Volkslied als Keimzelle

Die Bratscherin Tabea Zimmermann an der Musikhochschule Karlsruhe: Soloabend mit zeitgenössischen Werken

In der vergangenen Woche war die Bratschistin Tabea Zimmermann an der Musikhochschule Karlsruhe zu Gast; sie arbeitete mit Studierenden im Rahmen eines Meisterkurses für Kammermusik. Den Auftakt gestaltete sie im Wolfgang-Rihm-Forum zunächst mit einem großartigen Solo-Abend: Gut besucht, mit einer Dauer von etwa neunzig Minuten. Das war zugleich auch der Wiedereinstieg in ein hoffentlich annähernd normales Musikleben an der Hochschule.

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Wuchtiges Klangmassiv, kammermusikalische Feinheit

Spannende Kontraste bei den Brahmstagen: Igor Levit und Valery Gergiev mit Brahms und Bruckner. Lars Vogt, Viktoria Eberle und Alban Gerhardt mit Beethoven und dem Brahms‘ schen Doppelkonzert.

 

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Das Doppelkonzert von Johannes Brahms erklang - noch vor der eigentlichen Uraufführung - in Baden-Baden. Unter dem Eindruck Beethovens standen zum Teil Brahms‘ Werke, und mit Bruckner wiederum stand Brahms im Zuge der damaligen „Lagerbildung“ (zwischen „neudeutsch“ und „konservativ“) in Konkurrenz: Völlig unterschiedliche Gesichtspunkte verbanden die Werke, die im Rahmen der Baden-Badener Brahmstage - sie werden im Zweijahresrhythmus von der dortigen Brahms-Gesellschaft veranstaltet - vor kurzem im Festspielhaus zu hören waren.
Die Saison eröffneten der Pianist Igor Levit gemeinsam mit Valery Gergiev und den Münchner Philharmonikern.

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Probenfleiß im Lockdown

Singschule Cantus Juvenum gab beim „Werkstattkonzert“ Einblicke in ihre Arbeit/ Vorstellung der Weihnachts-CD

 

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Auch wenn Chorkonzerte seit einiger Zeit wieder möglich sind: An größere Aufführungen, wie etwa groß besetzte Oratorien, war bislang nicht zu denken. Doch damit fehlt den Chören zugleich auch die Möglichkeit, für sich und ihre Arbeit zu werben.
Die Karlsruher Singschule „Cantus Juvenum“ gab vor kurzem mit einem Werkstattkonzert Einblicke in ihre Arbeit und stellte dabei eine Weihnachts-CD vor, die während der vergangenen Monate entstanden ist und die am 19. Dezember erscheinen soll.
Auch im Rahmen der derzeitigen Karlsruher Orgelwoche ist „Cantus Juvenum“ zu hören – und zwar mit einem französischen Programm am 30. September um 19.30 Uhr in der Christuskirche. 

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Die Glaubensgewissheit des barocken Menschen

Zum kürzlichen Konzert mit dem Trio Gotthold Schwarz bei den Grötzinger Musiktagen

 

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Vor kurzen gingen die Grötzinger Musiktage zu Ende - mit einem großartigen Konzert des (mittlerweile) ehemaligen Leipziger Thomaskantors Gotthold Schwarz. Bereits vor zwei Jahren gastierte der Bariton mit seinem Barocktrio in der evangelischen Kirche; wiederum boten Gotthold Schwarz, dazu der Gambist Siegfried Pank und Hans-Christoph Becker-Foss an der Truhenorgel einen Querschnitt durch eine Epoche, die man aufgrund ihrer stilistischen Vielfalt unter einer einzigen Bezeichnung eigentlich gar nicht zusammenfassen kann.
„Empfindsam und virtuos“ trifft es wohl am direktesten: Hinter den barocken Ornamenten, hinter Melismen und Koloraturen steht eine tiefe Verwurzelung im Glauben. Hinzu kommen die verschiedenen Einflüsse und Verbindungslinien zwischen Deutschland, Frankreich und Italien.

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Nymphen, Furien und Nürnberger Bürger

Opernchor des Staatstheaters bietet Querschnitt durch vier Jahrhunderte

 

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Chöre haben während der Pandemie wohl mit am meisten gelitten, und nach wie vor ist es nicht möglich, große Oratorien und Chorkonzerte zu planen. Auch von den Theaterbühnen sind im Zuge der „coronatauglichen“ Fassungen die großen Chortableaus verschwunden – was ausgesprochen schade ist.
Das Staatstheater Karlsruhe hält jedoch dagegen – und zwar mit eigens dafür konzipierten Konzerten. „Auf den Flügeln des Gesangs“ heißt die Produktion, die derzeit einige der schönsten Opernchöre bietet. Der Abend ist Teil einer Trilogie; die Fortsetzung folgt demnächst unter dem Motto: „Viva la Diva“ und „Steuermann, lass die Wacht“, wobei sich hier der Frauen- und der Männerchor getrennt präsentieren.

