Kraftvolle "Familienbande"

Konzert in der Hemingway Lounge mit der Musikerfamilie Uhde

 

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Große Komponisten stammten in der Regel entweder aus Musikerfamilien oder gründeten später selbst welche. Das war zum Beispiel der Fall bei Beethoven, bei Rossini, bei Robert Schumann. In bester Gesellschaft muss sich deshalb auch die Familie Uhde gefühlt haben, die jetzt bei einem Kammerkonzert in der Hemingway Lounge (unter anderem mit den besagten Komponisten) zu hören war. Ohnehin sind Aufführungen unter dem Motto „Familienbande“ sehr dankbare Konzertformate, die Veranstalter anscheinend immer mehr für sich entdecken.
Der Pianist Michael Uhde hat als Professor an der Karlsruher Musikhochschule schon manche Generation von Studierenden auf dem Weg ins Künstlerleben begleitet. Auch seinen eigenen Kindern ließ er gemeinsam mit Ehefrau Sanja, einer Cellistin, eine offensichtlich fruchtbare Förderung zukommen: Alle drei spielen in namhaften Orchestern oder unterrichten selbst. Das versprach Abendunterhaltung im besten Sinne.

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Geistvoll musiziert

Die Pianistin Sophie Pacini gastierte bei den Bruchsaler Schlosskonzerten

 

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Die deutsch-italienische Pianistin Sophie Pacini überzeugt nicht nur mit ihrem exzellenten Spiel, sondern sie stellt auch noch auf eine andere Art den Kontakt zum Publikum her: nämlich durch ihre interessanten Erläuterungen - wie zuletzt bei ihrem Klavierabend im Rahmen der Bruchsaler Schlosskonzerte.
Dabei wird klar: Ihre Programme sind durchdacht, die Stücke innerlich miteinander verbunden – und die Erklärungen der jungen Pianistin sind ein Beispiel für eine vorbildliche Konzertmoderation, die sich ganz auf die Musik und nicht etwa auf beifallheischende Anekdoten konzentriert. 

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Viel Lärm um nichts

Staatstheater Karlsruhe: Gaetano Donizettis „Don Pasquale“ ist szenisch eine Enttäuschung, musikalisch jedoch überzeugend

 

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Bereits 2018, zur Produktion des „Freischütz“ unter der Regie von Verena Stoiber, musste man leider feststellen, dass der Grazer „Ring-Award“ offensichtlich kein Garant für Qualität ist. Mit diesem Theater-Preis war die Regisseurin kurz zuvor ausgezeichnet worden - und Gleiches gilt für den 33jährigen Valentin Schwarz, der jetzt in Karlsruhe (und vor zwei Jahren in Montpellier) Gaetano Donizettis „Don Pasquale“ auf die Bühne brachte.
Dabei durfte man von dieser Opernkomödie einiges erwarten, zumal man zuletzt in Karlsruhe mit Donizetti gute Erfahrungen gemacht hatte: Absolut sehenswert waren beispielsweise „Anna Bolena“ oder „Roberto Devereux“ aus der so genannten Tudor-Trilogie; etwas länger zurück liegt die feurige „Liebestrank“-Inszenierung von Jacopo Spirei.
Doch Valentin Schwarz bringt tatsächlich das Kunststück fertig, dieses rasante, spritzige Kammerspiel durch Plumpheit völlig auszubremsen. Das Publikum protestierte, und zwar völlig zu Recht. 

