Familienbande

In Weingarten spielte der Pianist Gerhard Vielhaber mit Neffe Jon und Nichte Lia

 

191018 Weingarten Vielhaber

Familiäre Beziehungen unter Komponisten, dazu ihre Freunde oder Weggefährten – das erlebt man häufiger als roten Faden in Konzertprogrammen; in letzter Zeit vor allem bei Robert und Clara Schumann.
Ein ganz anderes, nicht weniger spannendes Format ist es allerdings, wenn Interpreten gemeinsam mit den ebenfalls musizierenden Kindern, Geschwistern oder auch Nichten und Neffen auftreten. Seit einiger Zeit gehören solche Konzerte zum festen Programm der Weingartner Musiktage Junger Künstler: Im Autohaus Morrkopf gastierte vor kurzem Gerhard Vielhaber, Pianist des Mariani Klavierquartetts, mit seiner Nichte Lia (Violoncello) und dem Neffen Jon (Trompete). Ein Abend mit ungewöhnlichem Repertoire, wie sich bereits aus der Besetzung ergibt
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Heinrich Schütz und die Bildkraft der Musik

Nachbetrachtung zum Internationalen Heinrich-Schütz-Fest (II): Die "Psalmen Davids" mit dem Dresdner Kammerchor/ Konzert des CoroPiccolo im ZKM

 

Hans Christoph Rademann

Die „Psalmen Davids“ von Heinrich Schütz gehören zum Eindrucksvollsten, was an Chormusik je geschrieben wurde, und so war auch der Auftritt des Dresdner Kammerchores unter Hans-Christoph Rademann in der Evangelischen Stadtkirche in Karlsruhe sicher einer der Höhepunkte des Heinrich-Schütz-Festes.
Zuvor, beim Konzert des CoroPiccolo („Raum-Zeit-Klang“) im ZKM, überwogen dagegen die weichen Klangflächen – und Heinrich Schütz diente unter anderem als Material für elektronisch verfremdete Musik.

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Barocker Glanz und das Elend des Krieges

Nachbetrachtung zum Heinrich-Schütz-Fest (I): Das Johann Rosenmüller Ensemble in der Stadtkirche Durlach

 

191010 Johann Rosenmueller

Wer jüngst beim Heinrich-Schütz-Fest das Konzert des Johann Rosenmüller Ensembles in der Durlacher Stadtkirche erlebte, der hörte erstmals Musik, die seit mehr als dreihundert Jahren nicht mehr aufgeführt wurde. Denn unter anderem erklangen dort auch Werke der Durlacher Hofmusiker.
Es sei einfach großartig, sagte Kantor Johannes Blomenkamp, „dass es Institutionen gibt, die dafür sorgen, dass diese Musik so klingt, als sei die Tinte gerade erst getrocknet.“ Und in der Tat – einen solchen Eindruck hinterließ auch das Leipziger Johann Rosenmüller Ensemble unter der Leitung des Zinkenisten und Musikwissenschaftlers Arno Paduch.
Studierende des Karlsruher Instituts für Musikwissenschaft und Musikinformatik hatten unter der Leitung von Stefanie Steiner-Grage und Thomas Seedorf ein aufführungsfähiges Notenmaterial dieser Werke bereit gestellt.

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Leichthändig und klar

Jazz-Pianistin Olivia Trummer gastierte in Weingarten

 

191006 Olivia Trummer

Manchmal gibt es ausgesprochen glückliche Zufälle. Im Radio, so erzählt Thomas Jehle aus dem Leitungsteam der Weingartner Musiktage, habe er ein Porträt über die Jazz-Pianistin, Sängerin und Komponistin Olivia Trummer gehört. Danach stand für ihn fest: Diese Künstlerin muss nach Weingarten kommen.
Die 34Jährige, die in Stuttgart sowohl in der Klassik als auch im Bereich Jazzklavier ausgebildet wurde, begeisterte das Publikum im Gewächshaus Stärk. Ein kraftvoller Auftritt.

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Afrobeats und exotische Klangflächen

Three Fall & Melane eröffnen die Weingartner Musiktage Junger Künstler

 

191005 Weingarten

Seit einigen Jahren bildet der Jazz einen der Schwerpunkte bei den Weingartner Musiktagen – was vor allem daran liegt, dass die jungen Vorsitzenden, Thomas Jehle und Stefan Burkhardt, selbst begeisterte Jazzmusiker sind.
Zur Eröffnung holten sie jetzt das junge Trio „Three Fall“ in den kleinen Weinort, das schon allein deshalb auffällt, weil es sich jenseits der klassischen Jazzformationen und überhaupt zwischen sämtlichen Stühlen (zum Beispiel Funk, HipHop, Reggae, Weltmusik) bewegt. Die Sängerin Melane Nkounkolo bereicherte das Trio.

