Der Opernchor setzt sich in Szene

Halbszenisches Konzert "Viva la diva - Steuermann, lass die Wacht" am Staatstheater Karlsruhe

 

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„Die Geschichte des Karlsruher Opernchores ist eine noch zu schreibende“, ließ Chordirektor Ulrich Wagner wissen; bereits der Markgraf und Stadtgründer Karl Wilhelm hatte professionelle Sängerinnen und Tänzerinnen an seinem Hoftheater engagiert.
Beim Konzert „Viva la diva – Steuermann, lass die Wacht“ verband Ulrich Wagner die Chöre aus drei Jahrhunderten mit seinen gewohnt eloquenten und charmanten Conferencen: Allein diese Moderationen trugen bereits wesentlich zum Gelingen des Abends bei, denn aus einen sehr kleinteiligen Konzept ein harmonisches Programm zu formen, ist nicht einfach.
Mit dem halbszenischen Abend – eine Fortsetzung des Programms „Auf den Flügeln des Gesangs“ und diesmal unterteilt nach Frauen- und Männerchören – hat man am Staatstheater unter der Regie von Andrea Raabe ein spezielles Format geschaffen: Denn sämtliche „coronatauglichen“ Opern- und Operettenaufführungen ließen in letzter Zeit keinen Raum für große Chortableaus.
(Nächste Aufführung: Samstag, 27. November, 15 Uhr).

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Große Glaubensfragen, meisterhaft zum Ausdruck gebracht

Konzert zum 25jährigen Jubiläum: CoroPiccolo mit Werken von Johann Sebastian Bach in der Evangelischen Stadtkirche Karlsruhe

 

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Seit 25 Jahren sorgt der Kammerchor „CoroPiccolo“ dafür, dass an der Evangelischen Stadtkirche Karlsruhe nicht nur die großen Oratorien, sondern beispielsweise auch das anspruchsvolle Kantatenwerk von Johann Sebastian Bach auf hohem Niveau aufgeführt wird. Unter seinem Gründer Christian-Markus Raiser, dem Kantor der Stadtkirche, ist der CoroPiccolo zu einem Ensemble mit bester Stimmkultur gewachsen, der zu äußerst differenzierten musikalischen Deutungen fähig ist. Konzertreisen ins Ausland ergänzen dieses Engagement.
Nun, zum Jubiläumskonzert (und zugleich zum Ewigkeitssonntag), bot der Chor „Tröstliches von Bach“ - darunter die umfangreiche, wirkungsvolle Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis“, die das menschliche Leiden und seine freudenreiche Überwindung ins Zentrum rückt. 

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Mit Chorliedern durch das Jahr

Beim Konzert "Night and Day" begeistern Cantus Juvenum und der Kammerchor des Karlsruher Helmholtz-Gymnasiums

 

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Es ist eine schöne Idee, kurz vor dem Ewigkeitssonntag ein Konzert rund um die Themen „Lebenszyklen“ und „Vergänglichkeit“ zu gestalten – dies aber bereits mit dem Blick auf das Kommen Jesu und auf den nahen Advent. Dass es rund einen solchen Zyklus auch noch ansprechendes Repertoire aus allen Ländern gibt, das bewiesen jetzt der Konzertchor Mädchen aus der Singschule „Cantus Juvenum“ und dazu der Kammerchor des Helmholtz-Gymnasiums, der an der Christuskirche zu Gast war. Die jungen, gut ausgebildeten Stimmen begeisterten durchweg.

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Carl Reinecke, ein vergessener Komponist des 19. Jahrhunderts

Vortrag und Konzert mit selten gespielten Werken an der Musikhochschule Karlsruhe

 

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Der Komponist und Gewandhausdirigent Carl Reinecke ist im Konzertleben kaum präsent, dabei hinterlässt er in der Musik des 19. Jahrhunderts immer wieder seine Spuren. Denn zu seinen Schülern – er unterrichtete Klavier und Komposition am Leipziger Konservatorium – zählte immerhin Edvard Grieg, auch der Organist Sigfrid Karg-Elert gehört dazu.
Die Musikhochschule Karlsruhe widmete Reinecke vor kurzem einen Konzertabend; begleitet wurden die Darbietungen von einem Kurz-Vortrag mit dem Titel „Ein universaler Musiker des 19. Jahrhunderts“. 

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Der Mensch soll getröstet werden

Musik von Brahms an der Christuskirche Karlsruhe: Oratorienchor und Kammerchor erinnerten unter anderem an die Uraufführung des "Schicksalsliedes" vor 150 Jahren

 

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Das „Deutsche Requiem“ und das „Schicksalslied“ op. 54 von Johannes Brahms - das sind Werke, die hin und wieder gemeinsam im Konzert erklingen, auch wenn ersteres eine ungleich größere Popularität genießt.
In Karlsruhe haben diese Werke nochmals eine andere Bedeutung: Denn vor 150 Jahren – am 18. Oktober 1871 – dirigierte Brahms hier die Uraufführung des „Schicksalsliedes“; in der badischen Residenzstadt (und in Baden-Baden) entstanden auch Teile des Requiems.
Generell spielt die Region eine gewichtige Rolle im Schaffen des Komponisten. Denn am hiesigen Hoftheater wirkte sein Freund Hermann Levi, und in Baden-Baden hatte er eine Residenz im heutigen „Brahms-Haus“, verbrachte diese Zeit somit in unmittelbarer Nähe zu Clara Schumann, die zwischen 1863 und 1873 ebenfalls dort lebte.
An diese historischen Bezüge erinnerte nun eine mitreißende Aufführung beider Werke in der Karlsruher Christuskirche. 

