzerthaus Karlsruhe

Es gehört zum Konzept der „Karlsruher Meisterkonzerte“, jede Aufführung unter ein gewisses Motto zu stellen. Das wirkt bisweilen etwas bemüht, aber der Titel des jüngsten Konzerts - „Tief berührt“ - hätte kaum passender sein können: Die wunderbare Mezzosopranistin Elisabeth Kulman, dazu die Deutsche Radio Philharmonie unter Michael Sanderling schufen eine derart zerbrechliche, poetische Atmosphäre im Konzerthaus, dass man schon Sorge hatte, man könnte dies allein durch Berühren des Programmheftes zerstören. Diese Stille – gerade auch im Publikum - erlebt man selten, und das lag nicht nur an den Masken.

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Zeitgenössische Musik trotzt Corona

Eröffnung des Festivals "ZeitGenuss" in der Christuskirche: Kammermusik und Orgelwerke von Wolfgang Rihm

 

201022 ZeitGenuss

Recht groß war das Interesse beim Eröffnungskonzert des Festivals „ZeitGenuss“ in der Christuskirche; so groß jedenfalls, dass die Corona-Sonderverordnung galt, welche Kultur-Veranstaltungen über 100 Teilnehmer regelt. Dementsprechend herrschte Maskenpflicht während des gesamten Konzerts – ein Umstand, an den man sich erst gewöhnen muss.
„Dem C-Wort zum Trotz“ könne das Festival jedoch glücklicherweise statt finden, bemerkte Kulturamtsleiterin Susanne Asche fast kämpferisch. Auch Hartmut Höll, Rektor der Karlsruher Musikhochschule (die mit der Stadt Karlsruhe maßgeblich für das Festival verantwortlich ist), zeigte sich erfreut darüber, dass „wir endlich wieder lebendige Musik erleben dürfen“. Im Mittelpunkt dieser seit 2013 bestehenden zeitgenössischen Musiktage steht diesmal der Karlsruher Komponist Wolfgang Rihm, der das Festival selbst kuratierte. (Hinweis: Das Abschlusskonzert am Sonntag, den 25.10., 18 Uhr ist auch per Live-Stream auf www.idagio.com) zu sehen.

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Beethoven als Liedkomponist

Schubertiade Ettlingen: Das Duo Hans Christoph Begemann und Thomas Seyboldt begeistern beim Liederabend im Asamsaal

 

201018 Schubertiade Beethoven

Wer in diesen Tagen Konzertbesuchern und Musikern begegnet, der bemerkt vor allem eines: Freude und Dankbarkeit darüber, dass wieder gespielt wird, und so kann man nur hoffen, dass dies trotz steigender Infektionszahlen auch erst einmal so bleibt.
Eine solche Freude bereitete auch die Ettlinger Schubertiade ihren Gästen: Das bewährte Duo mit dem Bariton Hans Christoph Begemann und dem Pianisten Thomas Seyboldt zeigte, dass auch in einem relativ kurzen Rahmen (dafür aber zweimal) ein stimmungsvoller Liederabend gelingen kann. Das Hauptwerk dieses Abends: Beethovens Zyklus „An die ferne Geliebte“. Das Konzert war zugleich auch eine Präsentation der neuen CD des Liedduos zum Beethoven-Jahr.

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Der "Pontevedrexit" kann verhindert werden

Operetten-Vergnügen in Corona-Zeiten: Lehárs "Lustige Witwe" am Staatstheater Karlsruhe 

 

201019 Lustige Witwe

Es ist vermutlich das Beste, was unter den derzeitigen Umständen machbar ist: Die Salonfassung von Lehárs „Lustiger Witwe“, jetzt am Staatstheater Karlsruhe zu sehen, ähnelt einer Operettenrevue mit dem alten Botschaftsmitarbeiter Njegus als Conferencier. Er hält die Fäden zusammen und erzählt die Geschichte als Rückblende: In einem solchen Format ist es denn auch möglich zu vermitteln, was momentan nicht gezeigt werden kann.
Regisseur Axel Köhler schuf eine 90minütige „coronataugliche“ Fassung, in der die Ohrwurmklassiker erhalten blieben, und die Staatskapelle mit GMD Georg Fritzsch am Pult verhilft Lehárs Musik auch als Salon-Orchester zu einem ganz eigenen Charme.

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Bewegendes Freiheits-Zeugnis

Zum kürzlichen Konzert des Karlsruher Barockorchesters mit Beethovens Schauspielmusik zu "Egmont"

 

201011 Beethoven Barockorchester

„Beethoven besaß Rückgrat, er ließ sich in keinster Weise korrumpieren – das sollte uns Vorbild sein!“, gab der Musikwissenschaftler Hartmut Becker den Hörern bei der Einführung im Konzerthaus Karlsruhe auf dem Weg; ebenso die Mahnung: „Wenn man die politische Dimension bei Beethoven nicht erkennt, dann gleitet die Musik an einem ab.“ Dafür, dass die Musik mitnichten „abglitt“, sondern im Gegenteil sehr berührte, bisweilen auch aufrüttelte – dafür sorgte das Karlsruher Barockorchester unter Christoph Siebert mit der Sinfonie Nr. 3 („Eroica“), vor allem aber mit einem Stück von großem Seltenheitswert: der vollständigen Schauspielmusik zu Goethes „Egmont“ .

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Elegant durch Jazz und Romantik

Der Klarinettist Sebastian Manz und der Pianist Martin Klett beim Schlosskonzert in Ettlingen

 

201013 Sebastian Manz

„Im Slalom durch das Klarinettenrepertoire“ hieß es im Programmheft des jüngsten Ettlinger Schlosskonzerts – und das traf den Charakter dieses mit raschen und leichten Schwüngen hingesetzte Programm sehr genau.
Eigentlich war das Konzert mit dem Klarinettisten Sebastian Manz und dem Pianisten Martin Klett bereits in der vergangenen Saison vorgesehen, doch der Auftritt fiel dem Corona-Lockdown zum Opfer. In den Genuss des Nachholtermins kamen freilich nur etwa hundert Besucher in zwei Kurz-Konzerten, größtenteils waren es Abonnenten.
Doch am 17. November ist das Programm ab 13 Uhr noch einmal im SWR2 Mittagskonzert zu hören und danach online abrufbar. .

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Frühwerke, von Mozart inspiriert

Martin Stadtfeld und die Rheinische Philharmonie spielten Beethoven und Schubert im Konzerthaus Karlsruhe.

Ohne die sprichwörtlichen Pauken und Trompeten müssen die Orchester derzeit oft auskommen: Man spielt in kammermusikalischer Besetzung, dazu beispielsweise mit einem Bläsersatz, der lediglich aus Flöte, je zwei Oboen, Fagotte und Hörner besteht. Das wiederum ruft Werke auf den Plan, die sonst eher etwas seltener zu hören sind, wie etwa Beethovens frühes Klavierkonzert B-Dur (tatsächlich ist es sein erstes großes, veröffentlicht wurde es jedoch als Nr. 2). Mit diesem Klavierkonzert eröffneten jetzt Martin Stadtfeld und das Staatsorchester Rheinische Philharmonie aus Koblenz unter der Leitung von Garry Walker die Saison der„Karlsruher Meisterkonzerte“ im Konzerthaus Karlsruhe.

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