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Die Schönheit des Volkslieds

Serenade des Max-Reger-Instituts: Das Athos Ensemble bot Volksliedbearbeitungen aus Renaissance und Romantik

 

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Zur Chormusik kam Max Reger eher „wie die Jungfrau zum Kinde“, denn eigentlich sträubte er sich zunächst gegen die „landläufige Liedertafelei“. Für den Liederkranz seiner Heimatstadt Weiden schrieb er dann doch – 1898 - eine „Hymne an den Gesang“ zum 60. Stiftungsfest.
Aber es gibt auch interessante Volksliedbearbeitungen von Reger, und weil das Thema „Liedbearbeitungen“ insgesamt so manches an herrlicher Vokalmusik zu bieten hat, präsentierte jetzt das Karlsruher Athos Ensemble einen Querschnitt aus Renaissance und Romantik. Die überwiegend ruhige, andächtige Musik hätte eigentlich gut zum Übergang zwischen Tag und Dämmerung gepasst – also zu einer echten Serenade im Freien. So war es ursprünglich auch geplant, doch der aufgeweichte Boden im Innenhof des Max-Reger-Instituts machte dies erneut unmöglich. Die Durlacher Karlsburg bot allerdings einen ebenso würdigen Rahmen. 

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Geschliffene Raritäten

Matinee "Pauline Viardot und ihre Familie" im Alten Ratssaal Baden-Baden

 

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In diesem Jahr feiert die Musikwelt den 200. Geburtstag der Sängerin, Komponistin, Pädagogin und Musikwissenschaftlerin Pauline Viardot-Garcia. Allein diese Aufzählung zeigt, dass es nicht einfach ist, dieser großen Künstlerpersönlichkeit in vollem Maß gerecht zu werden. Am besten beschreibt das vielleicht eine Äußerung des Komponisten Camille Saint-Saens, der, wie so viele Künstler, mit Pauline befreundet war und über sie sagen konnte: „In allem wusste sie Bescheid.“
Doch ihre Verdienste um die Musik wurden erst in den letzten beiden Jahrzehnten wirklich zur Kenntnis genommen. Umso erfreulicher ist es, dass sich eine Initiative wie die Stiftung „pro musica et musicis“ des Karlsruher Musikwissenschaftlers Joachim Draheim dem Leben und dem Wirken der Künstlerin annimmt – jetzt im Rahmen eines Konzerts im Alten Ratssaal in Baden-Baden. Unter dem Titel „Pauline Viardot und ihre Familie“ erlebte man eine großartige Matinee mit der Geigerin Natasha Korsakova und der Pianistin Ira-Maria Witoschynskyj. 

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Reicher Querschnitt durch das Karlsruher Musikleben

Grötzinger Musiktage: Das Orchestra Carolina musizierte in der evangelischen Kirche

 

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Nein, Karlsruhe ist keine Musikstadt wie Leipzig oder gar Wien. Allerdings gibt es musikalische Verbindungen zu den beiden Städten, und außerdem spielt Karlsruhe in der Musikgeschichte durchaus eine gewisse Rolle.
Dass die erste Sinfonie von Johannes Brahms hier unter Felix Otto Dessoff uraufgeführt wurde, dürfte zu den bekannteren Fakten gehören – auch, dass Clara Schumann hier konzertierte oder dass die Karlsruher Hofoper unter den Dirigenten Hermann Levi und Felix Mottl eine große Blütezeit erfuhr.
Doch es gibt auch noch andere Namen: Im Rahmen der Grötzinger Musiktage waren jetzt Werke unter anderem von Johann Melchior Molter, Josef Schelb und Erwin Grosse zu hören. Unter der Leitung von Felix Treiber spielte das Orchestra Carolina, das sich - wie bereits der Name aussagt - vor allem der Musik Karlsruher Komponisten widmet.

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Bruckner, fragil und luzide

"Karlsruher Meisterkonzerte": Die Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz mit Bruckners Siebter in der Kammermusik-Fassung

 

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Zugegeben, die oben genannten Adjektive fallen einem wohl eher zuletzt ein, wenn von Anton Bruckner die Rede ist. Doch auf die äußerst reizvolle Kammermusik-Fassung seiner siebten Sinfonie (diese Bearbeitung ist ein Gemeinschaftswerk von Hanns Eisler, Erwin Stein und Karl Rankl) trifft genau das zu. Im Konzerthaus Karlsruhe war sie jetzt zu erleben – im Rahmen eines Nachholtermins in der Reihe der „Karlsruher Meisterkonzerte“. Unter Chefdirigent Michael Francis spielten Mitglieder der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. 

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Bach und Reger haben das letzte Wort

Schlusskonzert des Internationalen Orgelsommers mit Alcee Chriss aus Dallas

 

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Man hatte sich schon daran gewöhnt in den letzten Wochen: Sonntag Abend ist Orgelkonzert in der Karlsruher Stadtkirche.
Nun ging der Internationale Orgelsommer mit dem Konzert des US-Amerikaners Alcee Chriss zu Ende: „Glücklich“ sei man, so sagte Kirchenmusikdirektor Christian-Markus Raiser, dass man die Reihe trotz aller Einschränkungen habe durchführen können. In der Tat ist das eine Leistung, die man unter diesen Bedingungen gar nicht hoch genug bewerten kann - vor allem auch deshalb, weil es bei einem der Konzerte für einen quarantänebedingten Ausfall sofort Ersatz gab.
Alcee Chriss konnte jedoch zum Glück aus Dallas anreisen und gab unter anderem Einblicke in die amerikanische Musiktradition. 

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