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Vor allem musikalisch überzeugend

Herbstfestspiele Baden-Baden: John Neumeier und das Hamburg Ballett mit Glucks "Orphée et Eurydice"/ Fabelhaftes Freiburger Barockorchester

 

190927 Orpheus Baden Baden

Das Orpheus-Thema scheint Choreografen immer wieder zu reizen: Vor vier Jahren erlebte man an gleicher Stelle eine originelle und restlos überzeugende Umsetzung von Sasha Waltz, übrigens ebenfalls mit dem Freiburger Barockorchester. Die Berliner Choreografin hatte damals Monteverdis „Orfeo“ aus der Bewegung heraus inszeniert, ohne äußere Handlung, vollkommen reduziert.
Anders dagegen geht John Neumeier mit seinem Hamburg Ballett vor. Ihn begleitet der Stoff schon seit Jahrzehnten; erste Impulse erhielt er in der Zusammenarbeit mit dem Regisseur Filippo Sanjust vor fast fünfzig Jahren. Neumeiers „Ballett-Oper“, die im Februar in Hamburg herauskam, war nun auch im Rahmen der Herbstfestspiele in Baden-Baden zu sehen
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Betörend schöner Klang

SWR-Schlosskonzert in Ettlingen mit dem Mariani Klavierquartett

 

190929 Mariani Klavierquartett

Mariani? Ein Journalist, so erfährt man im Einführungsgespräch bei den Ettlinger Schlosskonzerten, mutmaßte einmal, dieser Name gehe womöglich zurück auf den „Vin Mariani“ - ein Gemisch aus Rotwein und einem Extrakt der Coca-Pflanze, sozusagen einem Vorläufer des heutzutage beliebten brauseartigen Erfrischungsgetränks.
Ein Konzertveranstalter wiederum kündigte die vier gar als „Marihuana“-Quartett an. Wie dem auch sei: Der Klang dieses Quartett hat etwas Betörendes. Der Ensemble-Name ist hingegen ganz unspektakulär: Er leitet sich schlicht ab von Antonio Mariani, einem Geigenbauer des 17. Jahrhunderts.

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Anmut und Freiheitskampf - und eine klare Empfehlung für Bayreuth

Auftakt der Karlsruher Meisterkonzerte: Vadim Repin, Pietari Inkinen und die Deutsche Radio-Philharmonie im Konzerthaus

 

190928 Repin Inkinen

Das war ein Saison-Auftakt, der die Vorfreude weckt. Bei den „Karlsruher Meisterkonzerten“ spielte der großartige Vadim Repin im Konzerthaus Karlsruhe – und zwar ein Werk, das selten zu hören ist: Alexander Glasunows Violinkonzert a-moll. Umrahmt wurde dieses Konzert von Jean Sibelius, und das wiederum trug der finnischen Herkunft des Dirigenten Rechnung. Dabei zeigte sich: Der 39jährige Pietari Inkinen, Chef der Deutschen Radio Philharmonie und Dirigent des kommenden Bayreuther „Ring“-Zyklus, gab hierfür eine eindeutige Empfehlung ab.

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Vergnüglicher Exkurs ins 18. Jahrhundert

Karlsruher Schlosskonzerte: Auf den Spuren des Musikschriftstellers Johann Mattheson

 

190925 Schlosskonzerte Mattheson

Über den „Bon gout“ in der Musik lässt sich bekanntlich streiten – erst recht heutzutage, im Zeitalter der verschiedensten Hörgewohnheiten.
Eine klare Meinung dazu (und nicht nur dazu) hatte Johann Mattheson. Der Hamburger, ein Zeitgenosse Georg Friedrich Händels, gilt als bedeutendster Musiktheoretiker der Aufklärung. Allerdings ist er heute meist nur noch einem Fachpublikum bekannt.
Es ist nicht einfach, dieser Persönlichkeit an einem Konzertabend nachzuspüren und ihr dabei wirklich gerecht zu werden. Überhaupt – als was soll man diesen Universalkünstler denn nun bezeichnen? Er war Sänger und Komponist, zugleich ausgebildet an Laute, Violine, Blockflöte und Cembalo. Er war Musikdirektor am Hamburger Dom, daneben Musikschriftsteller und ein innovativer Journalist: Seine Zeitschrift „Der Vernünfftler“ (die erste deutschsprachige „Moralische Wochenschrift“) erreichte überregionale Beachtung, und sein bekanntestes Werk - „Der Vollkommene Capellmeister“ - gilt als wichtige Quelle für die Musikpraxis des 18. Jahrhunderts.
Die Karlsruher Schlosskonzerte würdigten diesen bemerkenswerten Menschen jetzt mit einem ungewöhnlichen Format: Einem Plauderkonzert im barocken Stil.

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Zwei Künstlerinnen in ihren Liedern

Konzert der Gedok: Werke von Clara Schumann und Margarete Schweikert

 

190920 Liederabend GEDOK

Seit dem Jahr 2012 – seit dem 125. Geburtstag von Margarete Schweikert - ist man in Karlsruhe dabei, das Werk der Komponistin wieder zu entdecken. Zu verdanken ist das hauptsächlich der Künstlerinnenvereinigung GEDOK, insbesondere der Pianistin Jeannette La-Deur, die sich als Herausgeberin darum bemüht, die Lieder und Kammermusik öffentlich zugänglich zu machen.
Margarete Schweikert war in Fünfziger Jahren Vorsitzende der nach dem Kriege wieder gegründeten Vereinigung, außerdem war sie Fachbeirätin für Musik.
Doch die Ursprünge der Karlsruher GEDOK reichen zurück bis ins Jahre 1929.
Grund genug also, den 90. Geburtstag des Vereins zugleich zum Anlass zu nehmen, wieder einmal an Margarete Schweikert zu erinnern – hatte sie doch zu Beginn des 20. Jahrhunderts das künstlerische Leben in der Fächerstadt (als Musikerin, Pädagogin und Konzertveranstalterin) entscheidend mitgeprägt
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