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Auf einem einzigen Atembogen

Das Fauré-Quartett gab Jubiläumskonzert an der Karlsruher Musikhochschule

 

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Manchmal führt der Kompromiss, der „kleinste gemeinsame Nenner“, keineswegs zu Verlusten, sondern vielmehr zu einem großen Gewinn – und zwar auf allen Ebenen, wie im Falle des Fauré Quartetts. Zum 150. Geburtstag ihres Namensgebers gründeten Dirk Mommertz, Klavier, Erika Geldsetzer, Violine, Sascha Frömbling, Viola und Konstantin Heidrich, Violoncello, ihr Ensemble.
Ursprünglich hatte Sascha Frömbling eher zum Streichquartett tendiert, Dirk Mommertz dagegen zum Klaviertrio. Die besondere Formation des Klavierquartetts gab ihnen jedoch die Möglichkeit, in ein Repertoire vorzudringen, das weit weniger erschlossen ist als beispielsweise die klassische Streichquartettliteratur.
Dass sie längst zu den führenden Ensembles ihres Fachs gehören, bedarf eigentlich keiner Erwähnung mehr. Ihr Wissen geben sie regelmäßig auch an junge Ensembles weiter – wie jetzt im Rahmen eines Meisterkurses in Karlsruhe. Zum Auftakt waren sie in einem Benefizkonzert zu Gunsten des Hochschul-Freundeskreises (und der ergänzenden Stiftung) zu erleben; nachzuhören ist das Programm am 27. Januar ab 13 Uhr im SWR2 Mittagskonzert. .

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Große Meister im ungewohnten Klanggewand

Kammerphilharmonie Karlsruhe präsentierte "Musik im Taschenformat" in der Christuskirche

 

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Die Bezeichnung „Taschenformat“, so stellte der Musikwissenschaftler Joachim Draheim zu Beginn des Konzertes klar, hat nichts mit „Taschenpartitur“ zu tun.
Vielmehr ist die Reihe „Musik im Taschenformat“ eine kongeniale Idee der Kammerphilharmonie Karlsruhe: Im ersten Pandemie-Jahr entstanden, nimmt sie die Werke der großen Meister in den Blick – allerdings, der Situation geschuldet, in kleinerer Besetzung.
Bearbeitungen waren jedoch zu allen Zeiten üblich; oft stammen sie sogar von den Komponisten selbst oder von ihren Zeitgenossen. Einen Eindruck dieser vielgestaltigen Ensemble-Musik gab die Kammerphilharmonie jetzt in drei Konzerten an der Christuskirche Karlsruhe.

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Begegnungen mit dem "Odenwälder Mozart"

Konzert mit Werken von Joseph Martin Kraus an der Musikhochschule Karlsruhe

 

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Joseph Martin Kraus, man nennt ihn auch den „Odenwälder Mozart“, hat ziemlich genau dieselben Lebensdaten wie der „Richtige“. 1756 wurde er in Miltenberg geboren, 1792 starb er an Schwindsucht in seiner Wahlheimat Schweden - auf dem Höhepunkt seiner Karriere.
Dazwischen liegt ein bewegtes Künstlerleben, und dabei ist der Vergleich mit dem großen Zeitgenossen durchaus angebracht: Denn Joseph Martin Kraus hinterließ nicht nur eine Fülle von Werken in beinahe allen Gattungen (darunter Kirchenmusik, Opern, Sinfonien, Kammermusik und Lieder), sondern er legte dabei auch einen genialen Geist und viel Originalität an den Tag; er gilt gar als Wegbereiter für das romantische Kunstlied im Schubert‘ schen Sinne.
Seit einigen Jahrzehnten wird seine Musik in zahlreichen Veröffentlichungen und auch in Konzerten zunehmend erschlossen. Einblicke gab es vor kurzem in einem Konzert an der Musikhochschule Karlsruhe. 

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Die Kunst des spontanen Zwiegesprächs

Die Brüder Lionel und Demian Martin begeisterten beim Ettlinger Schlosskonzert unter anderem mit ihren Improvisationen

 

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Die Improvisation ist eine hohe Kunst, und wer sie beherrscht, der gilt nicht von ungefähr als „wahrer Musiker“. Dass Interpreten allerdings auf Zuruf improvisieren können, erlebt man eher selten – in erster Linie kennt man das von der venezolanischen Pianistin Gabriela Montero – und umso beeindruckender wird es, wenn sich das Ganze dann noch im Ensemble vollzieht.
Die Brüder Demian und und Lionel Martin, die vor kurzem bei den Ettlinger Schlossfestspielen zu Gast waren, hatten schon den Nachmittag (und Abend) über mit ihrem perfekten, vertrauten Zusammenspiel begeistert. Diese besonderen Zugabenstücke, vom Publikum lautstark gefeiert, krönten einen außergewöhnlichen Vortrag.
Nachhören kann man das Konzert im SWR2-Abendkonzert am 21.02 um 20.05 Uhr.