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Nur im ersten Teil überzeugend

Zum Klavierabend mit Ragna Schirmer im Konzerthaus Karlsruhe

Die Pianistin Ragna Schirmer ist bekannt dafür, ihre Konzert-Programme meist mit einer verbindenden Idee zu überschreiben – gerne denkt man hier zum Beispiel an den originellen Ravel-Abend vor einigen Jahren, der in ein Puppenspiel eingebettet war. Dementsprechend hoch war die Erwartung nun bei ihrem Klavierabend im Konzerthaus Karlsruhe.
Die Form der „Fantasie“, oft aus Improvisationen hervorgegangen, ferner Balladen und Miniaturen – das sind musikalische „Erzähltechniken“, die sich zu einem spannenden und wirkungsvollen Programm vereinen lassen; hinzu tritt das „Charakterstück“ als eine Ausdrucksform der Romantik. In diesem Fall war das Robert Schumanns „Carnaval“ op. 9.
Doch gerade der „Carnaval“ hinterließ – wie im übrigen auch zum Teil ihre Moderationen – einen zweifelhaften Eindruck.

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Kriegsgemälde und Seelenbilder

Packende Aufführung in Baden-Baden: Berliner Philharmoniker beenden Gastspiel mit Tschaikowskys "Mazeppa"

 

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Neben „Eugen Onegin“ oder „Pique Dame“ führt Tschaikowskys „Mazeppa“ ein stiefmütterliches Dasein auf deutschen Bühnen; sie gilt als dramaturgisch schwach, leidet unter Zeitsprüngen und Widersprüchlichkeiten. Im Rahmen der europäischen Kulturtage 2006 war sie in Karlsruhe zu sehen – doch die konzertante Fassung kürzlich im Festspielhaus Baden-Baden zeigte überdeutlich, wie mitreißend diese Oper klingen kann, wenn sie so pointiert und effektvoll musiziert wird, wie Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker dies taten.

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Beklemmender Dialog mit Strawinsky

Das Brentano String Quartet bot bei den Bruchsaler Schlosskonzerten ein ungewöhnliches Programm

 

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Auch wenn viele Veranstaltungen derzeit wieder den Anschein des Normalen vermitteln - von einer echten Normalität ist man nach wie vor weit entfernt. Spürbar wird das an manchen Kleinigkeiten: Das Pausen-Catering entfällt vielfach – und damit eine gewisse Geselligkeit. Das Publikum trägt immer noch Maske, und in kleinen Räumen tun das bisweilen sogar die Musiker. Insgesamt werden die Begegnungen so reduziert wie möglich gehalten, doch damit geht viel von jener Atmosphäre verloren, die einen Konzertabend wirklich ausmachen.
Die Bruchsaler Schlosskonzerte, die nun ebenfalls wieder gestartet sind, spiegelten diese Situation beim Gastspiel des Brentano String Quartet in nahezu frappierender Weise: Die Musik hatte etwas durch und durch Beklemmendes, Unwirkliches. Ausgehend von den „Drei Stücken für Streichquartett“ von Igor Strawinsky (an dessen 50. Todestag der Abend erinnerte) bot das Ensemble ein ungewöhnliches Programm: Strawinsky trat hier sozusagen in einen Dialog mit John Cage, Schostakowitsch, Verdi, Gesualdo. 

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Virtuosität im Dienste des Ausdrucks

Alumnikonzert an der Musikhochschule mit dem Geiger Daniel Lozakovich

 

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Erst 20 Jahre alt ist der Geiger Daniel Lozakovich, doch sein Lebenslauf füllt bereits Seiten. Eine wesentliche Station hierin ist ein Exklusiv-Vertrag mit der Deutschen Garmmophon, den er bereits mit 15 Jahren unterschrieb; zu seinen Mentoren zählt unter anderem Valery Gergiev.
2001 wurde Daniel Lozakovich in Stockholm geboren, sein Vater stammt aus Belarus, seine Mutter aus Kirgisien. Ab 2012 studierte er an der Karlsruher Musikhochschule bei Josef Rissin. Nun besuchte er im Rahmen der Alumni-Konzerte seine ehemalige Ausbildungsstätte erneut, und er bestritt – das ist relativ ungewöhnlich – ein Programm allein für Violine solo. Johann Sebastian Bach und die Virtuosen Eugène Ysaye und Niccolo Paganini waren zu hören.

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Franz Danzi - eine Entdeckung

Das Karlsruher Barockorchester Consort präsentierte die Musik des einstigen Hofkapellmeisters in der Christuskirche

 

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Er hat Carl Maria von Weber entscheidend beeinflusst, seine Musik gilt als richtungsweisend am Übergang zwischen Klassik und Romantik – und doch hört man ihn viel zu selten, denn sein Name ist kaum ein Begriff.
Die Rede ist von Franz Danzi, dem Schöpfer wunderbarer Kammermusik für Bläser. Unter Kurfürst Carl Theodor gehörte Danzi, von Hause aus Cellist, schon in jungen Jahren der berühmten Mannheimer Hofkapelle an. Nach Stationen in München und Stuttgart wirkte er schließlich als Hofkapellmeister in Karlsruhe.
Das Karlsruher Barockorchester Consort widmete ihm nun ein ganzes Konzert in der Christuskirche, bedauerlich war allerdings das relativ spärliche Publikum: Wer diesem großartigen Abend nicht beiwohnen konnte, der hat definitiv einiges verpasst.

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