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Romantischer Stimmungszauber

Das „Else Ensemble“ bot beim Ettlinger Schlosskonzert selten gehörte Werke von Zdenek Fibich und Robert Kahn

 

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Ein Quintett aus Klavier, drei Streichern und Klarinette – das verspricht eine interessante Klangmischung, und eben dieses Versprechen wurde eingelöst vom deutsch-israelischen „Else Ensemble“ beim jüngsten Ettlinger Schlosskonzert. Auf dem Programm standen zudem Raritäten, die es zu entdecken lohnte: Den böhmischen Komponisten Zdenek Fibich und den so gut wie unbekannten Robert Kahn, der aus Mannheim stammte und unter anderem von Johannes Brahms gefördert wurde.
Hinweis: Das Konzert wurde aufgezeichnet und ist am 15. Februar 2022 im SWR2 Mittagskonzert ab 13 Uhr zu hören.

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Die Schönheit des Renaissance-Gesangs

Außergewöhliches Adventskonzert: Schola Heidelberg gastierte in der Stadtkirche Durlach

 

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Die Musik der so genannten „franko-flämischen Schule“ - gemeint ist das Ideal, das etwa zwischen 1400 und 1500 die verschiedensten Gattungen in Europa prägte – diese Art der „Alten Musik“ ist generell wenig präsent in den Kirchen. Das Repertoire der meisten Chöre und Ensembles reicht zurück bis zum Frühbarock, etwa bis Giovanni Pierluigi da Palestrina, doch für die Renaissance oder gar das Spätmittelalter bedarf es dann doch einer speziellen Auseinandersetzung.
Gelegentlich widmen sich engagierte Vokalsolisten den Messen aus jener Zeit, wie etwa das Athos Ensemble der "Missa L'homme armé" von Johannes Ockeghem im letzten Jahr in der Durlacher Stadtkirche.
Nun war an gleicher Stelle die renommierte Schola Heidelberg zu Gast: mit einem Programm, das sich schwerpunktmäßig mit den Werken von Guillaume Dufay (1397-1474) und Josquin Desprez (1440-1521) befasste, und man erfährt: Die fließenden Stimmen, die Umspielungen und Imitationen haben einen gewaltigen Sog. Sie ziehen den Hörer mitten hinein in eine Atmosphäre der Stille und der vorweihnachtlichen Betrachtung.

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Man fühlt sich bestens unterhalten

Musikhochschule Karlsruhe zeigt Humperndincks "Hänsel und Gretel"

 

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Weihnachtszeit ohne „Hänsel und Gretel“? Das ist beinahe unvorstellbar, und so hat nun auch die Musikhochschule Karlsruhe Humperdincks populäre Märchenoper aufs Programm gesetzt – zumal sich in diesem Jahr auch sein Todestag zum einhundertsten Mal jährt. Da man von Humperdinck aber eigentlich nur „Hänsel und Gretel“ kennt, geht er neben anderen Jubilaren wie beispielsweise Camille Saint-Saens ein wenig unter.
Seit den Neunziger Jahren tendieren Regisseure dazu, nicht mehr nur das Märchen zu erzählen, sondern die Figuren auch auf ihre psychologische Dimension hin auszudeuten. Auch die Inszenierung von Andrea Raabe arbeitet mit aktuellen Bezügen und einer Rahmenhandlung. Das Wichtigste ist jedoch: Man hört hier jede Menge schöner Nachwuchs-Stimmen.
Am Mittwoch, den 22. Dezember ist ab 19.30 Uhr im Wolfgang-Rihm-Forum noch eine Vorstellung zu erleben.

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